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LGT Navigator: US-Notenbank vor der Zinswende

16. März 2022

Die amerikanische Zentralbank wird heute Abend erstmals seit Ende 2018 ihren Leitzins erhöhen. Erwartet wird eine Zinserhöhung um einen Viertel Prozentpunkt. Obwohl der Inflationsdruck stärker als erwartet zugenommen und sich durch die geopolitischen Unsicherheiten noch verstärkt hat, dürfte das Fed aus denselben Gründen auch eine potenzielle Abschwächung der US- und der Weltwirtschaft antizipieren, weshalb von einer noch kräftigeren Anhebung der Zinsen wohl abgesehen wird.

US-Notenbank vor der Zinswende

Vor dem erwarteten Zinsschritt des Fed (heute 19:00 Uhr MEZ) und der darauffolgenden Pressekonferenz von US-Notenbankchef Jerome Powell (19:30 Uhr) tendierten die Aktienindizes an der Wall Street klar positiv, getrieben vor allem durch einen kräftigen Rückgang der Ölpreise. Die Ölsorten WTI und Brent fielen zeitweise unter die Marke von USD 100. Die Preisentwicklung wird aber weiterhin höchst volatil bleiben und vor allem auch von Informationen zum Kriegsverlauf in der Ukraine abhängig sein. Der Dow Jones Industrial schloss +1.82% höher bei 33'544.34 Punkten und der breite S&P 500 legte um +2.14% auf 4'262.45 Zähler zu. Noch stärker waren die Gewinne an der Tech-Börse Nasdaq, wo die Indizes um mehr als +3% gestiegen sind. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen notiert vor dem geldpolitischen Entscheid des Fed bei 2.16% auf dem höchsten Stand seit Mitte 2019.

In Asien schlossen sich die Aktienindizes mehrheitlich den positiven Vorgaben aus New York an. In Tokio gewinnt der Nikkei 225-Index rund +1.8% und in Hongkong legte der Hang Seng-Index eine beeindruckende Tagesrally hin mit Gewinnen von bis zu +8%.

Keine Anzeichen einer Abschwächung des Inflationstrends in den USA

In den Vereinigten Staaten hat sich der Inflationsdruck weiter verstärkt. Darauf deutet der neuerlich kräftige Anstieg der Erzeugerpreise hin, die im Februar auf Jahressicht um +10% zugelegt haben – der stärkste Preisanstieg seit Beginn der Datenreihe 2010. Auch in der Kernrate, also ohne die stark gestiegenen Energiepreise, bleibt die Teuerungsrate auf Produzentenebene aufgrund der anhaltenden weltweiten Lieferkettenproblemen und Materialknappheit mit +8.4% hoch.

US-Industriebarometer fällt auf niedrigsten Wert seit knapp zwei Jahren

Der Empire State-Index der New Yorker Federal Reserve gab im März um knapp 15 Punkte auf minus 11.8 Zähler nach. Damit notiert der regionale Industrieindikator auf dem tiefsten Stand seit Mai 2020. Der Konsens war von einer Verbesserung auf plus 6.4 Punkte ausgegangen. Ein Wert über der Nulllinie signalisiert eine Zunahme der Aktivität im Sektor.

Washington besorgt über Pekings Nähe zum Kreml

Die amerikanische Regierung hat anlässlich des Treffens des Nationalen Sicherheitsberaters von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, mit dem ranghohen chinesischen Regierungsvertreter Yang Jiechi in Rom hinsichtlich der Unterstützung Russlands durch Peking schwerwiegende Besorgnis geäussert und China mit «erheblichen Konsequenzen» gedroht. Das Weisse Haus befürchtet, dass China Russland militärische und wirtschaftliche Hilfe zukommen lässt und damit die Kriegsanstrengungen des Kremls unterstützt. Peking und Moskau pflegen eine «strategische Partnerschaft» und China hat bisher den Angriff Russlands auf die Ukraine nicht verurteilt.

Rekordeinbruch des ZEW-Konjunkturbarometers

Die monatlich vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erfragten Konjunkturerwartungen für Deutschland von professionellen Finanzexperten sind im März so stark eingebrochen wie noch nie seit Beginn der Umfrage Ende 1991. Der Indikator brach vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine und den Inflationssorgen um 93.6 auf minus 39.3 Punkte ein. Analysten wurden von der Stärke des Rückgangs überrascht. Der Konsens ging von einem März-Wert von plus 5.0 Punkten aus. Nach Einschätzung des ZEW belasten die geopolitischen Unsicherheiten und die Sanktionen gegen Russland den wirtschaftlichen Ausblick für Deutschland erheblich und das Risiko einer Rezession habe deutlich zugenommen. Signifikant gestiegen sind hingegen die Inflationserwartungen der befragten Analysten und institutionellen Investoren. Für die Perspektiven der Eurozone zeigten die Umfragewerte des ZEW ein ähnliches Bild.

Inflation in Frankreich überschreitet die Marke von vier Prozent

In Frankreich hat sich der Inflationsdruck im Februar weiter kräftig verstärkt. Hatte die Jahresinflationsrate zu Jahresbeginn noch +3.3% betragen, betrug die Teuerung im letzten Monat bereits +4.2%. Im Monatsvergleich stiegen die Lebenshaltungskosten um +0.9%.

  

Wirtschaftskalender 16. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
10:00 IT Verbraucherpreise (Februar, J/J) +6.2%
13:30 USA Einzelhandelsumsätze (Februar, M/M) +3.8%
15:00 USA NAHB Immobilienmarktindex (März) +82.0
19:00 USA FOMC Zinsentscheid +0.25%
19:00 USA FOMC Wirtschaftsprojektionen
19:30 USA Fed Pressekonferenz

 

Unternehmenskalender 16. März

Land Unternehmen Periode
DE BMW Jahreszahlen
DE E.ON Jahreszahlen
ESP Inditex Jahreszahlen
USA American Express Investorentag

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.