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LGT Navigator: US-Wahlprozedere sorgt für länger anhaltende Unsicherheit

13. November 2020

Der gewählte US-Präsident Biden treibt trotz des Widerstands des amtierenden Präsidenten Trump die Machtübergangsphase weiter und setzt seine zukünftige Regierung zusammen. Bis die einzelnen US-Bundesstaaten die Endergebnisse der Wahl beglaubigen, die bestimmten Wahlleute (Elektoren) ihre Stimmen für den zukünftigen Präsidenten abgeben und schlussendlich am 6. Januar das Ergebnis der Abstimmung im Kongress bekanntgegeben wird, sehen sich Investoren mit erhöhter Unsicherheit konfrontiert.

US-Wahlprozedere sorgt für lange anhaltende Unsicherheit

Während Donald Trump und die Spitze der Republikaner nach wie vor versucht, Zweifel am Wahlergebnis zu streuen und insbesondere die Legitimität der Briefwahl juristisch anzuzweifeln, scheint es bisher keine massgeblichen Beweise für Unregelmässigkeiten zu geben. Auch im hart umkämpften «Swing State» Georgia gibt es gemäss dem Innenminister des Staates, Brad Raffensperger, bisher keine Hinweise auf Unstimmigkeiten. Im südlichen Bundesstaat wird derzeit wegen des äusserst knappen Ausgangs bei der Präsidentschaftswahl – Biden führt mit einem Vorsprung von rund 14 000 Stimmen – nochmals per Hand nachgezählt. Der «Recount» soll bis zum 20. November abgeschlossen sein. Der südliche Bundesstaat steht aber nicht nur im Präsidentschaftswahlkampf im Rampenlicht, sondern vor allem auch in dem nach wie vor laufenden Rennen um die wichtige Mehrheit im US-Senat. Erst anfangs Januar finden hier Stichwahlen für die letzten beiden Senatssitze statt. Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Republikaner mit einem Sieg in Georgia ihre Machtposition verteidigen können.

An der New Yorker Börse überwogen gestern die Gewinnmitnahmen nach einem bislang starken Börsenmonat November. Der Dow Jones Industrial schloss -1.13% tiefer bei 29 065 Punkten und fiel zeitweise sogar wieder unter die Marke von 29 000 Zählern. Seit Monatsbeginn hat der Dow aber in der Spitze um knapp +13% zugelegt. Der S&P 500 gab um -1.05% auf 3535 Punkte nach und auch der technologielastige Nasdaq 100 beendete den Tageshandel -0.46% tiefer. In Asien tendierten die meisten Indizes heute Morgen ebenfalls in Richtung Süden, getrieben von Corona-Sorgen und der Unsicherheit im US-Nachwahlprozedere. In Tokio und in Hong Kong notieren die Hauptindizes rund -0.5% tiefer. Auch für die europäischen Aktienmärkte signalisieren die Futures zur Eröffnung Verluste.  

Top-Notenbanker warnen vor frühzeitiger Euphorie für Covid-19-Impfstoff

US-Zentralbankchef Jerome Powell, EZB-Präsidentin Christine Lagarde, oder auch Bank of England Gouverneur Andrew Bailey warnten an einer Notenbankveranstaltung, dass es derzeit noch zu früh sei zu erkennen, wie die Fortschritte bei der weltweiten Suche nach einem Covid-19-Impfstoff die Wirtschaft beeinflussen werden. Dies insbesondere angesichts des Anstiegs der Infektionsfälle und der erneut verhängten «Lockdowns», welche die jüngste wirtschaftliche Erholung abschwächen werden.

Preisdruck in den USA hat im Oktober etwas nachgelassen

In den USA sind die Verbraucherpreise im Oktober um +1.2% gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Damit hat sich die Teuerung gegenüber den im September gemessenen +1.4% abgeschwächt und auch die Kernteuerung, ohne Energie- und Nahrungsmittelkosten, bleibt mit +1.5% klar unter dem von der Fed angepeilten Ziel. Gemäss neuer Strategie würde die Fed auch ein Überschiessen der Inflationsrate über der Zwei-Prozent-Marke für einen längeren Zeitraum akzeptieren. Damit hat die Fed noch weiteren Spielraum für geldpolitische Lockerungen. 

Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sinkt auf Siebenmonatstief

Trotz der anhaltend dramatischen Pandemielage in vielen Teilen der USA deuteten die neusten Arbeitsmarktdaten auf eine weitere langsame Erholung hin. So stellten in der letzten Woche insgesamt 709 000 Amerikaner einen Erstantrag auf Arbeitslosenunterstützung, damit 48 000 weniger als in der Woche zuvor. Der laufende Durchschnitt der Anträge sank somit auf den tiefsten Wert seit sieben Monaten.

Inflation in Deutschland bleibt im negativen Bereich

Die deutschen Verbraucherpreise sind im Oktober auf Jahressicht um -0.5% gesunken. Eine negative Jahresinflation wurde bereits im Juli und im September beobachtet. Dabei dürfte die zur Eindämmung der Coronakrise vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer den Preisauftrieb gedämpft haben. 

Britische Wirtschaft kann im Q3 den Einbruch im Q2 fast wieder wettmachen

Grossbritanniens Wirtschaft verzeichnete im dritten Quartal eine kräftige Erholung vom Corona-bedingten Rekordeinbruch im Frühjahr. Die Wirtschaftsleistung erhöhte sich gegenüber dem Vorquartal um +15.5% und lag damit nur geringfügig unter dem Marktkonsens von +15.8%. Im zweiten Quartal war das britische Bruttoinlandsprodukt wegen der wirtschaftlich negativen Folgen des «Lockdowns» noch um -19.8% eingebrochen. Laut Finanzminister Rihsi Sunak bleiben die Aussichten aber trübe – einerseits wegen des erneuten «Lockdowns» und andererseits wegen des drohenden harten Brexits am Jahresende.

 

 

Wirtschaftskalender 13. November

MEZ Land Indikator Letzte Periode
09:00 SP Verbraucherpreise (Oktober, J/J) -1.0%
11:00 EZ Handelsbilanz (September) +EUR 21.91 Mrd.
14:30 USA Erzeugerpreise (Oktober, J/J) +0.4%
14:30 USA Kern-Erzeugerpreise (Oktober, J/J) +1.2%

 

Unternehmenskalender 13. November

Land Unternehmen Periode
FR GDF Suez Q3

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.