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LGT Navigator: Verhaltener Start in ein herausforderndes zweites Halbjahr

4. Juli 2022

Angesichts des heutigen Nationalfeiertages in den USA dürfte sich die Dynamik an den Börsen zu Wochenbeginn in Grenzen halten. Am Freitag hatten die aktuellen Einkaufsmanagerumfragen aus den USA, dem Euroraum und Grossbritannien gezeigt, dass die Stimmung in der Industrie so schlecht ist wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Gleichzeitig nahm auch der Inflationsdruck in der Eurozone weiter zu und setzt damit die EZB kurz vor der erwarteten Zinswende weiter unter Druck.

Verhaltener Start in ein herausforderndes zweites Halbjahr

An der New Yorker Börse konnten sich die Indizes vor dem verlängerten Feiertagswochenende in den positiven Bereich retten. Der Dow Jones Industrial schloss +1.05% höher bei 31'097.26 Punkten, verbuchte aber auf Wochensicht einen Verlust von -1.3%. Der S&P 500 ging bei 3'825.33 Punkten -1.06% tiefer als am Vortag aus dem Handel und an die Indizes an der Nasdaq legten um rund +0.7% zu, blieben jedoch über die letzte Woche gesehen mit -4.3% im Minus. Die Aussicht auf weiter steigende Leitzinsen und die Befürchtung einer Rezession dürften auch in Europa für einen verhaltenen Wochenstart sorgen. In der Folge gaben die Ölpreise am Montag nach und notieren vor dem Hintergrund einer geringeren OPEC-Produktion, Unruhen in Libyen und den Sanktionen gegen Russland tiefer. An Asiens Börsen war heute kein einheitlicher Trend zu beobachten. Während in Tokio der Nikkei 225 um rund +0.5% zulegt, notiert der Hang Seng in Hongkong etwa -0.6% tiefer. Unterdessen bleibt die Nachfrage nach US-Staatsanleihen solide und die Rendite zehnjähriger US-Treasuries sank zeitweise auf den tiefsten Stand seit einem Monat – aktuell bei 2.88%.

PMIs signalisieren Abschwächung im Industriesektor

Der wegen seiner Korrelation mit dem gesamtwirtschaftlichen Wachstum stark beachtete Einkaufsmanagerindex (PMI) des Branchenverbandes ISM (Institute for Supply Management) fiel im Juni kräftiger als angenommen von 56.1 auf 53.0 Punkte zurück (Konsens 54.5). Hintergrund ist die anhaltende weltweite Lieferkettenproblematik. Besonders schwach war laut ISM im Juni der Auftragseingang bei den befragten Industriefirmen.

In Europa fiel der Einkaufsmanagerindex von S&P Global im letzten Monat von 54.6 auf 52.1 Punkte zurück und notierte damit das schlechteste Ergebnis seit knapp zwei Jahren. Laut S&P Global signalisieren mehrere Indikatoren wie Auftragseingang und Auslandsgeschäft, dass sich der Abschwung in den kommenden Monaten noch verstärken wird. Positiv hingegen ist der Umstand zu werten, dass sich die Steigerungsraten bei Einkaufs- und Verkaufspreisen abgeschwächt haben und damit auf einen etwas nachlassenden Inflationsdruck hindeuten.

In Grossbritannien hat sich die Stimmung im Industriesektor ebenfalls spürbar abgekühlt. Der Einkaufsmanagerindex gab dabei um 1.8 auf 52.8 Punkte nach und registrierte damit analog zum Eurozone-PMI den tiefsten Stand seit zwei Jahren.

Inflation im Euroraum erklimmt neues Hoch

In den Euroländer hat sich der Anstieg der Lebenshaltungskosten im Juni weiter akzentuiert. Die Inflationsrate erreichte mit +8.6% einen neuen Rekordwert. Im Mai hatte die Teuerung noch +8.1% betragen. Auf Monatssicht erhöhten sich die Konsumentenpreise in der Eurozone um +0.8%. Angetrieben werden die Preise weiterhin hauptsächlich von den Energiepreisen, die sich auf Jahressicht um knapp +42% verteuert haben. Aber auch die Lebensmittelpreise sind um knapp +9% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise schwächte sich die Kernrate hingegen leicht von +3.8% auf +3.7 % ab. Da insbesondere bei den Energiepreisen wegen des fortdauernden Ukraine-Kriegs nicht von einer baldigen Entspannung auszugehen ist, dürfte der Höhepunkt des Inflationstrends wohl noch nicht erreicht sein. Dementsprechend wird am 21. Juli eine erste (womöglich kräftige) Zinserhöhung der EZB erwartet.

In Italien ist die Inflationsrate im Juni deutlich stärker als erwartet und im Rekordtempo gestiegen. Die Verbraucherpreise legten auf Jahressicht um +8.5% zu, verglichen mit einer Teuerung von +7.3% im Monat zuvor. Ökonomen hatten einen Anstieg auf +7.9% prognostiziert.

Wirtschaftskalender 4. Juli 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
00:00 USA Nationalfeiertag
08:00 DE Exporte (Mai, M/M) +4.4%
08:00 DE Importe (Mai, M/M) +3.1%
08:30 CH Verbraucherpreise (Juni, J/J) +2.9%
10:30 EZ Sentix Konjunkturausblick (Juli) -15.8
11:00 EZ Erzeugerpreise (Mai, J/J) +37.2%

Unternehmenskalender 12. Juli

Land Unternehmen Periode
USA Pepsico Q2

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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