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LGT Navigator: Verlustserie an den US-Börsen vorerst gebrochen

21. Mai 2021

Erholungszeichen am amerikanischen Arbeitsmarkt sorgen für Gewinne an den Aktienmärkten. Die amerikanische Regierung treibt unterdessen die Diskussion um einen Mindeststeuersatz für internationale Konzerne voran. Italien plant ein weiteres Konjunkturpaket und die deutsche Wirtschaft profitiert von einer hohen Exporttätigkeit.

Bulle und Bär

Die Börsen an der Wall Street haben am Donnerstag nach drei Verlusttagen in Folge deutlich zugelegt. Der S&P 500 avancierte +1.1% auf 4159.12 Zähler und der Dow Jones gewann +0.6% und kletterte auf 34'084.15 Punkte. Der Technologieindex Nasdaq 100 stieg +1.9% auf 13'494.09 Punkte. Nach einem verhaltenen Handelsstart sorgten überraschend gute Daten vom US-Arbeitsmarkt für gute Stimmung an den Märkten. 

Die asiatischen Aktienmärkte handeln einmal mehr uneinheitlich. Während der Nikkei in Tokio +0.8% gewinnt, büssen der Hang Seng Index (-0.2%) und der Shanghai Composite (-0.5%) an Boden ein.

Die US-Regierung treibt unterdessen die Diskussionen um einen globalen Mindeststeuersatz für international tätige Konzerne voran. So hat sie bei Verhandlungen im Rahmen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vorgeschlagen, einen Steuersatz von mindestens 15% zu erheben, teilte das amerikanische Finanzministerium mit. US-Finanzministerin Janet Yellen hat sich bereits im April für die Einführung einer Mindeststeuer ausgesprochen, um das globale Rennen um den niedrigsten Steuersatz zu unterbinden.

Erholungszeichen am US-Arbeitsmarkt

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in den USA auf den niedrigsten Stand seit Ausbruch der Corona-Pandemie gesunken. So haben sich per Ende letzter Woche 440'000 Amerikaner erstmals arbeitslos gemeldet, das sind so wenige, wie zuletzt Mitte März 2020. Trotz des Rückgangs liegen die Zahlen noch immer deutlich über den Werten, die vor dem Ausbruch der Pandemie gemessen wurden und 2019 im Durchschnitt bei 218'000 lagen. Die Zahlen folgen auf den Arbeitsmarktbericht vom April, der deutlich schlechter als erwartet ausfiel und Spekulationen schürte, dass die höheren Arbeitslosenbeiträge während der Pandemie Menschen davon abgehalten haben, eine Stelle zu suchen. Nun planen zahlreiche Bundesstaaten, diese zusätzlichen Gelder frühzeitig zu streichen. Dabei handelt es sich beispielsweise um wöchentliche Auszahlungen von USD 300 pro Person, die ursprünglich bis im September geplant waren, und nun bereits im Juni oder Juli gestoppt werden sollen.

Schwache amerikanische Industrie-Indikatoren

Das Geschäftsklima im Grossraum Philadelphia hat sich im Mai stärker als erwartet verschlechtert. Der Philly-Fed-Index, der die Industrieaktivität in der Region misst, fiel um 18.7 Punkte auf 31.5, wie die Distriktnotenbank Philadelphia am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 41.5 Zähler gerechnet. Ein Wert über null deutet auf eine Ausweitung der Aktivität im verarbeitenden Gewerbe hin, ein Wert unter null Punkten signalisiert einen Rückgang. Diese Woche ist bereits der Empire-State-Index, der die Industrieaktivität im Bundesstaat New York erfasst, stärker als erwartet gefallen. Die regionalen Indizes gelten als Frühindikatoren für die landesweite konjunkturelle Entwicklung der USA. 

Italien plant weitere Konjunkturmassnahmen

Die italienische Regierung hat ein weiteres Konjunkturpaket geschnürt, um die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern. Das teilte Aussenminister Luigi Di Maio am Donnerstag auf Facebook mit. Demnach sollen insgesamt EUR 40 Mrd. bereitgestellt werden, um Unternehmen und den Arbeitsmarkt zu unterstützen, Notfalleinkommen zu verlängern, Steuererleichterungen zu finanzieren sowie den Tourismus zu stützen. Das Paket muss noch vom Parlament abgesegnet werden. Im Januar hat die Regierung bereits Massnahmen im Umfang von EUR 32 Mrd. beschlossen, um die Konjunktur anzukurbeln. 

Exporte stützen deutsche Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft ist zum Jahresauftakt verglichen zum Vorquartal um -1.7% geschrumpft, teilte das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mit. Dass der Rückgang nicht noch deutlicher ausfiel, ist den starken Exporten zu verdanken. So haben deutsche Unternehmen im März mehr Waren exportiert als jemals zuvor in einem Monat, und zwar trotz der erschwerten Umstände, die durch Lieferengpässe etwa in der Automobilbranche verursacht wurden. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Ausfuhren fast auf dem Niveau vom Schlussquartal 2019 lagen, also bevor die Coronakrise ausgebrochen ist. Die Statistiker sind aufgrund der hohen Exporttätigkeit zudem zuversichtlich, dass der Konjunkturaufschwung anhalten dürfte. 

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) schätzt die Wirtschaftsaussichten für Deutschland optimistisch ein. Er erwartet, dass das Bruttoinlandprodukt (BIP) Anfang 2022 wieder das Vorkrisenniveau erreichen wird. Für das laufende Jahr prognostiziert der IWF ein BIP-Wachstum von +3.6%. Die Ökonomen haben allerdings betont, dass die Voraussetzung für den Aufschwung weitere Fortschritte in der Impfkampagne sind. Zudem warnten sie davor, Unterstützungsprogramme für Konjunktur und Arbeitsmarkt voreilig zurückzufahren.

 

Wirtschaftskalender 21. Mai

MEZ Land Indikator Letzte Periode
10:00 EZ Einkaufsmanagerindex (Mai) +53.8
15:45 USA Einkaufsmanagerindex (Mai) +63.5
16:00 USA Verkauf bestehender Häuser (April, M/M) -3.7%

 

Unternehmenskalender 21. Mai

Land Unternehmen Periode
CH Richemont Q4
USA Deere & Co. Q2

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

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