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LGT Navigator: Volatile Märkte und fragile Stimmungslage

14. März 2022

Das Geschehen in der Ukraine und der Konflikt zwischen dem Westen und Russland gibt an den Finanzmärkten weiterhin den Ton an. Am Freitag sorgten zunächst als positiv interpretierte Aussagen des russischen Präsidenten Putin für etwas Optimismus und in der Folge für steigende Kurse an den Börsen. Bis zum Handelsschluss war dann aber an der Wall Street die kurzfristige Zuversicht bereits wieder verflogen. Die Stimmungslage der Investoren dürfte wegen der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit und den Folgen an den Kapital- und den Rohstoffmärkten höchst angespannt bleiben. Im Zentrum steht in dieser Woche nun vor allem die antizipierte Zinswende der US-Notenbank.

Volatile Märkte und fragile Stimmungslage

Kremlchef Wladimir Putin nährte am Freitag die Hoffnung auf eine gewisse Entspannung in dem er vage von «gewissen positiven Veränderungen» bei den Gesprächen mit der Ukraine sprach. Die letzten direkten Gespräche der beiden Aussenminister hatten zuvor aber keine konkreten Ergebnisse gebracht. An Europas Börsen hatten die Aussagen zunächst noch für einen gewissen Optimismus gesorgt. An der New Yorker Börse ging der Dow Jones Industrial dann aber -0.69% tiefer als am Vortag bei 32'946.76 Punkten ins Wochenende und verbuchte auf Wochensicht einen Verlust von rund -2%. Der S&P 500 schloss am Freitag -1.31% tiefer bei 4'203.91 Punkten. Am stärksten unter Druck standen die Technologieindizes an der Nasdaq, die vor dem Wochenende etwa -2.1% abgeben mussten und in der vergangenen Woche damit knapp -4% verloren. Am Anleihenmarkt notiert die Rendite zehnjähriger US-Staatspapiere unterdessen bei knapp 2%.

An Asiens Börsen zeigte sich ein uneinheitliches Bild. Während in Tokio die Kurse nach oben tendierten – der Nikkei 225 gewann rund +1% - verbuchte der Hongkonger Hang Seng-Index vor dem Hintergrund schwacher Tech-Werte einen Einbruch um fast -4%. Belastend wirkt sich aktuell auch eine erneute Covid-19-Welle in China aus, die aufgrund der Gegenmassnahmen für eine weitere Störung der globalen Lieferketten sorgen könnte.

Im Mittelpunkt steht am Mittwochabend der antizipierte erste Zinsschritt des Fed. Mit Spannung erwartet wird auch die aktuelle Einschätzung der Notenbankspitze angesichts einer möglichen Abschwächung der Weltwirtschaft infolge des Konflikts mit Russland. Zinsentscheidung treffen in dieser Woche auch die Bank of England (Donnerstag) und die Bank of Japan (Freitag).

Amerikanische Konsumenten deutlich pessimistischer

Gemäss den neusten Umfrageergebnissen der Universität Michigan hat sich die Stimmung der Verbraucher in den USA im März spürbar eingetrübt. Auf die Stimmung drückt einerseits der starke Anstieg der Lebenshaltungskosten und andererseits der Krieg in der Ukraine. Das Konsumklimabarometer der Universität Michigan fiel von 62.8 auf 59.7 Punkte zurück und notiert damit auf dem tiefsten Wert seit Herbst 2011. Hervorzuheben ist, dass die befragten Privathaushalte nun auf Sicht von einem Jahr eine Inflationsrate von +5.4% erwarten, was den höchsten Wert seit 1981 repräsentiert.

Weitere Sanktionen gegen Russland in Vorbereitung

Die G7-Länder wollen mit weiteren Sanktionen den Druck auf den Kreml erhöhen. So soll Russland den sogenannten «Meistbegünstigungsstatus» verlieren oder die Vorteile von Russlands Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation (WTO) aufgehoben werden. Des Weiteren soll Russland von den G7-Volkswirtschaften und dem internationalen Finanzsystem weiter ausgegrenzt werden, um zu verhindern, dass Russland Finanzmittel etwa vom Internationalen Währungsfonds oder der Weltbank erhält. In einer Erklärung hiess es, die G7 seien entschlossen, Russland für den «ungerechtfertigten und grundlosen Krieg» zur Verantwortung zu ziehen. Die G7 repräsentieren die führenden westlichen Industrienationen: USA, Grossbritannien, Deutschland (mit aktuellem Vorsitz), Frankreich, Italien, Japan und Kanada. Auch die EU will weitere Sanktionen gegen Russland verhängen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellte ein viertes Paket von Sanktionen in Aussicht, dass Russland weiter vom weltweiten Wirtschaftssystem isolieren werde.

EU strebt bis 2027 Unabhängigkeit von russischer Energie an

Die Europäische Union strebt innerhalb der nächsten fünf Jahre die Unabhängigkeit von russischen Energieimporten an. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen versprach am EU-Gipfel in Versailles am Freitag, die Abhängigkeit der EU von russischem Gas, Öl und Kohle bis 2027 abzubauen. Bis Ende März will die Brüsseler Exekutive beispielsweise einen konkreten Gesetzesvorschlag für Mindestfüllstände für Gasspeicher machen, damit diese bis spätestens Oktober jedes Jahr zu 90% gefüllt werden. Die EU importiert etwa 90% des Gasverbrauchs, wovon derzeit mehr als 40% aus Russland kommen. Zudem stammen rund 27% der Ölimporte und 46% der in die EU importierten Kohle aus Russland.

  

Wirtschaftskalender 14. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
09:00 CH SECO Konjunkturprognosen
11:00 EZ Eurogruppe Treffen

 

Unternehmenskalender 15. März

Land Unternehmen Periode
DE Volkswagen Jahreszahlen
DE RWE Jahreszahlen
DE Fraport Jahreszahlen
SWE H&M Q1 Umsatz 
IT Generali Jahreszahlen

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.