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LGT Navigator: Wall Street blickt nervös auf den nächsten Zinsschritt des Fed

2. Mai 2022

An der New Yorker Börse beendeten die Indizes die letzte Woche mit deutlichen Verlusten. Einerseits sorgten enttäuschende Quartalsberichte einiger Technologiekonzerne und andererseits die bevorstehende Zinsstraffung der US-Notenbank für Zurückhaltung der Anleger. Angesichts der vielen Unsicherheitsfaktoren, wie dem Krieg in der Ukraine und dem Konflikt mit Russland sowie die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-«Lockdowns» in China, dürfte die Volatilität an den Börsen in nächster Zeit hoch bleiben. Europas Wirtschaft verzeichnete den am Freitag publizierten Wachstumsdaten zufolge einen durchzogenen Jahresstart, während der Inflationsdruck weiter zunimmt.

Wall Street blickt nervös auf den nächsten Zinsschritt des Fed

Der Dow Jones Industrial musste am Freitag einen erneuten heftigen Rückschlag hinnehmen und schloss -2.77% tiefer bei 32'977.31 Punkten. Damit verlor der Dow auf Wochensicht rund -2.5% und im Monat April rund -5%. Der S&P 500 ging zum Wochenschluss -3.63% tiefer aus dem Handel bei 4'131.93 Punkten und an der Technologiebörse Nasdaq waren die Verluste mit rund -4.5% noch stärker. Die Nasdaq-Indizes fielen damit auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr zurück. In der Monatsperformance für April verloren Indizes an der Technologiebörse damit rund -13%! Belastend wirkte u.a. auch das enttäuschende Quartalsergebnis von Amazon. Gestiegene Kosten sorgten für einen Gewinneinbruch von fast -60% und auch der Ausblick auf das laufende Quartal ist von Vorsicht geprägt.

Im Zentrum steht nun die am Mittwochabend anstehende Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) der amerikanischen Zentralbank. Gerechnet wird mit einem Zinsschritt von mindestens 25 Basispunkten, wobei die letzten Aussagen von Fed-Chef Powell und einiger seiner Kollegen auf einen kräftigeren Zinsschritt von 50 Basispunkten hindeuteten. Am Anleihenmarkt stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen wieder auf 2.92%.

In dieser Woche stehen neben dem Fed-Entscheid und weiteren wichtigen Unternehmensergebnissen mit Schwerpunkt Europa, insbesondere auch die neusten Einkaufsmanagerumfragen im Fokus.

Inflationsdruck in den USA weiter verstärkt – Fed vor weiterem Zinsschritt

Der von der US-Notenbank (Fed) bevorzugte, auf den Konsumausgaben basierende, Inflationsindex (PCE) stieg im April auf Jahressicht auf +6.6% von +6.3% im März. Bereits am Mittwoch wird sich das Fed mit einer weiteren Zinserhöhung gegen den steigenden Inflationsdruck stemmen. Die Frage ist lediglich, ob der Zinsschritt 25 oder 50 Basispunkte betragen wird.

Energiekosten treiben Inflation im Euroraum auf neuen Höchststand

In der Eurozone sind die Verbraucherpreise im April, angetrieben durch die Explosion der Energiekosten (+38%), weiter gestiegen. Auf Jahressicht erreichte die Teuerungsrate mit +7.5% ein neues Rekordhoch. Auch im Vergleich zum Vormonat stiegen die Lebenshaltungskosten kräftig um +0.6% an. Die Kernrate, ohne Berücksichtigung der Energie- und Lebensmittelpreise, kletterte von +2.9% im März auf +3.5% im April. Der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), bald mit einer ersten Zinserhöhung zu reagieren, nimmt damit kontinuierlich zu. 

Europas Wirtschaft mit durchzogenem Jahresstart

Die Euro-Wirtschaft ist im ersten Quartal wie erwartet moderat um +0.2% zum Vorquartal gewachsen. Damit verlangsamte sich das Wachstumstempo im Auftaktquartal gegenüber dem Schlussquartal 2021 als das BIP um +0.3% expandierte. Auch für das laufende zweite Quartal sind die Konjunkturperspektiven durch die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs, starke Energiepreissprünge und anhaltende Lieferkettenprobleme getrübt.

Deutschlands BIP hat in den ersten drei Monaten moderat um +0.2% gegenüber dem Vorquartal zugenommen. Damit erzielte Europas grösste Volkswirtschaft, trotz der im Q1 noch hohen Covid-19-Fällen und dank höheren Investitionen, zumindest ein Miniwachstum. Im Schlussquartal 2021 war die deutsche Wirtschaftsleistung noch um -0.3% geschrumpft. Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für 2022 bereits auf +2.2% von zuvor +3.6% gesenkt.

Die italienische Wirtschaft startete schwach in das neue Jahr und verbuchte einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts um -0.2% zum Vorquartal.

Spaniens BIP ist in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres schwächer gewachsen als erwartet. Die Wirtschaftsleistung erhöhte sich zwar im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um +0.3%, jedoch nur halb so kräftig wie von Ökonomen prognostiziert. Im Q4 2021 war die viertgrösste Wirtschaft der Eurozone noch um +2.2% gewachsen.

Russlands Zentralbank senkt Leitzins

Offensichtlich, um die Effekte der Sanktionen des Westens abzumildern, lockerte die russische Notenbank ihre Geldpolitik und senkte ihren Leitzins von 17% auf 14%. Dies, obwohl die Inflation in Russland im April fast +18% erreichte.

Wirtschaftskalender 2. Mai 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
00:00 GB Feiertag
08:00 DE Einzelhandelsumsätze (April, M/M) +0.3%
09:00 CH Seco Konsumklima (Q2) +3.0
09:15 ESP Einkaufsmanagerindex Industrie (April) 54.2
09:30 CH Einkaufsmanagerindex Industrie (April) 64.0
09:45 IT Einkaufsmanagerindex Industrie (April) 55.8
09:50 FR Einkaufsmanagerindex Industrie (April) 55.4
09:55 DE Einkaufsmanagerindex Industrie (April) 54.1
10:00 EZ Einkaufsmanagerindex Industrie (April) 55.3
11:00 EZ Wirtschaftsstimmung (April) 108.5
11:00 EZ Geschäftsklima (April) +1.67
11:00 EZ Konsumentenstimmung (April) -16.9
15:45 USA Einkaufsmanagerindex Industrie (April) 59.7
16:00 USA ISM Einkaufsmanagerindex Industrie (April) 57.1

Unternehmenskalender 2. Mai

Land Unternehmen Periode
CH Transocean Q1 
USA Expedia Q1 
USA Avis Budget Q1
USA Moody's Q1

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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