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LGT Navigator: Wochenstart mit angezogener Handbremse

7. Juni 2021

Der mit Spannung erwartete Arbeitsmarktbericht aus den USA konnte die hohen Erwartungen nur teilweise erfüllen, bekräftigte dennoch das Szenario einer sich weiter erholenden Wirtschaft. Insgesamt wurden die bestehenden Inflations- und Zinssorgen an den Kapitalmärkten dadurch nicht verstärkt. Andererseits äusserte sich US-Finanzministerin Yellen entspannt hinsichtlich der Aussicht höherer Zinsen, was an den Börsen für einen gedämpften Wochenstart sorgen könnte.  Für Aufsehen sorgte auch die Einigung der G7 auf einen Unternehmensmindeststeuersatz.

Wochenstart mit angezogener Handbremse

Die amerikanischen Aktienindizes gingen am Freitag mit leichten Gewinnen ins Wochenende. Der Dow Jones Industrial legte um +0.52% auf 34'756.39 Punkte zu und erzielte damit auf Wochensicht ein Plus von +0.66%. Der marktbreite S&P 500 beendete den Tageshandel am Freitag um +0.88% höher bei 4'229.89 Zählern. Der unter den Erwartungen gebliebene Arbeitsmarktbericht sorgte aber vor allem an der Technologiebörse Nasdaq zum Wochenschluss für kräftige Gewinne. Der Nasdaq Composite legte um +1.47% auf 13’814.49 Punkte und der Nasdaq 100 um +1.78% auf 13'770.78 Zähler zu.

Am Wochenende äusserte sich die US-Finanzministerin Janet Yellen am Rande des G7-Treffens entspannt hinsichtlich des Ausblickes auf höhere Zinsen, was an den Börsen zu Wochenbeginn evtl. für Unruhe sorgen könnte. Yellen meinte, dass US-Präsident Joe Biden das USD 4 Billionen Investitionsprogramm vorantreiben sollte, selbst wenn es den Inflationsdruck in den nächsten Jahren erhöht und höhere Zinsen zur Folge hat.

In Asien tendierten die Aktienindizes zum Wochenstart uneinheitlich. Für Unterstützung sorgten die neusten Zahlen zu Chinas Aussenhandel. Im Mai stiegen die Exporte auf Jahressicht um +27.9% und die Importe legten gar um +51.1% zu. Hintergrund ist vor allem der Basiseffekt aufgrund des Corona-bedingten Einbruchs in der Vorjahresperiode. Insgesamt hatten Ökonomen aber mit einem noch deutlicheren Anstieg der chinesischen Aus- und Einfuhren gerechnet.

Die Inflations- und Zinssorgen dürften die Börsen wohl auch in dieser Woche begleiten. Im Fokus stehen dabei die am Dienstag anstehenden Daten zu den US-Verbraucherpreisen.

Beschleunigtes Jobwachstum in den USA

Der US-Arbeitsmarkt hat seine Erholung im Mai nach einem schwachen Vormonat wieder fortgesetzt. Zwar blieb das Stellenwachstum mit +559'000 klar unter den von Analysten im Schnitt erwarteten +675'000, war damit aber deutlich stärker als im April. Besonders viele Stellen wurden im Mai in der Dienstleistungsbranche besetzt (+300'000), die von den Lockerungen der Corona-Beschränkungen profitierte. Überraschend war der starke Rückgang der Arbeitslosenrate, die im Mai auf 5.8% von 6.1% im April sank. Stärke zeigt der Arbeitsmarkt auch mit dem Anstieg der Löhne und Gehälter. Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten auf Jahresssicht um +2% zu. Trotz Erholung bleibt der Arbeitsmarkt in den USA aber nach wie vor stark vom Corona-bedingten Einbruch im Vorjahr gezeichnet. So sind aktuell immer noch rund 3.5 Mio. Menschen mehr arbeitslos als im Februar 2020.

G7 ebnen den Weg für eine global einheitliche Unternehmensmindeststeuer

Die Finanzminister der sieben führenden Industrienationen (G7) haben sich nach jahrelangen Verhandlungen auf einen weltweiten Unternehmenssteueransatz von mindestens 15% geeinigt. Auf dem Treffen in London wurde zudem beschlossen, dass Unternehmen künftig dort Steuern zahlen, wo sie ihre Umsätze erwirtschaften. Grossbritanniens Finanzminister Rishi Sunak nannte die Einigung «historisch» und meinte, dass die Reform das Steuersystem fit für das globale digitale Zeitalter mache. US-Finanzministerin Janet Yellen geht von einer positiven Wirkung der Reform auf die Weltwirtschaft aus, weil Unternehmen unter gleichen Bedingungen konkurrieren und investieren könnten.

Zentralbankspitzenvertreter betonen Risiken der Klimakrise

EZB-Präsidentin Christine Lagarde und US-Notenbankchef Jerome Powell betonten an der «Green Swan Conference» der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) die Gefahren durch den Klimawandel. Laut Powell bestehe kein Zweifel, dass der Klimawandel tiefgreifende Herausforderungen für die Weltwirtschaft und sicherlich das Finanzsystem darstellt. Gefordert seien nationale Behörden, internationalen Gruppen und der Privatsektor. EZB-Chefin Lagarde forderte sogar ein konzertiertes Eingreifen der globalen Zentralbanken. Innerhalb der EZB plädiert Lagarde für einen breiten Konsens, dass der Klimawandel bei allen Aktivitäten der Notenbank berücksichtigt werden müsse.

Wirtschaftskalender 7. Juni 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
07:45 CH Arbeitslosenrate (Mai) 3.1%
08:00 DE Auftragseingang Industrie (April, M/M) +3.0%
08:30 CH Verbraucherpreise (Mai, J/J) +0.3%
10:30 EZ Sentix Konjunkturausblick der Investoren (Juni) +21.0

 

Unternehmenskalender 7. Juni

Land Unternehmen Periode
USA Apple Entwicklerkonferenz WWDC 
USA Pharmakonferenz ASCO 

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.