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LGT Private Banking Europe House View – Januar 2022

5. Januar 2022

Durch die sinkende Liquiditätszufuhr rücken Fundamentaldaten sowie die Gewinnausweise der Unternehmen zum Jahresauftakt in den Fokus. Im Aktiensegment identifizieren wir Aufholpotenzial im Verbrauchsgütersektor und bei europäischen Versicherungen. Im Bondbereich bevorzugen wir nach wie vor weniger zinsempfindliche Segmente wie Unternehmens- und Finanzhybride.

LGT Private Banking Europe House View

2021 wird Investoren als überdurchschnittlich positives Börsenjahr in Erinnerung bleiben. Globale Aktien haben im abgelaufenen Jahr deutlich besser abgeschnitten als Obligationen, und Rohstoffe haben sich sogar noch besser geschlagen als Aktien. Innerhalb des Aktiensegments waren amerikanische Werte einmal mehr an der Spitze zu finden, gefolgt von europäischen Valoren. Schwellenländeraktien hatten nicht zuletzt wegen des steigenden US-Dollarkurses und der Regulierungstendenzen in China einen schwierigen Stand. Unserer Ansicht nach ändert sich im so eben begonnen Jahr die Ausgangslage an den Kapitalmärkten. 

Fundamentale Daten lösen Liquiditätsflut ab

Im vergangenen Jahr waren die enormen Unterstützungsmassnahmen von Seiten der Geld- und Fiskalpolitik die Haupttreiber für risikoreiche Anlagen. Das Ausmass der Liquiditätszufuhr lässt sich etwa an den Mittelzuflüssen in Aktienfonds ablesen, die 2021 grösser waren als in den zehn Jahren davor zusammen. In den kommenden Monaten wird diese Liquiditätsflut jedoch abnehmen. So werden die Zentralbanken die Geldzufuhr drosseln, wie es etwa die US-Notenbank (Fed) bereits im vierten Quartal 2021 angekündigt hat, und die Fiskalpakete der G7-Regierungen dürften deutlich schrumpfen, da die negativen Auswirkungen der Pandemie nachlassen. 

Die Inflation ist 2022 die grosse Unbekannte

Damit rücken die volkswirtschaftlichen Daten sowie die Leistungsausweise der globalen Unternehmen ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Konsequenz wird nicht nur eine höhere Volatilität am Aktienmarkt sein, sondern auch innerhalb von risikoreichen Anlagen sowie im Cross-Asset-Vergleich dürften die Schwankungen zunehmen. Wir erwarten, dass das Risikopendel in den kommenden Monaten häufig zwischen «risk-on» und «risk-off» hin und her schwingt. Das globale Wirtschaftswachstum bleibt in den kommenden Quartalen auf Erholungskurs und sollte auch 2022 über Potenzial liegen. Die grosse Unbekannte dieses Jahr ist die Inflation. Dabei stellt sich nicht nur die Frage, wann wir wieder niedrigere Inflationsraten sehen werden, sondern auch, wie die Kapitalmärkte die mittel- bis langfristige Inflationsentwicklung einschätzen. 

Relative versus absolute Werte

Auf makroökonomischer Seite werden wir im Jahresverlauf positive wie negative Überraschungen erleben, abhängig davon, ob wir uns auf die relativen Veränderungen oder auf die absoluten Werte konzentrieren. Auf absoluter Basis dürften die Gewinnausweise der Unternehmen und die volkswirtschaftlichen Daten den Kapitalmärkten weiterhin Unterstützung bieten. Unseres Erachtens sollten Investoren mit einem mittel- bis langfristigen Anlagezeithorizont diesen Blickwinkel einnehmen.

Stabsübergabe

Durch den Wechsel von einem von Liquidität getriebenen Umfeld zu einem an Fundamentaldaten orientierten Markt wird es zu höheren Schwankungen in den meisten Anlageklassen kommen. Mit der richtigen Anlagestrategie und taktischen Positionierung sollten die bevorstehenden Unwägbarkeiten in den folgenden Quartalen aber gut zu bewältigen sein. 

Aktien bleiben ein wichtiger Baustein

Bei der Vermögensallokation bleiben Aktien ein zentraler Baustein. Die Renditeerwartungen für 2022 sind deutlich geringer als im Vorjahr und liegen unter dem historischen Durchschnitt. Im Januar dürfte die Saisonalität für riskante Anlageklassen weiterhin unterstützend sein. Dennoch empfehlen wir, bei positiven Übertreibungen Gewinne zu realisieren. Im Cross-Asset-Vergleich bleiben Obligationen weiterhin untergewichtet.

Gewinnsaison als erster Gradmesser

Auf absoluter Basis befinden sich die wichtigsten Aktienindizes gemessen an der Bewertung im obersten Quartil. Die Gewinnsaison, die in der zweiten Januarhälfte startet, dürfte ein erster Gradmesser für die Finanzmärkte sein. Die Erfolgsausweise und Unternehmensausblicke werden wichtige Hinweise liefern, was im Jahresverlauf in den jeweiligen Sektoren zu erwarten ist. Derzeit sehen wir Potenzial bei Versicherungen sowie in nicht-zyklischen Konsumgütern. Auf Länderebene sind die USA und Japan unsere Favoriten, wobei wir Aufholpotenzial in kleinen und mittelgrossen amerikanischen Unternehmen identifizieren.

Attraktive Nischensegmente

Der Anlagenotstand im Bonduniversum hat sich seit dem Ausbruch der Coronakrise noch verschärft, dies gilt insbesondere für die Referenzwährungen Schweizer Franken und Euro. So dürfte der «Buy and Hold»-Ansatz auch im festverzinslichen Segment der Vergangenheit angehören und Investoren müssen sich auf Opportunitäten fokussieren. Wir glauben, dass asiatische Hochzinsanleihen – und vor allem der chinesische Markt– derzeit eine solche Anlagemöglichkeit bieten. Ebenfalls sehen wir Potenzial in nachrangigen Anleihen, hingegen bleiben wir untergewichtet in Staatsanleihen und inflationsgeschützten Obligationen.

Gold im Portfoliokontext

Auf absoluter Basis erwiesen sich Investitionen in Gold im letzten Jahr als Enttäuschung. Die Rendite betrug -3.5% in US-Dollar, nahezu null in Schweizer Franken und +3.5% in Euro. Dagegen hat der globale Aktienindex MSCI Welt fast 20% zugelegt. Das Edelmetall muss unseres Erachtens aber in einem Portfoliokontext betrachtet werden, wo Gold als Schutz in unsicheren Zeiten dient. Zudem kann es aufgrund der physischen Knappheit von den Notenbanken nicht so einfach manipuliert werden. Daher sollte Gold auch 2022 ein Eckpfeiler in jedem Privatkunden-Portfolio sein.

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Autor: Thomas Wille, Head Research & Strategy, Email: thomas.wille@lgt.com 
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: alessandro.fezzi@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 
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