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LGT Private Banking Europe House View – Oktober 2020

30. September 2020

An den US-Wahlen droht eine Patt-Situation, das dürfte in den kommenden Wochen für Nervosität an den Finanzmärkten sorgen. Mittel- bis langfristig halten wir an unserer konstruktiven Einstellung für die Finanzmärkte fest, da der duale Stimulus weiterhin wirkt und auch die Hoffnung auf einen möglichen Covid-19-Impfstoff Unterstützung bietet. Kurzfristig bleiben wir auf Stufe Vermögensallokation an der Seitenlinie und belassen die Aktienquote auf neutral. Im Cross-Asset-Vergleich favorisieren wir weiterhin Aktien gegenüber Obligationen. Der Rückschlag in Gold kann und sollte zum Aufbau von Positionen genutzt werden.

LGT Private Banking Europe House View

Der Herbst ist in der Regel nicht auf der Seite der Aktienmarkt-Bullen und es scheint, dass auch das Corona-Jahr 2020 keine Ausnahme sein wird. Der Gegenwind an den Börsen hat sich dieses Jahr mit dem erneuten Anstieg der Covid-19-Infektionen sowie den Unsicherheiten in Bezug auf die US-Präsidentschafts-wahl und der teilweisen Neubesetzung des US-Parlaments verstärkt. In einem derartigen Marktumfeld ist es sinnvoll, einen Schritt zurück zu machen und die Grosswetterlage etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Schnellere wirtschaftliche Erholung als in der Finanzkrise

In den vergangenen Wochen haben Investoren die Rezession, die durch die Pandemie ausgelöst wurde, oft mit der grossen Finanzkrise von vor zwölf Jahren verglichen. Der Konjunktureinbruch in der Corona-Krise war viel stärker als während der Finanzkrise, aber auch die Erholung ist nun klar schneller abgelaufen. Der Unterschied ist im enormen dualen Stimulus zu finden. In der Banken- und Immobilienkrise von 2008 sind nur die Notenbanken «all-in» gegangen, hingegen sind in der aktuellen Pandemie neben den Zentralbanken auch die Regierungen in den Krisenmodus getreten und haben umfangreiche Fiskalpakete beschlossen. Die Konjunkturstimulierungsmassnahmen betragen daher ein Vielfaches und sind der primäre Treiber für die Wirtschaftserholung, aber auch hauptverantwortlich für die schnelle Erholung der Kapitalmärkte, allen voran der Aktienbörsen. Auf den ersten Blick sieht diese Erholung wie ein lehrbuchmässiger «V-förmiger» Aufschwung aus, was sich auch an den Vorlaufindikatoren ablesen lässt. Unter der Oberfläche zeigt sich aber ein differenzierteres Bild, vor allem mit Blick auf den Arbeitsmarkt und die Konsumentenstimmung, die sich klar schlechter entwickeln als nach der grossen Finanzkrise. In gewissen Wirtschaftsbereichen ist eine Erholung mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu beobachten.

US-Fiskalimpuls 2.0 in Gefahr

Die Einigung der Republikaner und Demokraten auf ein Fiskalpaket 2.0 noch vor der US-Präsidentenwahl am 3. November galt bislang als Basis-Szenario. In den letzten Wochen ist dieses Szenario aber definitiv unwahrscheinlicher geworden. Es ist zwar nicht unmöglich, aber die Vorzeichen haben sich klar verschlechtert. Dies ist aus unserer Sicht auch der Grund, warum die Kapitalmärkte für den Moment abwarten. In den kommenden Wochen ist deshalb Vorsicht geboten, da die politische Situation in Washington mit den anstehenden Wahlen weiterhin für erhöhte Volatilität sorgen dürfte. Ein besonderes Augenmerk gilt in diesem Zusammenhang den Fernsehdebatten zwischen Präsident Donald Trump und seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden, die gestern Nacht erstmals die Klingen kreuzten. In den kommenden Wochen können sich die Wähler bei weiteren Fernsehduelle ihre Meinung bilden.

Mit Blick auf das Fiskalpaket stehen die folgenden drei Szenarien im Raum:

■ Erwartetes Fiskalpaket von USD 1.5 bis 2 Billionen

■ Keine Einigung vor den Wahlen

■ Ein abgespecktes Paket, das auf die Unterstützung der Konsumenten abzielt

Aus unserer Sicht ist Szenario 1 knapp fünf Wochen vor den Wahlen als unwahrscheinlich einzuordnen. Nur eine drastische Verschlechterung der Covid-19-Situation in den USA würde die beiden Parteien zu einer Einigung auf ein derartiges Paket bewegen. Szenario 2 und 3 halten wir für gleich wahrscheinlich.

Das Trump-Risiko

In genau 34 Tagen finden die Präsidentschaftswahlen statt und der Kapitalmarkt muss sich je länger desto mehr mit dem Risiko auseinandersetzen, dass es am 3. November womöglich keinen klaren Entscheid geben wird. Erst zweimal in der Geschichte der USA gab es eine vergleichbare Situation, und zwar in den Jahren 1876 und 2000. Vor zwanzig Jahren wurde der Spuk durch den Obersten Gerichtshof nach 35 Tagen beendet und die Aktienmärkte haben in dieser Zeit rund -5% verloren. Die Ausgangslage heute stellt sich hingegen noch komplexer dar und eine Patt-Situation könnte die Kapitalmärkte zumindest kurzfristig stark verunsichern.

Wir bleiben konstruktiv, aber vorerst an der Seitenlinie

Wir halten mittel- bis langfristig an unserer konstruktiven Einstellung für die Finanzmärkte fest, da der duale Stimulus weiterhin wirkt und auch die Hoffnung auf einen möglichen Covid-19-Impfstoff Unterstützung bietet. Kurzfristig bleiben wir auf Stufe Vermögensallokation an der Seitenlinie und belassen die Aktienquote auf neutral. Im Cross-Asset-Vergleich favorisieren wir weiterhin Aktien gegenüber Obligationen. Der Rückschlag in Gold kann und sollte zum Aufbau von Positionen genutzt werden. Nach der Korrektur der Aktienwerte im laufenden Monat gibt es sehr selektiv bereits jetzt einige Unternehmen, in denen unserer Ansicht nach erste Teilpositionen aufgebaut werden sollten.

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Autor: Thomas Wille, Head Research & Strategy, Email: thomas.wille@lgt.com 
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: alessandro.fezzi@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 
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