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LGT Vermögensallokation – Juni 2020

27. Mai 2020

Im gegenwärtigen Marktumfeld steht der monetäre und fiskale Stimulus im Zentrum der Aufmerksamkeit und weniger die schwachen volkswirtschaftlichen Daten. Derweil wird bei den Firmenzahlen das laufende Jahr bereits abgeschrieben und die Hoffnung liegt auf 2021. Gold sowie Liquidität bleiben zu Lasten des Obligationenbereichs übergewichtet.

Vermoegensallokation LGT Private Banking Europe

Massiver Stimulus hebt nicht nur die Marktstimmung, sondern beflügelt auch Vermögenswerte

Der massive Stimulus der Staaten und Notenbanken scheint nicht abreissen zu wollen – so haben kürzlich auch Frankreich und Deutschland einen «Recovery-Fund» von EUR 500 Mrd. propagiert. Beträge in dieser Höhe sind ein Novum auf europäischer Stufe. Ob und in welcher Form der Plan umgesetzt werden kann, steht zwar noch in den Sternen, aber klar ist, dass ein Paket in dieser Grössenordnung kommen dürfte. Auch in den USA wird an einem weiteren Stimuluspaket gearbeitet – beide Regierungsparteien wollen sich für den Vorwahlkampf in Stellung bringen. Deshalb ist es für den Moment auch wenig verwunderlich, dass die Fundamentaldaten eher in den Hintergrund rücken und selbst dringende Fragen derzeit kaum auf breites Interesse stossen. Damit bleibt offen, ob die Schulden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung überhaupt noch tragbar sind, oder wer diese enorme Rechnung in Zukunft zahlen wird. Die beispiellosen Liquiditätsspritzen haben in den letzten Wochen nicht nur die Marktstimmung verbessert, sondern auch Vermögenswerte positiv beeinflusst.


Das Private Banking Europe Investment Committee der LGT bleibt bei seiner konstruktiven Einschätzung der Märkte. Wir bevorzugen weiterhin Gold und Liquidität gegenüber Obligationen. Bei Aktien halten wir vorerst an unserer neutralen Einschätzung fest, reduzieren aber Europa auf neutral, zu Gunsten von Asia ex-Japan. Wir sind der Auffassung, dass die Region sich schneller von den Folgen der Covid-19-Pandemie erholen dürfte und die Erholung auch schon weiter fortgeschritten ist als in Europa. Bei den Sektoren favorisieren wir aus fundamentalen Überlegungen weiterhin Healthcare, zudem erwarten wir kurzfristig Gegenwind im Immobiliensektor.


Aktien: Der Markt schreibt das Jahr 2020 bereits ab – Hoffnung ruht auf einer Erholung im kommenden Jahr

Die Gewinnsaison für das erste Quartal 2020 ist gerade einmal vorbei und für die kommenden Monate ist auf absolutem Niveau kaum Besserung in Sicht. Somit ist der Fokus bereits auf 2021 gerichtet, in der Hoffnung, dass viele Unternehmen im kommenden Kalenderjahr relativ schnell und nahtlos an die Zeit vor der Covid-19-Krise anknüpfen können. Die Bewertungen befinden sich bei den meisten Kennzahlen über dem historischen Durchschnitt und liegen in der Regel im obersten Quartil über die letzten zwanzig Jahre. Für den Moment sind wir der Auffassung, dass es durchaus ein wenig voreilig ist, das Jahr 2020 bereits abzuschreiben, da es voraussichtlich weitere Risiken mit sich bringen wird. So werden diverse Unternehmen in den kommenden Quartalen immer wieder auf die Corona-Pandemie verweisen, sollte der Datenkranz für die Marktteilnehmer enttäuschend ausfallen – selbst wenn die Probleme möglicherweise anderer Natur sind. Deshalb wird das Stockpicking von Qualitätsaktien weiterhin im Zentrum stehen. Die aktuelle Positionierung vieler Investoren könnte die Aktienmärkte beflügeln: Trotz einer substanziellen Gegenbewegung nach den starken Kursabschlägen im ersten Quartal 2020 ist das Exposure in Risikopapieren wie Aktien weiterhin niedrig, zudem könnte der Anlagenotstand vieler Pensionskassen in der zweiten Jahreshälfte akut werden.

Anleihen: Unternehmensanleihen offerieren das attraktivste Risiko-Rendite-Profil

Aus Renditeüberlegungen stufen wir die meisten Staatsanleihen entwickelter Nationen als unattraktiv ein. Zu niedrig ist die Verzinsung wegen der geldpolitischen Lockerungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank (Fed). Aufgrund der Notenpankpolitik dürfte das kurze Ende der Zinskurve in den nächsten Quartalen beidseits des Atlantiks bei Null oder im negativen Bereich verankert bleiben. Selektiv bleiben Unternehmensanleihen aufgrund des attraktiven Risiko-Rendite-Profils unser Favorit im Fixed-Income-Bereich. Der hochverzinsliche Bereich offeriert zwar attraktive Spreads, im derzeitigen volkswirtschaftlichen Umfeld sind sie aber mit überproportional hohen Risiken behaftet. Auch bei Schwellenländeranleihen ist das Risiko für den Augenblick erhöht, da sie unter einem möglichen Aufflackern des Handelskriegs leiden würden und die dortigen Notenbanken im Gegensatz zur US-Notenbank und der EZB nur über limitierte Optionen verfügen. Die makroökonomischen Daten müssen sich zuerst verbessern, bevor wir neue Engagements in diese Anlageklasse tätigen würden.

Alternative Anlagen: Fundamentale Daten sprechen für Gold, aber aufgrund der Positionierung droht Gegenwind

Das gelbe Edelmetall stand schon lange vor der Corona-Krise weit oben auf unserer Kaufliste. Nicht nur als Portfoliodiversifikation und effektive Risikoabsicherung gegen einen schnellen Anstieg der Volatilität an den globalen Aktienmärkten ist das Investment ratsam, sondern es schützt auch gegen ausufernde Notenbank-Experimente. An dieser Einstellung hat sich nichts geändert, und das niedrige oder sogar negative Realzinsniveau unterstützt weiterhin unsere positive mittel- bis langfristige Positionierung. Kurzfristig sorgt aber die aktuelle Marktpositionierung – zahlreiche Marktteilnehmer sind bereits übergewichtet in Gold – für Gegenwind. Wir empfehlen deshalb auf Rückschläge zu setzten, oder über derivative Instrumente einen attraktiveren Einstieg zu wählen.

Was wir mögen Was wir nicht mögen

Aktien

US-Value-Aktien

Asia ex-Japan

Gesundheitswesen

Dividendentitel

Europäische Aktien

«Value Traps»

Anleihen

Kurzfristige US-Staatsanleihen

Investment-Grade-Anleihen

Schweizer Staatsanleihen

EU-Staatsanleihen

Lange Laufzeiten

Alternative Anlagen

Gold

 

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Autor: Thomas Wille, Head Research & Strategy, Email: thomas.wille@lgt.com 
Redaktion: Tina Haldner, E-Mail: tina.haldner@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 
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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG
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