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Eine Bank auf Zeitreise

Sie beginnt als "Nationalbank" mit internationaler Kundschaft, dann wird sie zur Bank der Fürstenfamilie: Die ersten Jahre der Bank in Liechtenstein prägen ihre heutige Identität und legen den Grundstein für ihr späteres Wachstum.

Die Geburt der LGT

Liechtenstein um 1920

Nach dem Ersten Weltkrieg hat das Fürstentum Liechtenstein hart zu kämpfen. Obwohl das Land nicht am Krieg beteiligt gewesen ist, zählt es aufgrund der seit 1852 bestehenden Zoll- und Währungsunion mit der österreichisch-ungarischen Monarchie zu den Verlierern.

Der 22. November 1920 markiert die Geburtsstunde der Bank.  Auf der Statutengenehmigung ist sogar noch der ursprüngliche Name
More information Der 22. November 1920 markiert die Geburtsstunde der Bank.
LILA SgAV 01 N 083/042 Statuten der Bank in Liechtenstein, Foto: Landesarchiv/Walter Wachter, Schaan

Aus der Nationalbank wird die BiL

Während die Pläne einer eigenen Währung bald wieder fallengelassen werden, erhält am 30. August 1920 ein Konsortium unter der Führung der Anglo-Österreichischen Bank die Konzession für die Gründung einer neuen Bank. Getauft werden soll sie zuerst auf den schwerfälligen Namen "Nationalbank des Fürstentums Liechtenstein". Doch dann einigt man sich auf eine bündigere Lösung: "Bank in Liechtenstein", kurz genannt "BiL".

Im Mai 1921 nimmt die Bank in Liechtenstein (BiL) ihre Geschäftstätigkeit auf. Die zehn Angestellten arbeiten im Regierungsgebäude.

Eine Aktie zum Nennwert von 100 CHF: 1930 wird die Fürstenfamilie Mehrheitseigentümer der BiL.
More information Eine Aktie zum Nennwert von 100 CHF: 1930 wird die Fürstenfamilie Mehrheitseigentümer der BiL.

Übernahme durch das Fürstenhaus

Die Weltwirtschaftskrise von 1929 trifft das Fürstentum hart. Die damaligen Aktionäre geraten in finanzielle Schwierigkeiten. Eine deutsche Finanz- und Industriegesellschaft interessiert sich für das schwächelnde Unternehmen. Das Land horcht auf. Wandert das als Liechtensteiner "Nationalbank" angedachte Institut etwa bald in ausländische Hände?

Vertreter der Bank und die Regierung des Fürstentums fassen nach der Weltwirtschaftskrise einen kühnen Entschluss: 1930 wenden sie sich an ihr Staatsoberhaupt, den damaligen Fürsten Franz I.

Die Gruppe bittet ihn, sich stärker am Aktienkapital zu beteiligen. Und sie werden erhört: Der Fürst erwirbt zusätzliche Aktienanteile und das Fürstenhaus von Liechtenstein wird Mehrheitseigentümer der BiL.

Eine wachsende Familie

Gestartet ist die BiL 1950 mit 19 Mitarbeitenden, 1980 sind es bereits 200. 1990 zählt die Bank 466 Mitarbeitende. Das Wachstum verdankt die Bank Akquisitionen, aber auch organisch wachsen die Standorte – vor allem in Liechtenstein, wo die gruppenweiten Backoffice-Funktionen untergebracht sind. Die kleinen Büros in Vaduz werden bald zu eng, und so eröffnet die LGT im April 1996 ihr neues Service Center in Bendern.

Aus der BiL wird die LGT

Ihren Namen verdankt die LGT auf gewisse Weise einem glücklichen Zufall: Die Bank sollte diversifiziert in der globalen Fondsverwaltung Fuss fassen. Daher kauft die Stiftung Fürst Liechtenstein 1989 für 92,5 Millionen Pfund die in London ansässige Fondsmanagementgesellschaft GT Management – benannt nach ihren Gründern Tom Griffin und Richard Thornton. Die Initialen GT lassen sich leicht auf "Global Trust" ummünzen. Bald darauf werden die beiden Organisationen zur BiL GT Group AG zusammengelegt. Christian Norgren betont, dass die Übernahme eine freundliche ist: "Beide Parteien konnten das Fundament dieser 'Ehe' mitgestalten." Den heutigen Namen erhält die Bank dann 1996: Die Gruppe erwirbt die New Yorker Asset Management Firma "Chancellor Capital Management" für 300 Millionen US Dollars, und die Gruppe wird in Liechtenstein Global Trust - kurz LGT - umbenannt.

Die GT betreut vor allem institutionelle Kunden in England, dem Fernen Osten und den USA. Die BiL hat dafür ein festes Standbein in Kontinentaleuropa, einen direkten Zugang zur Privatkundschaft und Banklizenzen in mehreren Ländern. Durch die Übernahme der GT wird so auf einen Schlag eine Bankengruppe geschaffen, die schwergewichtig im Portfolio Management und der Anlageberatung tätig ist, ihre Dienstleistungen global anbietet und sowohl private als auch institutionelle Kunden betreut. Ausserdem verhindert die Holdingstruktur eine bürokratische Aufblähung des Mutterhauses und ihrer Tochtergesellschaften im In- und Ausland. Die GT hat zu diesem Zeitpunkt rund 400 Mitarbeitende, die BiL ebenfalls rund 400 in Vaduz und 400 im Ausland. Vor dem Hintergrund rascher und grundlegender Veränderungen in der Asset-Management-Industrie wird die angelsächsisch geprägte Asset-Management-Division 1998 wieder verkauft.

Das Fürstliche Portfolio

Das Fürstenhaus beauftragt die Bank mit der Verwaltung des Verkaufserlöses aus der GT-Transaktion von rund einer Milliarde US Dollar. Konzipiert wird dieses sogenannte Fürstliche Portfolio ähnlich wie die Stiftungsfonds US-amerikanischer Eliteuniversitäten: Weltweit investiert, breit über verschiedenste Anlageklassen diversifiziert und mit einem sehr langfristigen Anlagehorizont.

Die breite Diversifizierung bedeutet auch, dass ein zu dieser Zeit ungewöhnlich hoher Anteil von rund 40 Prozent in alternative Anlagen – primär Hedge Funds und Private Equity – angelegt wird. Ziel der Strategie ist der Vermögenserhalt. Die Rendite soll derjenigen eines reinen Aktienportfolios entsprechen – allerdings bei tieferem Risiko.

Nur die besten Manager

Aus der Einsicht, dass ein einzelner Vermögensverwalter unmöglich in allen Anlageklassen zur Spitze gehören kann, fällt die LGT einen wegweisenden Entscheid: Sie will weltweit für jeden Bereich die jeweils führenden Portfoliomanager engagieren.

Etwa ein Jahr nach der Lancierung wird das Fürstliche Portfolio auch für Kunden und Mitarbeitende geöffnet. Dieses Co-Investment-Prinzip bedeutet, dass die Fürstliche Familie, die Kunden sowie die Mitarbeitenden im gleichen Boot sitzen.

Gründung und Wachstum von LGT Capital Partners

Dies ist die eigentliche Geburtsstunde der heutigen LGT Capital Partners, die bis zur Aufteilung im Jahr 2021 den Asset-Management-Arm der LGT Gruppe bildet und zunächst mit nur wenigen Mitarbeitenden aus einem kleinen Büro im Vaduzer Hauptsitz operiert. Im Jahr 2000 verlegt sie ihren Hauptsitz nach Pfäffikon am Zürichsee. Ab dann durchläuft sie eine eindrückliche internationale Wachstumsphase, zunächst mit je einer Einheit für traditionelle und für alternative Anlageklassen.

In den folgenden Jahrzehnten baut sie ihre Kompetenzen – insbesondere in alternativen Anlagen – gezielt aus und entwickelt sich zu einer der führenden Adressen in Privatmärkten, liquiden alternativen Anlagen sowie Multi-Asset-Lösungen. Im Jahr 2020 zählt LGT Capital Partners rund 450 Mitarbeitende aus mehr als 50 Ländern und ist mit 11 Büros an den wichtigen internationalen Finanzplätzen präsent.

S.D. Prinz Max von und zu Liechtenstein, Chairman LGT

"Es hat mir immer Freude gemacht, an der Weiterentwicklung des Unternehmens zu arbeiten. Daran ist nicht viel Geheimnisvolles. Ich hatte stets das Glück, mit einem sehr guten Team zusammenarbeiten zu können. Zu unserem Erfolg haben die allermeisten Mitarbeitenden beigetragen."

S.D. Prinz Max von und zu Liechtenstein, Chairman LGT