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Zürich E-Prix: «Ein grosser Schritt für die Schweiz»

May 23, 2018

Was eine Privatbank mit elektrischem Motorsport zu tun hat, erklärt Heinrich Henckel, CEO der LGT Bank Schweiz.

Heinrich Henckel, CEO der LGT Bank Schweiz, freut sich auf den Zürcher E-Prix und hat sich die Rennstrecke (am General-Guisan-Quai) schon einmal aus der Nähe angeschaut.

Herr Henckel, das erste Formel-E-Rennen in Zürich steht vor der Tür. Freuen Sie sich schon darauf?

Ja, sehr. Vor einiger Zeit durfte ich die Firma ABT in Kempten besuchen und das hat mein Interesse für die Formel E geweckt. Entsprechend gross ist meine Vorfreude auf das Rennen in Zürich. Ich bin sehr gespannt und werde es gemeinsam mit Kunden und Mitarbeitern live verfolgen. 

Es war ein langer Weg, bis feststand, dass Zürich einen E-Prix ausrichtet. Hätten Sie damit gerechnet?

Diese Veranstaltung ist definitiv ein grosser Schritt für die Schweiz, in der seit mehr als 60 Jahren kein Rundstreckenrennen mehr stattgefunden hat. Und ein guter, wie ich finde. Mit dem Rennen lenkt Zürich für ein paar Wochen den Fokus aller auf die Elektromobilität.

Glauben Sie denn an die E-Mobilität? 

Ob diese Technologie die Zukunft für die individuelle Mobilität ist, wird sich erst zeigen. Viel wichtiger ist, dass wir beginnen umzudenken. Das Zeitalter der fossilen Energiequellen neigt sich dem Ende zu. Sie mögen zwar noch für ein, zwei Generationen reichen, aber wir müssen schon heute Verantwortung übernehmen und nach Alternativen suchen. 

Und die Formel E kann dazu beitragen?

Ich denke schon. Sie bietet dem Thema Elektromobilität eine grossartige Promotions- und Entwicklungsplattform. Und sie beweist, dass die Elektroenergie als Antriebsquelle für Fahrzeuge zu hoher Leistung fähig ist. Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, dass ein E-Autorennen, bei dem die Boliden ohne Motorlärm daherkommen, so viel Aufmerksamkeit erhält? 

Sponsert die LGT deshalb ein Formel-E-Team?

Ja, wir sind davon überzeugt, dass wir mit unserem Engagement die Weiterentwicklung innovativer, nachhaltiger Technologien unterstützen können. 

Können Sie auch als Bank etwas beitragen, die Welt nachhaltiger zu machen?

Auf jeden Fall. Eine gute Rendite zu erwirtschaften und eine positive Wirkung für Umwelt und Gesellschaft zu erzielen, lässt sich vereinbaren. 

Wie funktioniert das?

Zum Beispiel bewerten wir Unternehmen, in die wir investieren oder mit denen wir zusammenarbeiten, nicht nur nach den typischen Finanzzahlen. Wir beziehen auch ihre Führungsprinzipien und ihr Verhalten gegenüber Mitarbeitern, Umwelt und Gesellschaft in unsere Analyse ein. Auch unsere Privatkunden unterstützen wir dabei, ihr Portfolio nachhaltiger auszurichten. 

Passt Private Banking und Motorsport überhaupt zusammen?

Definitiv. Wenn man im Rennsport erfolgreich sein will, braucht es Konzentration, Entschlossenheit und Engagement. Diese Werte spielen in unserer Unternehmenskultur eine wichtige Rolle. Ausserdem arbeitet das Team Audi Sport ABT Schaeffler mit dem gleichen «winning spirit», den auch wir von der LGT teilen.

 
Die LGT engagiert sich in der internationalen Motorsportserie für Elektroautos, der FIA Formel E. Sie sponsert das Team Audi Sport ABT Schaeffler mit den Fahrern Daniel Abt und Lucas di Grassi, die beim vergangenen ePrix in Berlin Platz eins und zwei belegten. 

Weiter: Aktuelles aus der Formel E

 

Zürich E-Prix: Der Renntag am 10. Juni

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08:00  Türöffnung (E-Village)

09:00  1. Freies Training

10:00  Auslosung Qualifikationsgruppen (E-Village)

11:30  2. Freies Training

14:00  Qualifying

14.45  Qualifying Super Pole

16.00  Autogramm-Session (E-Village)

18:00  Rennen

19:00  Podiumszeremonie Podium

TV-Übertragung

live ab 17.45 Uhr: EUROSPORT2, MYSPORT, SF2, TV24

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So funktioniert die Formel E

Energiebewusst

Jeder Fahrer darf 56 kWh pro Rennen nutzen. Genauso viel Energie benötigt ein Zwei-Personen-Haushalt in sechs Tagen, eine Spülmaschine für 70 Waschgänge oder ein Fernseher, wenn er 15 Tage nonstop läuft.

Schnell wie Formel 1

Die Formel E Boliden beschleunigen in 2.9 Sekunden von 0 auf 100 km/h – ähnlich wie ein Formel 1 Modell. 

Ökostrom aus Alkohol

Der Strom für die Autos wird mit umgerüsteten Diesel-Generatoren hergestellt, die mit Glycerin schadstofffrei Strom generieren. Glycerin ist ein Zuckeralkohol, der durch seine wasserbindenden Eigenschaften beispielsweise in Kosmetikartikeln als Feuchtigkeitsspender enthalten ist. 

Wechseln statt tanken

Die Batterien der Formel-E-Boliden halten noch nicht die komplette Renndistanz durch. Daher stehen jedem Fahrer zwei Autos pro Rennen zur Verfügung. Ungefähr zur Rennmitte legen die Piloten einen obligatorischen Boxenstopp ein, um das Fahrzeug zu wechseln. Der Wechsel findet in der Boxengasse in der Team-Garage statt. Reifenwechsel sind während des Pitstop nicht erlaubt.

Zur fünften Formel- E-Saison, die im Dezember 2018 startet, wird in der Formel E ein komplett erneuertes Fahrzeug eingesetzt. Die darin verbauten Einheitsbatterien werden mit einem 54-kWh-Akku ausgestattet sein und ein gesamtes Rennen überstehen. Dadurch wird der Fahrzeugwechsel ab der kommenden Saison wegfallen.

FanBoost

Zwölf Tage vor dem Rennen bis sechs Minuten nach Rennstart können Fans jeden Tag einmal für ihren Lieblingsfahrer online stimmen. Damit geben sie ihm vielleicht den rennentscheidenden "Schubs". Die drei Fahrer mit den meisten Stimmen erhalten den FanBoost.  Diesen Piloten stehen während des Rennens im zweiten Einsatzauto nach dem Boxenstop 30 kW zusätzliche Energie zur Verfügung. Die Stimmabgabe kann über Twitter und Instagram erfolgen - z.B. #FanBoost und #DanielAbt - oder über ein Voting auf der FIA-Formel-E-Website: FanBoost

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