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Sorgen vor strengerer KI-Regulierung erschüttern die globalen Aktienmärkte

Befürchtungen, dass ein von den Demokraten kontrollierter Kongress strengere Regeln für künstliche Intelligenz (KI) einführen könnte, liessen die Kurse an der Wall Street am Donnerstag deutlich fallen. Auch europäische Aktien gaben nach. Am Freitag erfasste die Verkaufswelle Asien, wobei japanische und südkoreanische Aktien besonders stark unter Druck gerieten, da Anlegerinnen und Anleger die Aussichten für KI-bezogene Ausgaben infrage stellten. Auch Bitcoin erlitt deutliche Verluste. Unabhängig davon erhöhte die Bank of England am Donnerstag die Zinsen, um dem Inflationsdruck durch Störungen der Energieversorgung entgegenzuwirken. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag, der neue Hinweise auf die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft liefern dürfte.

  • Datum
  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Negative Marktdaten
© Shutterstock

US-Aktien brechen wegen Sorgen vor KI-Regulierung ein

Der Nasdaq-100 fiel am Donnerstag um 6.4% auf 26'629.81 Punkte, da Sorgen vor einer strengeren Regulierung von KI eine Verkaufswelle bei US-Technologieaktien auslösten, die USD 2.3 Billionen an Börsenwert vernichtete und den VIX um 69.7% auf 28.18 steigen liess. Der S&P 500 verlor 4.4% auf 7353.73 Punkte und verzeichnete damit seinen grössten Tagesverlust seit April vergangenen Jahres, während der Dow Jones Industrial Average um 3.4% auf 51'523.06 Punkte nachgab. Die Wahlsiege der Demokraten, die ihnen die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses sicherten, schürten Sorgen vor Beschränkungen beim Bau von Rechenzentren, die die Nachfrage nach Chips schwächen könnten. Gleichzeitig schichteten Anlegerinnen und Anleger in Staatsanleihen um. Der Chiphersteller Nvidia verlor 9.3%, der Speicherchiphersteller Micron gab um 17.5% nach, und Anbieter von Speicherhardware büssten bis zu 22% ein. Die Renditen von US-Staatsanleihen blieben weitgehend stabil, während Bitcoin um 6.1% auf rund USD 75'700 fiel.

Wachsende KI-Sorgen belasten Asiens Börsen

Der japanische Nikkei 225 fiel am Freitag um rund 6%, und der südkoreanische KOSPI gab um 6% nach, da Sorgen über Investitionen in KI eine regionale Verkaufswelle bei Technologieaktien auslösten. Der zuvor verzeichnete Rückgang des KOSPI um 8.8% führte zu einer 20-minütigen Handelsunterbrechung. Der Nikkei lag derweil mehr als 20% unter seinem Höchststand vom Juni und befand sich damit im Bärenmarkt. Die Verluste folgten auf den stärksten Tagesrückgang an der Wall Street seit über einem Jahr am Donnerstag, als der S&P 500 um 4.4%, der Nasdaq Composite um 5.5% und der Philadelphia Semiconductor Index um 12.3% gefallen waren. Schwache Ergebnisse von Halbleiterunternehmen, hohe Bewertungen und Unsicherheit über die Renditen von KI-Ausgaben belasteten die Stimmung. Hinzu kamen Sorgen, dass die Zugewinne der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen zu einer strengeren Prüfung von Rechenzentrumsprojekten führen könnten.

Europäische Aktien fallen im Zuge der Verkaufswelle bei Technologiewerten

Europäische Aktien gaben am Donnerstag ihre zwischenzeitlichen Gewinne ab, wobei der Euro Stoxx 50 mit einem Minus von 0.3% bei 6247.85 Punkten schloss. Die starke Verkaufswelle bei US-Technologieaktien griff auf Europa über, da Anlegerinnen und Anleger nach dem Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen eine strengere Regulierung von KI befürchteten. Dies verstärkte die Unsicherheit über die Renditen von KI-Investitionen. Europäische Technologieaktien verloren 3.2%, wobei der Chiphersteller STMicroelectronics um 9.3% und der Halbleiterausrüster ASML um 6.6% nachgaben.

Bank of England erhöht Leitzins auf 4%

Die Bank of England erhöhte ihren Leitzins am Donnerstag um 0.25 Prozentpunkte auf 4% und entsprach damit den Markterwartungen. Es war ihre erste Zinserhöhung seit 2023. Acht Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses unterstützten den Schritt, während ein Mitglied eine stärkere Erhöhung befürwortete, da der Iran-Konflikt und Störungen der Energieversorgung die britische Inflation im September auf 3.5% getrieben hatten. Die Zentralbank prognostizierte für Mitte 2027 eine Inflation von rund 5% und hob ihre Prognosen für das britische Wirtschaftswachstum auf 1.6% im laufenden und 1.3% im kommenden Jahr an, nachdem sie zuvor für beide Jahre 1.1% erwartet hatte. Notenbankchef Andrew Bailey deutete an, dass weitere Zinserhöhungen erforderlich sein könnten, falls der Konflikt anhält. Er betonte jedoch, dass ein längerer Straffungszyklus nicht vorgezeichnet sei.

Schweizer Arbeitslosenquote bleibt stabil bei 3%

Die Arbeitslosenquote in der Schweiz blieb im Oktober gegenüber September unverändert bei 3%, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Daten des Staatssekretariats für Wirtschaft hervorgeht. Die Zahl der als arbeitslos registrierten Personen stieg auf 141'015 und lag damit um 0.4% über dem Vormonat und um 4.3% über dem Wert vom Oktober vergangenen Jahres. Saisonbereinigt ging die Zahl der arbeitslosen Personen jedoch um 0.9% auf 145'949 zurück, während die entsprechende Quote bei 3.1% verharrte. Die Zahl der bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren gemeldeten offenen Stellen sank gegenüber September um 8.5% auf 40'462, lag aber weiterhin um 15.6% über dem Vorjahresniveau. Der Swiss Market Index schloss am Donnerstag um 0.4% tiefer bei 14'967.73 Punkten.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG