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Australische Aktien legen trotz weiterer Zinserhöhung zu

Die Börse in Sydney verbuchte leichte Gewinne, obwohl Australiens Zentralbank ihre Geldpolitik erneut straffte, um die anhaltend hohe Inflation einzudämmen. In den übrigen Märkten in der Region Asien/Pazifik gaben die Aktienindizes mehrheitlich nach, da Apples enttäuschender Ausblick die Sorgen über die Rentabilität von Technologieinvestitionen verstärkte. Die Wall Street schloss am Montag uneinheitlich, wobei Technologieaktien unter Druck standen, während die meisten wichtigen europäischen Indizes zulegten. Die US-Zwischenwahlen stehen nun im Fokus der Anlegerinnen und Anleger, während die amerikanischen Wählerinnen und Wähler am Dienstag an die Urnen gehen. Die Mehrheitsverhältnisse im Kongress stehen auf dem Spiel, mit Auswirkungen auf die Möglichkeiten von US-Präsident Donald Trump, seine Steuer- und Ausgabenagenda voranzutreiben.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Reserve Bank of Australia
© Shutterstock

Australien erhöht Leitzins auf höchsten Stand seit 18 Jahren

Die australische Zentralbank erhöhte ihren Leitzins am Dienstag um 25 Basispunkte auf 4.85%, den höchsten Stand seit 2008. Die erwartete fünfte Zinserhöhung in diesem Jahr wurde mit sechs zu drei Stimmen beschlossen. Die jährliche Verbraucherpreisinflation beschleunigte sich im September auf 4.3%, nach 4% im August. Dazu trugen höhere Treibstoff- und Rohstoffkosten sowie der durch Investitionen in künstliche Intelligenz verursachte Preisdruck bei Technologiegütern bei. Die Zentralbank erwartet nun, dass die Inflation erst Ende 2027 in ihren Zielbereich von 2-3% zurückkehrt, drei Quartale später als zuvor prognostiziert. Die geldpolitische Straffung erfolgt trotz einer nachlassenden Konjunkturdynamik: Das BIP-Wachstum gegenüber dem Vorjahr verlangsamte sich im zweiten Quartal auf 2.1%, nach 2.5% im ersten Quartal. Australiens S&P/ASX 200 legte am Dienstag um 0.3% zu.

China erhöht Mindestreservesatz für Fremdwährungseinlagen

Die chinesische Zentralbank kündigte am Dienstag an, den Mindestreservesatz der Banken für Fremdwährungseinlagen mit Wirkung zum 15. November von 4% auf 6% zu erhöhen. Nach Angaben der Notenbank soll die Erhöhung das Management der Fremdwährungsliquidität verbessern. Die Banken müssen dadurch mehr Fremdwährungen bei ihr hinterlegen, wodurch die Verfügbarkeit von US-Dollar im Inland sinkt. Die Entscheidung folgt auf den Anstieg des Yuan auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren im Oktober, der Sorgen über den Druck auf Chinas Exporte auslöste. Der US-Dollar legte nach der Ankündigung gegenüber dem Yuan um 0.3% auf 6.6706 zu. Der CSI 300 auf dem chinesischen Festland sank am Dienstag um 0.2%, während Hongkongs Hang Seng Index um 0.2% zulegte.

Asiatische Börsen geben wegen Sorgen um den Technologiesektor nach

Die meisten asiatischen Aktienmärkte verzeichneten am Dienstag Verluste, angeführt von einem Rückgang des südkoreanischen KOSPI um knapp 4%, da Apples Ausblick und die Unsicherheit vor den US-Zwischenwahlen die Stimmung belasteten. Der iPhone-Hersteller stellte wegen steigender Kosten für Speicherchips schwächere Margen für das wichtige Weihnachtsquartal sowie ein Umsatzwachstum im Dienstleistungsgeschäft unter den Erwartungen der Analystinnen und Analysten in Aussicht. Dies verstärkte die Sorgen hinsichtlich der Renditen von Technologieinvestitionen. Der MSCI AC Asia Pacific Index fiel am Dienstag um 1.2%, während Indiens Nifty 50 dem Trend trotzte und um 1% zulegte. Die japanischen Märkte blieben wegen eines Feiertags geschlossen.

US-Technologieaktien setzen Verluste fort

Der Nasdaq 100 fiel am Montag um 1.4% auf 27'989.82 Punkte und verzeichnete damit den dritten Verlusttag in Folge vor der Veröffentlichung von Apples Quartalszahlen und den US-Zwischenwahlen am Dienstag. Der S&P 500 sank um 0.5% auf 7541.40 Punkte, während der Dow Jones Industrial Average um 0.4% auf 51'983.98 Punkte zulegte. Sorgen über die umfangreichen Investitionen in künstliche Intelligenz belasteten Technologieaktien, während fallende Ölpreise nicht genügend Unterstützung für eine nachhaltige Erholung boten. Der Chiphersteller Marvell Technology verlor 12.7%, nachdem er die vollständig mit eigenen Aktien finanzierte Übernahme des Laserspezialisten Lumentum für USD 115 Milliarden einschliesslich Schulden bestätigt hatte. Der Softwarekonzern Oracle büsste 8.8% ein, nachdem er Pläne zur Ausgabe neuer Aktien im Umfang von rund USD 10 Milliarden bekannt gegeben hatte. Die Renditen von US-Staatsanleihen erholten sich nach einem jüngsten Rückgang leicht, wobei die Rendite zweijähriger Titel bei 4.6% und jene zehnjähriger Titel bei 4.9% lag.

Industriewachstum in der Eurozone verlangsamt sich bei steigenden Kosten

Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone sank im Oktober leicht auf 52.7 Punkte, nach 52.9 im September. Die am Montag veröffentlichten Daten signalisierten damit den neunten Wachstumsmonat in Folge. Der Produktionsindex fiel von 53.6 auf 52.8, da sich das Wachstum der Auftragseingänge abschwächte, obwohl die Exporte den stärksten Anstieg seit mehr als vier Jahren verzeichneten. Die Aktivität im verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich in sechs der acht untersuchten Länder, während Frankreich und Italien wieder in den Schrumpfungsbereich rutschten und die Beschäftigung in der Region den dritten Monat in Folge zunahm. Längere Lieferzeiten und höhere Energiepreise trieben die Teuerung der Vorleistungskosten auf den höchsten Stand seit fünf Monaten. Nach Einschätzung von S&P Global erhöhte dies den Druck auf die Europäische Zentralbank, die Zinsen weiter anzuheben. Zum Handelsschluss am Montag legte der Euro Stoxx 50 um 0.8% zu, der deutsche DAX gewann 0.6% und der französische CAC 40 stieg um 1%, während der Swiss Market Index um 0.1% nachgab.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG