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September 2026 - das Wichtigste in Kürze

Das Anlageumfeld ist nach wie vor günstiger, als die Schlagzeilen vermuten lassen. Das Wirtschaftswachstum hat sich auf beiden Seiten des Atlantiks als widerstandsfähig erwiesen, die Inflation hat sich gegenüber ihren früheren Höchstständen abgeschwächt, und die Erholung in Europa breitet sich zunehmend aus. Gleichzeitig sehen sich die Anlegerinnen und Anleger mit einer unangenehmen Kombination aus geopolitischen Spannungen, Energiepreisrisiken, restriktiver Geldpolitik und steigendem Kreditbedarf des öffentlichen Sektors konfrontiert. Dies ist kein Umfeld, in dem man sich auf seinen Lorbeeren ausruhen sollte - aber es ist auch keines, das dazu auffordert, sich vollständig von Risikoanlagen zurückzuziehen.

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  • Autor Patrick Huber, Investment Solutions Europe, LGT Private Banking
  • Lesezeit 7 Minuten

Moderne Architektur und Gebäude im Finanzzentrum
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Wir behalten daher unsere moderat risikofreudige Haltung bei. Aktien bleiben im Rahmen der strategischen Allokation unsere bevorzugte Anlageklasse, während wir bei festverzinslichen Wertpapieren weiterhin vorsichtig sind. Alternative Anlagen und Barmittel werden mit einer "Neutralen" Gewichtung gehalten. Während die US-Wirtschaft sich weiterhin bemerkenswert widerstandsfähig zeigt - gestützt durch Konsumausgaben und die mit der raschen Verbreitung künstlicher Intelligenz verbundenen Investitionen - fiel das Wachstum in Europa im zweiten Quartal stärker als erwartet aus, gestützt durch die Exporte, eine Erholung der Industrie und fiskalpolitische Impulse. Die hohe Kern- und Dienstleistungsinflation begrenzt aber den Spielraum der Europäischen Zentralbank. Vor diesem Hintergrund bevorzugen wir weiterhin US-Aktien gegenüber Aktien aus der Eurozone.

Bei Anleihen wägen wir eine taktische Chance in der USD-Duration gegen anhaltenden strukturellen Gegenwind ab. Die Kreditspreads bleiben im historischen Vergleich eng, während anhaltende Haushaltsdefizite, ein hohes staatliches Emissionsvolumen und KI- bezogene Investitionsausgaben die Kapitalnachfrage erhöhen. Diese Faktoren dürften mittelfristig den Aufwärtsdruck auf die Renditen länger laufender Staatsanleihen aufrechterhalten. Nach dem jüngsten Renditeanstieg sehen wir jedoch kurzfristig Spielraum für einen Rückgang, wodurch die USD-Duration taktisch attraktiv wird.

In den kommenden Monaten ist mit Phasen erhöhter Volatilität zu rechnen. Das widerstandsfähige Wachstum, die steigenden Unternehmensgewinne und die anhaltende Innovationskraft rechtfertigen dennoch einen verhaltenen Optimismus. Die angemessene Reaktion besteht nicht darin, jeder Marktbewegung hinterherzulaufen, sondern investiert, diversifiziert und selektiv zu bleiben - um Chancen zu nutzen und zugleich den Risiken Rechnung zu tragen, die das Anlageumfeld zunehmend prägen.

Makroökonomisches Umfeld

Die Eurozone überraschte im ersten Halbjahr 2026 positiv: BIP, Einkaufsmanagerindizes (PMIs) und Exportdynamik trotzten den bisherigen Befürchtungen und übertrafen die Erwartungen deutlich. Die Wachstumskomposition bleibt jedoch fragil: schwache Binnennachfrage, strukturelle Schwäche des chinesischen Exportpartners und asymmetrische Energiepreisrisiken mahnen zur Vorsicht. Eine nachhaltige Kerninflation lässt der EZB keinen Lockerungsspielraum, sondern nötigt sie vielmehr zu einer weiteren Zinserhöhung.

Anlagestrategie

Wir halten an einer moderat risikoorientierten Positionierung fest: Aktien bleiben gegenüber ihren strategischen Gewichtungen "Übergewichtet", Anleihen "Untergewichtet" sowie alternative Anlagen und Liquidität "Neutral". Innerhalb des Aktiensegments bleiben US-Aktien "Übergewichtet" und Aktien der Eurozone "Untergewichtet", da die Region geopolitischen Risiken stark ausgesetzt bleibt, während die hohen Energiepreise einen zusätzlichen Gegenwind darstellen. Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating bleiben aufgrund des Angebotsdrucks und des weiteren Normalisierungspotenzials bei den Spreads "Untergewichtet", während Gold "Neutral" bleibt. Wir heben die bestehende US-Dollar-Währungsabsicherung für das US-Aktienengagement auf, da der "Carry"-Vorteil der US-Währung das Potenzial für eine nachhaltige Aufwertung des Euro begrenzt.

Aktienstrategie

Nach einer Konsolidierungsphase im Juni und Juli setzten die Aktienmärkte ihren Aufwärtstrend im August fort. Haupttreiber waren starke Quartalsergebnisse, insbesondere von Hyperscalern, die ein beschleunigtes Umsatzwachstum meldeten. Dadurch haben sich die Sorgen über eine kurzfristige Verlangsamung der KI-Investitionen verringert. Trotz geopolitischer Risiken hat sich auch die wirtschaftliche Dynamik verbessert, und die Erholung weitet sich über den KI-Sektor hinaus aus. Vor diesem positiven Hintergrund stufen wir den Industriegütersektor auf "Attraktiv" hoch, da er sowohl von der zyklischen Erholung als auch von anhaltenden Investitionen in KI-Infrastruktur profitieren dürfte. Die Bewertungen sind zwar vergleichsweise hoch, dies wird jedoch durch die sich verbessernde Gewinndynamik mehr als ausgeglichen. Regional bestätigen wir unsere Einschätzung "Attraktiv" für US-Aktien, gestützt durch ein solides makroökonomisches Umfeld. Zwar verbessert sich der Ausblick für das Gewinnwachstum im Euroraum, jedoch ist dies bereits in den aktuellen Bewertungen berücksichtigt ist. Daher behalten wir unsere Einschätzung "Unattraktiv" für Aktien aus der Eurozone bei.

Anleihenstrategie

Steigende langfristige US-Renditen spiegeln die wachsenden Sorgen über hohe Defizite, die zunehmende Zinslast und den Refinanzierungsbedarf der USA wider. Die höhere Laufzeitprämie belastet insbesondere das lange Ende der Treasury-Kurve, obwohl einzelne Konjunktur- und Inflationsdaten eigentlich für sinkende Renditen gesprochen hätten. Das US-Finanzministerium reagiert mit ausgeweiteten Rückkäufen lang laufender Anleihen. Diese Massnahme kann den technischen Druck kurzfristig mildern und signalisiert Handlungsbereitschaft, löst aber weder die strukturellen Fiskalprobleme noch das Risiko steigender Laufzeitprämien. Eine stärkere Finanzierung über kurzlaufende "Bills" würde zugleich die Abhängigkeit von kurzfristigen Zinsen erhöhen. Inflation, Arbeitsmarkt, Konjunktur und die Kommunikation von Fed-Chef Warsh werden entscheidend sein. Trotz der strukturellen Risiken bleiben wir taktisch positiv für USD-Duration und bevorzugen Laufzeiten von sieben bis zehn Jahren: Das erhöhte Renditeniveau bietet attraktive nominale und reale Erträge, ohne das überproportionale Risiko des ultralangen Endes einzugehen.

Währungsstrategie

Der Ausblick bleibt ausgewogen. Solides US-Wachstum und attraktiver "Carry" stützen den US-Dollar, während erwartete EZB-Straffungen, eine spätere Fed-Lockerung und Treasury-Interventionen den US-Zinsvorteil schrittweise verringern, sodass EUR/USD weitgehend ausgeglichen bleibt. Der Yen steht trotz Interventionen nahe USD/JPY 160 wegen ungünstiger Zinsdifferenzen, hoher US-Renditen und fiskalischer Bedenken weiter unter Druck. Wir behalten daher für die wichtigsten Währungspaare eine neutrale Haltung bei und lassen unsere Prognosen unverändert. Auf Sicht von sechs und zwölf Monaten erwarten wir EUR/USD bei 1.15, USD/CHF bei 0.78 bzw. 0.77, GBP/USD zu beiden Zeitpunkten bei 1.33 sowie USD/JPY bei 161 bzw. 160.

Edelmetalle

Gold konnte seine jüngsten Gewinne halten, da eine gedämpfte US-Inflation und schwache Arbeitsmarktdaten die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen durch die Fed verringerten. Dies belastete den US-Dollar und verringerte den Druck auf Gold. Eine starke Nachfrage der Notenbanken sorgte für zusätzliche Unterstützung. Der strukturelle Ausblick für Gold wird weiterhin durch geopolitische Fragmentierung, veränderte Handelsmuster, die Diversifizierung von Währungsreserven und Unsicherheit über die US-Politik gestützt. Zudem verbessert sich die Dynamik des Metalls. Wir halten an unseren Zielen von USD 4700 und USD 5000 für sechs bzw. zwölf Monate sowie an unserer Einschätzung "Attraktiv" für Gold gegenüber dem US-Dollar fest.