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Energie- und Chipaktien treiben Risiko-Rally

Die globalen Aktienmärkte sind positiv in die Woche gestartet: Die US-Börsen legten am Montag zu und der Dow Jones Industrial Average schloss auf einem neuen Rekordhoch, da Anlegerinnen und Anleger in der Hoffnung auf zusätzliche Geschäfte im Zusammenhang mit Venezuela in Energiewerte einstiegen. Die freundliche Stimmung setzte sich am Dienstag in Asien fort, wo japanische und andere regionale Indizes von anhaltenden Kursgewinnen bei Technologie- und Chipaktien mit Bezug zur Nachfrage nach künstlicher Intelligenz profitieren konnten. Die Risikobereitschaft nahm zu, obwohl sich die Anzeichen für eine Schwäche der US-amerikanischen und schweizerischen Industrie verdichteten: Die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für die Industrie lagen im Dezember weiterhin im Kontraktionsbereich, während die Aktivität im Schweizer Dienstleistungssektor deutlich anzog. Am Rohstoffmarkt setzte Kupfer seine kräftige Rally auf ein neues Rekordhoch von über USD 13'000 je Tonne fort, gestützt durch eine robuste US-Nachfrage, Angebotsstörungen sowie eine breite Stärke bei Edel- und Industriemetallen.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Öl
© Shutterstock

Die US-Aktienmärkte legten am Montag zu: Der Dow Jones Industrial Average schloss 1.2% fester auf einem Rekordstand von 48'977.18 Punkten und rückte damit der Marke von 50'000 Punkten näher, da Anlegerinnen und Anleger in der Hoffnung auf zunehmende Geschäfte in und mit Venezuela in Energieaktien umschichteten. Aktien von Öl- und Gasunternehmen zählten zu den grössten Profiteuren: Chevron legte um etwas mehr als 5% zu und ist derzeit der einzige grosse US-Produzent, der in Venezuela aktiv ist, während Wettbewerber wie ConocoPhillips, Exxon Mobil sowie Öldienstleister wie Baker Hughes, Halliburton und SLB ebenfalls deutliche Gewinne verzeichneten. Der US-Militärschlag gegen Ziele in Venezuela und die Festnahme von Präsident Nicolas Maduro, der vor einem New Yorker Gericht auf nicht schuldig plädierte, belasteten die Märkte kaum, obwohl Russland und China Kritik übten. Der Nasdaq 100 stieg um 0.8% auf 25'401.32 Punkte und der S&P 500 legte um 0.6% auf 6'902.05 Punkte zu, insbesondere unterstützt durch die anhaltende Stärke von Halbleiter- und Chipequipment-Unternehmen wie Applied Materials, Lam Research, ON Semiconductor und KLA, während auch Rüstungswerte wie Aerovironment, Lockheed Martin und Northrop Grumman zulegen konnten.

US-Industrie-PMI fällt im Dezember

Die Märkte ignorierten am Montag grösstenteils schwache Konjunkturdaten: Die US-Industrieaktivität ging im Dezember weiter zurück, der ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe fiel laut den am Montag veröffentlichten Daten auf 47.9 nach 48.2 im November. Der Gesamtindex markierte damit seinen tiefsten Stand des Jahres und spiegelte eine beschleunigte Kontraktion im Sektor wider, auch wenn die US-Gesamtwirtschaft den 68. Monat in Folge wuchs. Nachfrageindikatoren wie neue Aufträge (47.7), Auftragsbestände (45.8) und neue Exportaufträge (46.8) blieben zwar im Kontraktionsbereich, verbesserten sich jedoch leicht, während die Produktion (51) weiter zunahm und die Beschäftigung (44.9) langsamer schrumpfte.

Asiatische Aktienmärkte von Chipherstellern gestützt

Die asiatischen Aktienmärkte setzten ihre Kursgewinne am Dienstag fort: Der japanische TOPIX-Index stieg um 1.5% auf ein Rekordhoch und der Nikkei 225, der ebenfalls nahe an seinen Allzeithochs notierte, legte um 1.3% zu, gestützt durch breit angelegte Käufe in Technologie-, Industrie- und Exportwerten. Chipwerte führten den Anstieg in der gesamten Region an, da Anlegerinnen und Anleger weiterhin eine starke Nachfrage nach künstlicher Intelligenz aus Rechenzentren und dem Bereich Advanced Computing einpreisten. Japanische Unternehmen wie Renesas Electronics und Rohm verzeichneten Kursgewinne, und Hongkongs Hang Seng-Index stieg um 1.7%. Auch die Leitindizes auf dem chinesischen Festland legten zu, der CSI 300 gewann 1.5%. Südkoreas KOSPI stieg um 1.5%. Australiens S&P/ASX 200 notierte dagegen 0.5% tiefer und blieb damit hinter der regionalen Rally zurück.

Schweizer Industrie-PMI schwächer, Dienstleistungen erholen sich

Der Einkaufsmanagerindex für die Schweizer Industrie fiel im Dezember gegenüber dem Vormonat um 3.9 Punkte auf 45.8, wie am Montag veröffentlichte Daten zeigten. Damit lag er deutlich unter den Erwartungen der Ökonominnen und Ökonomen und klar unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der Index befindet sich nun seit drei Jahren im Kontraktionsbereich, wobei kurzzeitige Verbesserungen im August 2024, Februar 2025 und November 2025 nicht ausreichten, um ihn zurück in den Expansionsbereich zu bringen. Im Gegensatz dazu hellte sich die Stimmung im Schweizer Dienstleistungssektor zum Jahresende spürbar auf: Der entsprechende PMI stieg um 6.9 Punkte auf 52.1 und kehrte damit über die Wachstumsschwelle zurück. Die Erholung im Dienstleistungssektor wurde insbesondere von einer verbesserten Auftragslage getragen und übertraf die Prognosen der Ökonominnen und Ökonomen deutlich. Auch die Schweizer Detailhandelsumsätze sendeten im November ein freundlicheres Signal: Saison- und kalenderbereinigt stiegen die Umsätze nominal um 1.3% und real um 2.3% gegenüber dem Vorjahr, nach einem Plus von 2.2% im Oktober. Die Schweizer Aktienmärkte konnten sich am Montag jedoch nicht dem freundlichen Trend in Europa anschliessen: Der Swiss Market Index gab um 0.2% nach. Der Euro Stoxx 50 legte um 1.3% zu, der deutsche DAX stieg um 1.3% und der französische CAC 40 erhöhte sich um 0.2%.

Kupfer erreicht neues Rekordhoch dank US-Nachfrage

Die Kupferpreise stiegen am Dienstag auf ein neues Rekordhoch von über USD 13'000 je Tonne, nach einem Plus von mehr als 4% am Montag. Seit Mitte November hat das Metall mehr als 20% zugelegt, angetrieben vor allem von einer erneuten Welle von Lieferungen in die USA. Befürchtungen hinsichtlich möglicher Importzölle unter US-Präsident Donald Trump haben die Inlandspreise dort auf einem anhaltenden Aufschlag gehalten, was zu Lageraufbau führte und Sorgen über Engpässe in anderen Regionen schürte. Spekulative Zuflüsse nahmen vor dem Hintergrund von Angebotsstörungen zu, darunter ein Streik in der chilenischen Mantoverde-Mine, frühere Unfälle in wichtigen Bergwerken in Indonesien und der Demokratischen Republik Kongo sowie jahrelange Unterinvestitionen in neue Kapazitäten. Die Rally in Kupfer wurde zudem von Rekordständen bei Gold, Silber und Platin sowie Mehrjahreshöchstständen bei Aluminium und Zinn unterstützt, da Anlegerinnen und Anleger sich auf kritische Metalle konzentrieren, die für Rechenzentren, Elektrofahrzeuge und die breitere Energiewende benötigt werden - vor dem Hintergrund von Zollunsicherheiten und Lageraufbau.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG