LGT Navigator

Öl steigt wegen Spannungen zwischen den USA und Iran

Die Ölpreise bauten ihre Gewinne am Donnerstag aus, nachdem eine neue US-Militäraktion gegen Iran die Sorgen über Energielieferungen durch den Nahen Osten verstärkt hatte und die Risikobereitschaft an den wichtigsten Aktienmärkten belastete. US-Aktien tendierten am Mittwoch uneinheitlich, europäische Aktien gaben deutlich nach, und die asiatischen Märkte fielen am Donnerstag mehrheitlich, obwohl Japan und Festlandchina besser abschnitten.

  • Datum
  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Die Ölpreise bauten ihre Gewinne aus, nachdem eine neue US-Militäraktion gegen Iran am Donnerstag die Sorgen über Energielieferungen durch den Nahen Osten verstärkt hatte. Brent-Rohöl-Futures stiegen um 0.5% auf USD 78.37 pro Barrel, während Futures auf West Texas Intermediate (WTI) um 0.4% auf USD 73.81 pro Barrel zulegten. Beide Referenzsorten waren bereits am Mittwoch gestiegen, nachdem das US Central Command mitgeteilt hatte, dass als Reaktion auf iranische Angriffe auf Handelsschiffe nahe der Strasse von Hormus neue Angriffe durchgeführt worden seien. US-Präsident Donald Trump sagte zudem, Verhandlungen mit Iran hätten für ihn keine Priorität mehr, und erklärte die Waffenruhe für beendet. Dies verstärkte die Befürchtung, dass Störungen rund um eine der wichtigsten Energietransportrouten der Welt die kurzfristigen Preise und Frachtkosten in die Höhe treiben könnten. Gold gab zur Wochenmitte um 0.1% auf rund USD 4070 je Unze nach, während der US-Dollar-Index um 0.1% auf 100.93 sank. Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen, wobei die 2-jährige Rendite bei 4.2% und die 10-jährige Rendite bei 4.6% lag.

US-Aktien uneinheitlich wegen Spannungen im Nahen Osten

Die US-Aktienmärkte schlossen am Mittwoch uneinheitlich, da die erneute Unsicherheit im Nahen Osten die Stimmung belastete. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 1.1% auf 52'348.39 Punkte, und der S&P 500 gab um 0.3% auf 7482.71 Punkte nach. Der technologielastige Nasdaq 100 stieg um 0.3% auf 29'252.56 Punkte. Der Chiphersteller Broadcom gewann fast 5%, nachdem er eine Vereinbarung im Wert von mehr als USD 30 Mrd. mit Apple abgeschlossen hatte.

Asiatische Aktien fallen bei steigenden Ölpreisen

Die meisten asiatischen Aktienmärkte gaben am Donnerstag nach, da erneute US-Angriffe auf Iran und höhere Ölpreise die Risikobereitschaft verringerten, während die Enttäuschung über die Ergebnisse von Samsung Electronics die südkoreanischen Aktien weiter belastete. Koreas Kospi fiel um 0.7% und weitete damit seine Verluste aus, nachdem er in dieser Woche in einen Bärenmarkt eingetreten war. Samsung gab um 2.5% nach, nachdem die Aktie in der vorangegangenen Sitzung um fast 7% gefallen war, während SK Hynix dank starker Nachfrage nach seiner geplanten US-Börsenkotierung über USD 28 Mrd. um 3.5% zulegte. Japan entwickelte sich besser, da der Nikkei 225 um rund 1.4% stieg, unterstützt durch erneute Käufe bei Chipzulieferern wie Murata und TDK.

Chinas Inflationsbild uneinheitlich

Chinas Verbraucherpreisinflation verlangsamte sich im Juni laut am Donnerstag veröffentlichten Daten von 1.2% im Mai auf 1% gegenüber dem Vorjahr und lag damit leicht unter den Markterwartungen, da erhöhte Energiekosten die Binnennachfrage belasteten. Die Kerninflation, die Nahrungsmittel und Energie ausschliesst, ging ebenfalls von 1.1% auf 1% zurück, während die Nahrungsmittelpreise nach einem Rückgang um 1.7% im Mai um 1.6% fielen. Die Erzeugerpreise stiegen gegenüber dem Vorjahr um 4.1% und damit so stark wie seit Juli 2022 nicht mehr, nach 3.9% im Mai. Gegenüber dem Vormonat gingen sie jedoch um 0.3% zurück. Die Erholung der Fabrikabgabepreise, die im Juni 2025 um 3.6% gefallen waren, wurde durch höhere Rohstoffkosten im Zusammenhang mit Angebotsrisiken im Nahen Osten und eine stärkere Nachfrage nach KI-bezogener Technologie angetrieben. Der schwache Konsum hat jedoch die Fähigkeit der Unternehmen begrenzt, Kostensteigerungen weiterzugeben. Der Hang Seng Index in Hongkong fiel am Donnerstag um 1% auf 23'950.00 Punkte, während der CSI 300 in Festlandchina um 0.8% auf 4791.58 Punkte stieg.

Europäische Aktien rutschen wegen Nahostkonflikt ab

Europäische Aktien fielen am Mittwoch deutlich, da die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten die jüngste Rally beendete. Der Euro Stoxx 50 gab um 1.8% auf 6206.86 Punkte nach und erreichte damit den tiefsten Stand seit Mitte Juni sowie ein Niveau, das fast 4% unter dem Rekord vom Montag lag. Der Schweizer SMI verlor 1.3% auf 14'174.35 Punkte.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von PepsiCo und Progressive.

Konjunkturdaten im Fokus: Handelsbilanz Deutschland (08:00), Sitzungsprotokoll der Europäischen Zentralbank zur Geldpolitik (13:30), wöchentliche Erstanträge Arbeitslosenhilfe USA (14:30), Verkauf bestehender Wohnimmobilien USA (16:00).

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie Insights und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG