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Ölrally verunsichert globale Aktienmärkte

Ein erneuter Anstieg der Rohölpreise nach Washingtons Entscheidung, die Blockade iranischer Schiffe wieder aufzunehmen, verstärkte am Montag die Inflationssorgen und belastete die Wall Street, insbesondere die Technologiewerte. Europäische Aktien schlossen weitgehend unverändert, während sich die meisten asiatischen Märkte am Dienstag von ihren anfänglichen Verlusten erholten, obwohl die Ölpreise weiter stiegen. Der Goldpreis legte am Dienstag um 0.7% auf rund USD 4030 je Unze zu, nachdem dieser am Montag um fast 3% eingebrochen und erstmals seit drei Wochen kurzzeitig unter USD 4000 gefallen war. Der US-Dollar-Index gab derweil leicht nach. Im Mittelpunkt stehen nun die US-Verbraucherpreisdaten heute Nachmittag, die Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank liefern könnten, sowie die Quartalsergebnisse mehrerer grosser US-Banken.

  • Datum
  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Öltanker
© Shutterstock

Die Ölpreise legten am Dienstag nach den kräftigen Gewinnen zu Wochenbeginn weiter zu. Futures auf die Rohölsorte Brent stiegen um weitere 1.8% auf USD 84.83 je Barrel, während die Futures auf West Texas Intermediate (WTI) um 2% auf USD 79.71 je Barrel kletterten. Auslöser war die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Blockade gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, wieder aufzunehmen und auf sämtliche durch die Strasse von Hormus transportierten Güter eine Gebühr von 20% zu erheben. Die Blockade soll am Dienstag in Kraft treten, nachdem die USA den Iran erneut angegriffen und Iran mit Angriffen auf US-Einrichtungen in der Golfregion reagiert hatte.

Erholung an Asiens Börsen

Die asiatischen Aktienmärkte erholten sich bis zum späten Dienstag mehrheitlich, obwohl die Sorge anhielt, dass steigende Ölpreise die Inflation anheizen könnten. Der südkoreanische Kospi gewann 1.4%, der japanische Nikkei 225 stieg um 0.7% und der Hang Seng Index in Hongkong legte um 0.2% zu. Der australische S&P/ASX 200 notierte nahezu unverändert, während der indische Nifty 50 um 0.3% nachgab. Während Anlegerinnen und Anleger auf die US-Inflationsdaten von heute warteten, stieg der CSI 300 auf dem chinesischen Festland derweil um 1.3%, nachdem das Wachstum des chinesischen Aussenhandels im Juni die Prognosen übertroffen hatte.

Chinas Exporte steigen dank KI-Nachfrage kräftig

Chinas Exporte stiegen im Juni gegenüber dem Vorjahr um 27%, nachdem sie im Mai um 19.4% zugelegt hatten, und übertrafen damit die Markterwartungen. Die Importe erhöhten sich nach einem Plus von 27.4% im Mai um 36% und verzeichneten damit den stärksten Anstieg seit fünf Jahren. Gleichzeitig weitete sich der Handelsüberschuss von USD 105.4 Milliarden auf USD 125.6 Milliarden aus. Die robuste weltweite Nachfrage nach Halbleitern und Rechenleistung stützte den Handel, wobei höhere Chippreise auch die Importwerte in die Höhe trieben. Der schwache Konsum und die anhaltende Immobilienkrise belasten aber weiterhin die chinesische Binnenwirtschaft und verstärken die Abhängigkeit der Hersteller von der ausländischen Kundschaft.

US-Aktienindizes wegen Spannungen mit dem Iran unter Druck

Die US-Aktienmärkte gaben am Montag nach, da die zunehmenden Spannungen mit dem Iran und die Schwäche hoch bewerteter Technologiewerte die Stimmung belasteten. Der Dow Jones Industrial Average sank um 0.3% auf 52'498.64 Punkte. Der S&P 500 verlor 0.8% auf 7515.34 Punkte, während der Nasdaq-100 um 1.9% auf 29'264.10 Punkte fiel. Nach weiteren US-Angriffen kündigte US-Präsident Trump eine erneute Seeblockade gegen Schiffe an, die iranische Häfen nutzen, und drohte mit Gebühren für deren sichere Durchfahrt durch die Strasse von Hormus. Die höheren Ölpreise stützten die Energiewerte, während die Aktie des Halbleiterherstellers SK Hynix nach ihrem starken US-Börsendebüt am Freitag um 9.3% einbrach.

Europäische Börsen trotz geopolitischer Spannungen stabil

Die europäischen Aktienmärkte schlossen am Montag uneinheitlich, da sich die Anlegerinnen und Anleger von den erneuten Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran weitgehend unbeeindruckt zeigten. Der Euro Stoxx 50 notierte bei 6269.45 Punkten nahezu unverändert. Der Swiss Market Index legte um 0.2% auf 14'266.18 Punkte zu, obwohl die steigenden Ölpreise Sorgen vor einem erneuten Inflationsdruck weckten. Technologiewerte gaben nach, wobei Infineon und ASML zu den grössten Verlierern zählten.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG