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Schwacher Dollar stützt Gold und Franken

Der US-Dollar notierte am Mittwoch nahe einem Vierjahrestief, nachdem US-Präsident Donald Trump seine Schwäche erneut heruntergespielt hatte. Das stärkte die Nachfrage nach sicheren Häfen und trieb den Goldpreis auf neue Rekordhöhen. Die Wall Street schloss am Dienstag uneinheitlich: Deutliche Verluste im Gesundheitssektor belasteten den Dow, während der S&P 500 ein neues Rekordhoch markierte, was wiederum die Aktienmärkte in Asien stützte, angeführt von Halbleiter- und KI-Werten. Auch die europäischen Aktien legten am Dienstag zu, wobei die Bankaktien ihre höchsten Stände seit 2008 erreichten. Im Fokus der Anlegerinnen und Anleger stehen weiterhin der Zinsentscheid der Federal Reserve am Mittwochabend sowie eine Reihe von Quartalszahlen, unter anderem von Microsoft, Tesla und Meta, die im Tagesverlauf berichten.

  • Datum
  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

US-Dollar
© Shutterstock

Der US-Dollar bewegte sich am Mittwoch nahe einem Vierjahrestief, nachdem US-Präsident Donald Trump Bedenken über seine jüngste Schwäche zurückgewiesen hatte. Dies löste weitere Verkäufe aus und trieb Euro, Yen, Franken und Pfund Sterling vor dem Zinsentscheid der Federal Reserve in die Höhe. Der Dollar-Index erholte sich am Mittwoch um 0.3%, nachdem er in der vorherigen Sitzung um mehr als 1% gefallen war und dabei ein Vierjahrestief von 95.6 Punkten markiert hatte. Der Schweizer Franken legte derweil am Dienstag als sicherer Hafen zu, wodurch der US-Dollar kurzzeitig auf 0.76 und der Euro auf unter 0.92 fiel - beides nahe Rekordtiefs der beiden Währungen gegenüber dem Franken ausserhalb der Turbulenzen rund um das Ende des Euro-Mindestkurses im Januar 2015. Trumps Toleranz für einen schwächeren Dollar könnte weitere Verkäufe begünstigen. Einige Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer argumentieren, dass der Rückgang eine Vertrauenskrise widerspiegle, die mit erratischer Handels- und Aussenpolitik zusammenhänge, und die Anlegerinnen und Anleger in Richtung Realwerte und Schwellenländer treiben könnte. Der weichere Dollar stützte die Rohstoffe: Gold stieg auf ein Rekordhoch von über USD 5260 pro Unze, und der Preis für Brent-Öl erreichte mit knapp USD 68 pro Fass ein Viermonatshoch.

US-Aktien uneinheitlich - Dow hinkt hinterher

Die US-Aktienmärkte schlossen am Dienstag uneinheitlich. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 0.8% auf 49'003.41 Punkte, nachdem die Aktie des Krankenversicherers UnitedHealth nach Enttäuschung über stagnierende US-Regierungszahlungen für private Medicare-Advantage-Pläne um fast 20% eingebrochen war. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0.4% auf ein Rekordhoch von 6978.60 Punkten und näherte sich damit der Marke von 7000 Punkten, während der Nasdaq 100 um 0.9% auf 25'939.74 Punkte zulegte, gestützt von Halbleiterwerten, da sich Anlegerinnen und Anleger im Vorfeld der Ergebnisse grosser Technologieunternehmen in dieser Woche positionierten. Das Umfeld der Konjunkturdaten war schwach: Das US-Verbrauchervertrauen fiel im Januar laut Daten des Conference Board vom Dienstag auf den niedrigsten Stand seit Mai 2014 und sank gegenüber Dezember um 9.7 Punkte. In den Kommentaren der Verbraucherinnen und Verbraucher spiegelten sich anhaltende Sorgen über Preise, insbesondere für Energie und Lebensmittel, sowie Bedenken hinsichtlich Zöllen, Politik, Arbeitsmarkt, Gesundheit und Konflikten wider, auch wenn ein separates Stimmungsbarometer der Universität Michigan im Januar leicht zulegte und weiterhin deutlich unter seinem Niveau vor einem Jahr liegt.

Asiatische Technologiewerte legen vor Fed-Entscheid zu

Die Aktienmärkte in Asien legten am Mittwoch zu, angeführt von Technologie- und KI-Werten. Die Anlegerinnen und Anleger orientierten sich an den Kursgewinnen des Technologiesektors an der Wall Street und positionierten sich für die in den kommenden Tagen anstehenden Quartalszahlen grosser US-Technologieunternehmen wie Microsoft, Meta Platforms, Tesla und Apple. Der südkoreanische KOSPI (+1.7%) und der Hang Seng in Hongkong (+2.3%) entwickelten sich überdurchschnittlich gut, unterstützt durch starke Halbleiter- und Technologiewerte, während die chinesischen Festlandsindizes und die indischen Nifty-Futures ebenfalls im Plus lagen. Der japanische Nikkei 225 tendierte hingegen nahezu unverändert. Der australische S&P/ASX 200 lag 0.1% im Minus, nachdem die Inflationsrate des Landes im vierten Quartal auf 3.6% gestiegen war - den höchsten Stand seit sechs Quartalen und über dem Zielkorridor der Reserve Bank of Australia von 2% bis 3%, nach 3.2% im dritten Quartal. Jüngste Äusserungen ranghoher RBA-Vertreterinnen und -Vertreter deuten darauf hin, dass eine Teuerung von über 3% als "zu hoch" gilt und Zinssenkungen in nächster Zeit unwahrscheinlich sind, während weitere Straffungen möglich bleiben, falls der Preisdruck anhält.

Europäische Aktien legen vor Fed-Entscheid leicht zu

Die europäischen Aktienmärkte verzeichneten am Dienstag Kursgewinne. Der Euro Stoxx 50 für die Eurozone stieg um 0.6% auf 5994.59 Punkte und überschritt dabei zwischenzeitlich wieder die Marke von 6000 Punkten, während der Schweizer SMI um 0.6% zulegte. Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer verwiesen auf die anstehenden Quartalsergebnisse grosser US-Technologieunternehmen und den Zinsentscheid der Federal Reserve am Mittwoch als Gründe für die vorsichtige Positionierung der Anlegerinnen und Anleger. Mit einer Änderung der US-Geldpolitik wird erst gerechnet, wenn ein neuer Fed-Vorsitzender auf Jerome Powell folgt, dessen Amtszeit im Mai endet. Bankaktien führten die Sektorentwicklung an, während der regionale Bankenindex auf den höchsten Stand seit 2008 stieg.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG