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Technologie-Stärke dämpft Sorgen über Fed und Ölpreise

Die globalen Aktienmärkte setzten zur Wochenmitte ihre Aufwärtsbewegung fort, da Anlegerinnen und Anleger einen restriktiveren Ton der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ausblendeten und sich auf die robuste Dynamik im Technologiesektor sowie Anzeichen wirtschaftlicher Resilienz konzentrierten. Die US-Börsen schlossen am Mittwoch im Plus, gaben jedoch einen Teil ihrer zwischenzeitlichen Gewinne wieder ab, nachdem das Sitzungsprotokoll der Fed Meinungsunterschiede über den weiteren Zinspfad aufgezeigt und auf anhaltende Inflationsrisiken hingewiesen hatte. Europas Leitindizes erreichten neue Rekordstände und die Börsen in Asien notierten am Donnerstag insgesamt fester, angeführt von technologiegetriebenen Rallys in Südkorea und Japan. Die Ölpreise hielten sich nach einem deutlichen Sprung auf erhöhtem Niveau, ausgelöst durch Befürchtungen eines möglichen Konflikts zwischen den USA und Iran. Gold zeigte sich am Donnerstag fester und wurde knapp über USD 5000 pro Unze gehandelt, während die Renditen von US-Staatsanleihen über die gesamte Zinskurve hinweg langsam weiter anzogen.

  • Datum
  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

© Shutterstock

Die Aktienmärkte in Asien legten am Donnerstag zu, wobei kräftige Kursgewinne bei Technologiewerten den Anlegerinnen und Anlegern halfen, die Unsicherheit über den künftigen US-Zinspfad auszublenden. Australiens ASX 200 und der südkoreanische KOSPI erreichten beide Rekordstände. Der KOSPI schnellte um 3% in die Höhe, angeführt von Technologiewerten: Die Aktien von Samsung Electronics stiegen nach Berichten über geplante Preiserhöhungen für fortschrittliche Speicherchips vor dem Hintergrund einer starken Nachfrage im KI-Bereich um mehr als 4% auf ein Rekordhoch, während auch SK Hynix von Erwartungen an eine anhaltend angespannte Angebotssituation profitierte. Australiens ASX 200 kletterte um fast 1%, gestützt vom Bergbaukonzern Rio Tinto und dem Bankensektor. Ein schwächer als erwartet ausgefallenes Beschäftigungswachstum im Januar dämpfte die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der australischen Reserve Bank, obwohl die Arbeitslosenquote bei 4.1% verharrte. Japans Nikkei 225 notierte 0.7% im Plus und folgte damit ebenfalls den Gewinnen an den anderen Märkten der Region und an der Wall Street, während der Handel in Festlandchina und Hongkong aufgrund der Feiertage zum Chinesischen Neujahr weiter ruhte.

US-Aktien geben nach Fed-Protokoll einen Teil der Gewinne ab

Die US-Aktienmärkte schlossen am Mittwoch im Plus, allerdings gaben die wichtigsten Indizes einen Teil ihrer früheren Gewinne wieder ab, nachdem die Fed in ihrem Protokoll der Sitzung von Ende Januar auf anhaltende Inflationsrisiken hingewiesen hatte. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 0.3% auf 49'662.66 Punkte und blieb damit unter der Marke von 50'000 Punkten, während der Nasdaq 100 um 0.8% auf 24'898.87 Punkte zulegte und der breiter gefasste S&P 500 um 0.6% auf 6881.31 Punkte anstieg. Die Vorsicht der Anlegerinnen und Anleger hat zugenommen, da die Märkte die Auswirkungen der künstlichen Intelligenz auf Unternehmensgeschäftsmodelle neu bewerten und verstärkt in sichere Anlagen umschichten. Die Fed hatte ihren Leitzins auf der Sitzung Ende Januar unverändert gelassen, doch das am Mittwoch veröffentlichte Protokoll zeigte, dass die Meinungsverschiedenheiten über das weitere Vorgehen zunehmen. Mehrere Mitglieder signalisierten, dass zusätzliche Zinssenkungen später im Jahr nur dann angebracht wären, wenn die Inflation weiter nachlasse, während andere für einen längerfristigen Zinshochstand plädierten und sogar die Möglichkeit erneuter Zinserhöhungen ins Spiel brachten, falls der Preisdruck hoch bleiben sollte.

Europäische Aktien erreichen neue Rekorde

Die Aktienmärkte in Europa stiegen am Mittwoch auf neue Rekordstände, gestützt durch kräftige Kursgewinne an der Wall Street und Anzeichen wirtschaftlicher Resilienz. Der EuroStoxx 50 legte um 1.3% zu, was dem grössten Tagesanstieg seit Anfang Januar entspricht, während der Schweizer Leitindex SMI um 0.4% zulegte. Zuversichtliche Signale aus jüngsten Konjunkturdaten – darunter ein besser als erwartetes Wachstum in den USA, eine kräftige Erholung der deutschen Exporte zum Jahresende und anhaltende Unterstützung durch Geld- und Fiskalpolitik – stützten die Stimmung. Breite Indizes wie der Stoxx 50 und der Stoxx 600 erreichten neue Rekordstände. Zyklische Sektoren führten die Aufwärtsbewegung an; der Bergbaukonzern Glencore und der Rüstungskonzern BAE Systems verzeichneten deutliche Kursgewinne, begünstigt durch positive Analysteneinschätzungen und günstige Wachstumsaussichten.

Verlangsamung der Inflation in Grossbritannien schürt Hoffnungen auf Zinssenkung

Die Verbraucherpreisinflation im Vereinigten Königreich ist im Januar auf 3% zurückgegangen, nach 3.4% im Dezember, und entsprach damit den Erwartungen der Ökonominnen und Ökonomen, wie aus den am Mittwoch vom Office for National Statistics veröffentlichten Daten hervorgeht. Die Kerninflation sank von 3.2% auf 3.1%. Die Verlangsamung markiert den niedrigsten jährlichen Wert seit März 2025 und ist vor allem auf niedrigere Benzin- und Flugpreise sowie schwächere Lebensmittelpreise zurückzuführen. Arbeitsmarktdaten vom Dienstag signalisierten ebenfalls eine weitere Abkühlung: Die Arbeitslosenquote stieg im Dezember auf 5.2% und damit auf den höchsten Stand seit fünf Jahren, während sich das Lohnwachstum in den letzten drei Monaten des Jahres 2025 abschwächte. Vor dem Hintergrund der nachlassenden Inflation und des schwächeren Wachstums, einschliesslich eines Wirtschaftswachstums von lediglich 0.1% im vierten Quartal, haben sich die Markterwartungen verfestigt, dass die Bank of England ihren Leitzins auf ihrer März-Sitzung von 3.75% an senken könnte.

Ölpreise steigen wegen Befürchtungen eines Konflikts zwischen den USA und Iran

Die Ölpreise hielten ihre deutlichen Gewinne am Donnerstag, nachdem der Preis für die Nordseesorte Brent am Mittwoch um 4.3% in die Höhe geschnellt war und über USD 70 pro Barrel gehandelt wurde, während der Preis für West Texas Intermediate über USD 65 stieg. Auslöser waren Sorgen über eine mögliche Militäroperation der USA gegen Iran. Berichte, wonach ein solcher Einsatz mehrere Wochen dauern könnte und Israel auf einen Regimewechsel in Teheran drängt, schüren Befürchtungen über Angebotsunterbrechungen in einer Region, die etwa ein Drittel der weltweiten Förderung von Rohöl stellt. Das geopolitische Risiko erhöht sich vor dem Hintergrund weiterhin ungeklärter Verhandlungen über das iranische Atomprogramm, neuer US-Visabeschränkungen für iranische Regierungsvertreterinnen und Regierungsvertreter sowie kaum vorankommender Friedensgespräche zur Beendigung des Kriegs in der Ukraine. Die US-Rohölbestände gingen in der vergangenen Woche laut Branchendaten um 609'000 Barrel zurück, noch vor der Veröffentlichung der offiziellen Zahlen am Donnerstag.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG