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Gold auf Rekordhoch - Zollsorgen nehmen zu

Der Goldpreis stieg am Mittwoch auf ein neues Rekordhoch knapp unter USD 4900 je Unze, da die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Europa wegen Grönland sowie wiederaufflammende Handelskonflikte die Märkte verunsicherten und die Nachfrage nach sicheren Häfen erhöhten. Der US‑Dollar setzte seine Talfahrt fort, während Edel- und Industriemetalle zulegten und Bitcoin in der allgemein risikoscheuen Stimmung wieder unter USD 90'000 fiel.  US-Aktien schlossen am Dienstag deutlich im Minus, und die europäischen Börsen standen unter Druck. Die meisten Aktienmärkte in Asien tendierten am Mittwoch schwächer oder nahezu unverändert, während die Märkte für japanische Staatsanleihen angesichts wachsender fiskalpolitischer Sorgen unter Druck gerieten.

  • Datum
  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Gold
© Shutterstock

Der Goldpreis stieg zur Wochenmitte auf ein neues Rekordhoch in der Nähe von USD 4900 je Unze, vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Europa hinsichtlich Grönland sowie dem Risiko wiederaufflammender Handelskonflikte. Spot-Gold notierte rund 2.2% höher bei etwa USD 4870. Das Edelmetall hat in dieser Woche bereits mehr als 6% zugelegt, angetrieben nicht nur von geopolitischen Sorgen, sondern auch von einem schwächeren US‑Dollar, der am Dienstag um rund 0.8% nachgab und am Mittwoch weiter leicht zurückfiel, wodurch Gold in anderen Währungen günstiger wurde. Auch andere Edel- und Industriemetalle legten zu, wobei Silber nahe einem jüngsten Rekord verharrte und knapp unter USD 95 notierte. Unterdessen fiel Bitcoin am Mittwoch erstmals seit Anfang Januar wieder unter USD 90'000, da ein umfassender Ausverkauf an den globalen Märkten, verschärfte geopolitische Spannungen und die Furcht vor neuen US‑Zöllen auf europäische Länder die Anlegerinnen und Anleger dazu veranlassten, ihr Risikoengagement zu verringern.

Asiatische Börsen wegen Grönland-Streit unter Druck

Die meisten Aktienmärkte in Asien gaben am Mittwoch nach, da die zunehmende geopolitische Unsicherheit über die Forderungen von US‑Präsident Donald Trump nach Kontrolle über Grönland und damit verbundene Zolldrohungen gegen europäische Verbündete die Risikobereitschaft belasteten, während Sorgen über schwache Staatsfinanzen in Japan zur vorsichtigen Stimmung beitrugen. Der Nikkei 225 verlor 0.5% vor dem Hintergrund eines sich beschleunigenden Ausverkaufs japanischer Staatsanleihen, wobei die Renditen zehnjähriger Papiere auf den höchsten Stand seit fast drei Jahrzehnten stiegen, da Anlegerinnen und Anleger die Pläne von Premierministerin Sanae Takaichi für zusätzliche Konjunkturimpulse und eine zweijährige Aussetzung der achtprozentigen Mehrwertsteuer auf Lebensmittel hinterfragten. Auch andere regionale Indizes notierten tiefer oder nahezu unverändert. Australiens S&P/ASX 200 lag 0.4% im Minus und Indiens Nifty 50 war 0.4% schwächer, während Koreas Kospi 0.5% höher notierte. Der Hang Seng Index in Hongkong bewegte sich kaum und lag 0.1% im Plus, und Chinas CSI 300 war ebenfalls nahezu unverändert und legte um 0.1% zu.

US-Aktien rutschen wegen Zollsorgen ab

Die US‑Aktien gaben am Dienstag deutlich nach, da die Drohung neuer US‑Zölle gegen ausgewählte europäische Länder im Streit um Grönland die Furcht vor einem neuen transatlantischen Handelskrieg schürte und die Indizes unter wichtige kurzfristige und mittelfristige Trendlinien drückte. Der Dow Jones Industrial verlor 1.8% auf 48'488.59 Punkte, der S&P 500 fiel um 2.1% auf 6796.86 Punkte und der technologielastige Nasdaq 100 sank um 2.1% auf 24'987.57 Punkte. Gleichzeitig stieg der Volatilitätsindex VIX über 20 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit November, während Anlegerinnen und Anleger in Edelmetalle wie Gold umschichteten. Zyklische Werte und Technologietitel standen besonders unter Druck: Die Aktie des Industriekonzerns 3M brach nach enttäuschenden Margen im Quartal um 7% ein, und der KI‑Chiphersteller Nvidia verlor 4.4% im Zuge breiter Rückgänge bei den sogenannten "Magnificent Seven"-Titeln.

Deutscher ZEW-Index steigt im Januar deutlich

Die Erwartungen für die deutsche Wirtschaft haben sich am Dienstag deutlich verbessert: Der ZEW‑Index der Konjunkturerwartungen sprang auf 59.6 Punkte und lag damit 13.8 Punkte höher als im Vormonat. Auch die Einschätzung der aktuellen Lage verbesserte sich um 8.3 Punkte auf minus 72.7 Punkte, während die Stimmung für den Euroraum um 7.1 Punkte auf 40.8 Punkte zulegte und die Situationskomponente auf minus 18.1 Punkte anstieg. Exportorientierte Branchen wie Stahl und Metall, Maschinenbau, Automobilindustrie, Chemie, Pharma sowie Elektrotechnik verzeichneten trotz der jüngst angekündigten zusätzlichen US‑Zölle deutliche Stimmungsgewinne, unterstützt durch besser als erwartete Daten zur Industrieproduktion und ‑aufträgen im November sowie verbesserten Perspektiven durch das Mercosur‑Abkommen. Die europäischen Aktienindizes gaben am Dienstag ebenfalls nach, wobei die Handelskonflikte und politische Unsicherheit die Stimmung belasteten. Der Euro Stoxx 50 verlor 0.5%, der deutsche DAX fiel um 1% auf 24'703.12 Punkte und der französische CAC 40 sank um 0.6% auf 8062.58 Punkte.

Schweizer Produzenten- und Importpreise sinken 2025

Der Schweizer Produzenten- und Importpreisindex sank im Dezember gegenüber November um 0.2% auf 104.3 Punkte und lag damit 1.8% unter dem Stand vom Dezember des Vorjahres, wie am Dienstag veröffentlichte Daten zeigen. Die durchschnittliche Jahresteuerung für Produzenten- und Importpreise lag 2025 bei -1%, nach -1.7% im Jahr 2024 und +0.2% im Jahr 2023. Der Rückgang war vor allem auf tiefere Preise für Pharmazeutika, Mineralölprodukte sowie Strom und Gas zurückzuführen, während Nahrungsmittel teurer wurden. Die inländischen Produzentenpreise gingen 2025 im Durchschnitt um 0.4% zurück, und die Importpreise sanken um 2.2%. Der Swiss Market Index verlor am Dienstag 0.9% und schloss bei 13'158.84 Punkten.

Britische Arbeitslosigkeit stabil, Lohnwachstum schwächt sich ab

Die Arbeitslosenquote im Vereinigten Königreich verharrte in den drei Monaten bis November bei 5.1% und damit auf dem höchsten Niveau seit Anfang 2021. Das zugrunde liegende Lohnwachstum ohne Boni verlangsamte sich im selben Dreimonatszeitraum auf 4.5% im Jahresvergleich, nach zuvor 4.6%. Die Bank of England, die ihren Leitzins bei ihrer letzten Entscheidung im Dezember nach einer Reihe von Senkungen seit August 2024 um 25 Basispunkte auf 3.75% reduziert hat, erwartet, dass die Arbeitslosenquote in den nächsten zwei Jahren nahe 5% bleiben wird.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG