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Märkte uneinheitlich – Hoffnungen auf Frieden mit Iran nehmen zu

Die Ölpreise gaben nach, nachdem US-Präsident Donald Trump eine 10‑tägige Waffenruhe zwischen Israel und Libanon verkündete und signalisierte, dass der Krieg im Iran bald enden könnte, was zu einem teilweisen Abbau von Risikoaufschlägen führte. Der geopolitische Fortschritt reichte jedoch nicht aus, um die Aktienmärkte zum Wochenschluss zu stützen: Die meisten grossen Aktienindizes in Asien gaben am Freitag leicht nach, auch wenn die regionalen Leitindizes weiterhin auf deutliche Wochengewinne zusteuern. US-Aktien setzten dagegen ihre Rekordrally am Donnerstag fort, während sich die europäischen Börsen uneinheitlich entwickelten, da die Anlegerinnen und Anleger eine höher als erwartet ausgefallene Inflation in der Eurozone und solide Wachstumsdaten aus Grossbritannien einpreisten. Gold und der US-Dollar veränderten sich zum Wochenausklang kaum, während die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen leicht anzogen.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

© Shutterstock

Die Ölpreise gaben am Donnerstag nach, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärte, der Krieg im Iran werde voraussichtlich bald enden, und eine 10-tägige Waffenruhe zwischen Israel und Libanon verkündete, die noch am selben Tag beginnen sollte. Dies schürte Erwartungen sinkender Angebotsrisiken. Futures auf Brent-Rohöl wurden bei rund USD 98 je Barrel gehandelt, diejenigen auf West Texas Intermediate (WTI) bei rund USD 93. Der geopolitische Fortschritt reichte jedoch nicht aus, um die Aktienmärkte zum Wochenschluss zu stützen. Die Aktienmärkte in Asien gaben am Freitag nach, da die Anlegerinnen und Anleger nach den deutlichen Kursgewinnen zu Wochenbeginn Gewinne mitnahmen, doch die wichtigsten regionalen Indizes steuern weiterhin auf Wochengewinne zu. Der japanische Nikkei 225 verlor 1.1%, liegt aber für die Woche immer noch auf Kurs für ein Plus von 3.5%, nachdem er am Donnerstag ein Rekordhoch von 59'719 Punkten erreicht hatte. Der koreanische Kospi notierte 0.5% tiefer, ist aber weiterhin auf dem Weg zu einem Wochenanstieg von 6%. Der australische S&P/ASX 200 gab 0.2% nach, während der Hang Seng Index in Hongkong 1.1% verlor und der chinesische CSI 300 nahezu unverändert blieb. Der indische Nifty 50 stellte sich gegen den regionalen Trend und legte um 0.3% zu.

US-Indizes setzen Rekordkurs fort

Die US-Aktienmärkte setzten ihre Aufwärtstendenz am Donnerstag fort: Der technologielastige Nasdaq 100 stieg um 0.5% auf 26'333.00 Punkte, während der breit gefasste S&P 500 um 0.3% auf 7041.28 Punkte zulegte. Beide Indizes übertrafen damit erneut die Rekordstände vom Mittwoch. Der Leitindex Dow Jones Industrial gewann 0.2% auf 48'578.72 Punkte. Höhere Ölpreise belasteten die Stimmung nur gering. Bei den Konjunkturdaten zeigte sich, dass die US-Industrieproduktion im März um 0.1% zurückging, nachdem sie im Februar gemäss revidierten Daten um 0.4% gestiegen war, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen der US-Notenbank hervorgeht. Die Fertigungsproduktion lag im März 0.5% über dem Vorjahresniveau und wuchs im ersten Quartal annualisiert um 3%, nachdem sie im vierten Quartal noch mit einer Rate von 3.2% geschrumpft war. Die gesamte Industrieproduktion verringerte sich im März dennoch um 0.5%, nach einem Anstieg um 0.7% im Februar.

Schweizer Produzentenpreise legen im März leicht zu

Die Schweizer Produzenten- und Importpreise sind im März gegenüber dem Vormonat um 0.2% gestiegen und hoben den Gesamtindex auf 99.6 Punkte (Basis Dezember 2025), wie das Bundesamt für Statistik am Donnerstag mitteilte. Der Anstieg ist vor allem auf höhere Preise für Mineralölerzeugnisse und auf der Importseite für Mineralöl und Erdgas zurückzuführen. Der Produzentenpreisindex legte um 0.1% zu, der Importpreisindex um 0.3%. Die Kernpreise für das Angebot ohne volatile Rohstoffe sanken gegenüber dem Vormonat um 0.1%. Im Vergleich zum März des Vorjahres lag das kombinierte Preisniveau für inländische und importierte Güter 2.7% tiefer. Dies spiegelt breite jährliche Rückgänge in Kategorien wie chemische und pharmazeutische Produkte wider, trotz der jüngsten Erholung der energiebezogenen Preise. Der Swiss Market Index gab am Donnerstag 0.3% nach.

Inflation im Euroraum beschleunigt sich im März

Wie Eurostat am Donnerstag mitteilte, stieg die jährliche Teuerung im Euroraum im März auf 2.6%, nach 1.9% im Februar. In der erweiterten Europäischen Union nahm die Inflation von 2.1% auf 2.8% zu. Ein Jahr zuvor hatten die entsprechenden Raten bei 2.2% beziehungsweise 2.5% gelegen. Haupttreiber der Teuerung im Euroraum waren Dienstleistungen, die 1.49 Prozentpunkte beitrugen, gefolgt von Energie mit 0.48 Prozentpunkten, Lebensmitteln, Alkohol und Tabak mit 0.45 Prozentpunkten sowie nichtenergetischen Industriegütern mit 0.13 Prozentpunkten. Der Euro Stoxx 50 zeigte sich am Donnerstag nahezu unverändert und gab um weniger als 0.1% auf 5938.16 Punkte nach. Der deutsche DAX entwickelte sich besser und legte um 0.4% auf 24'154.47 Punkte zu, während der französische CAC 40 um 0.1% auf 8262.70 Punkte nachgab.

Britisches Wachstum übertrifft Erwartungen, Ausblick trübt sich ein

Das Bruttoinlandprodukt des Vereinigten Königreichs ist im Februar um 0.5% gewachsen, wie aus den am Donnerstag vom Office for National Statistics veröffentlichten Daten hervorgeht. Dies lag deutlich über den Erwartungen der Ökonominnen und Ökonomen von 0.1% und folgte auf ein revidiertes Wachstum von 0.1% im Januar. Sowohl der Dienstleistungssektor als auch die Industrieproduktion legten um 0.5% zu, während die Bauproduktion um 1% stieg. Fachleute warnten jedoch, dass die Zahlen rückwärtsgerichtet seien, da die Eskalation des Konflikts unter Beteiligung der USA und des Iran erst Ende Februar einsetzte. Der Internationale Währungsfonds prognostiziert nun für das Vereinigte Königreich ein Wachstum von 0.8% im Jahr 2026, nach einer Prognose von 1.3% im Januar, und warnt, dass Grossbritannien aufgrund seiner Abhängigkeit von Energieimporten unter den grossen Volkswirtschaften den grössten Wachstumseinbruch durch den Iran-Krieg erleiden könnte. Analystinnen und Analysten erwarten, dass höhere Unsicherheit, straffere Finanzierungsbedingungen und ein schwächerer Arbeitsmarkt die wirtschaftliche Aktivität belasten werden. Zugleich dürfte ein erwarteter Anstieg der Inflation von 3% im Februar auf rund 3.3% im März den Handlungsspielraum der Bank of England für Zinssenkungen begrenzen, sodass einige Ökonominnen und Ökonomen inzwischen mindestens eine Zinserhöhung in diesem Jahr erwarten.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG