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Sinkende US-Inflation und KI-Rally treiben Aktien an

Eine nachlassende US-Inflation und die robuste Nachfrage nach Infrastruktur für künstliche Intelligenz (KI) liessen Technologiewerte steigen. Die Wall Street schloss am Mittwoch mehrheitlich höher, während südkoreanische Aktien am Donnerstag deutlich zulegten. Die schwächeren Preisdaten stärkten die Erwartung, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinsen in den kommenden Monaten nicht erhöhen wird. Nun richtet sich die Aufmerksamkeit auf die US-Erzeugerpreisdaten, die weitere Hinweise auf den Inflationsausblick und den voraussichtlichen Kurs der Fed liefern könnten.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Navigator Inflation
© Shutterstock

Die US-Verbraucherpreise stiegen im Juli auf Monatssicht um 0.1%, womit die Jahresinflation bei 3.4% lag. Die Kerninflation, ohne Nahrungsmittel und Energie, verlangsamte sich von 2.6% im Juni auf 2.5% gegenüber dem Vorjahr und stieg gegenüber dem Vormonat um 0.2%, wie am Mittwoch veröffentlichte Daten zeigten. Die zweite monatliche Abschwächung in Folge sowie der Verlust von 23'000 Stellen im Juli verstärkten die Erwartung, dass die Fed die Zinsen im September unverändert belassen wird. Sinkende Energiekosten trugen dazu bei, den allgemeinen Preisdruck zu begrenzen, doch erneute Spannungen mit dem Iran könnten weitere Volatilität verursachen. Die Märkte beziffern die Wahrscheinlichkeit unveränderter Zinsen auf 55%, obwohl sich drei Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) der Fed an der Juli-Sitzung für eine Zinserhöhung ausgesprochen hatten.

Technologiewerte stützen US-Markt

Der Nasdaq-100 stieg am Mittwoch um 0.7% auf 29'742.60 Punkte, gestützt durch positive Ausblicke von Unternehmen aus den Bereichen KI und Halbleiter. Der S&P 500 legte um 0.3% auf 7748.50 Punkte zu, während der Dow Jones Industrial Average bei 53'770.27 Punkten nahezu unverändert schloss. Der Rückgang der US-Verbraucherpreisinflation begrenzte die Sorgen hinsichtlich höherer Zinsen. Die Aktie des Cloud-Computing-Unternehmens Nebius legte nach einem Anstieg des Cloud-Umsatzes um mehr als 500% im zweiten Quartal um 34% zu. CoreWeave und Super Micro Computer gewannen angesichts der starken Nachfrage nach KI-Kapazitäten jeweils rund 19%.

Kospi erreicht dank KI-Rally Bullmarkt

Der südkoreanische Kospi stieg am Donnerstag um 3.7% auf 6822.40 Punkte. Damit beträgt die Erholung seit dem Tief Ende Juli rund 23%, womit der Index nach der technischen Definition einen Bullmarkt erreichte, da Chipwerte zulegten. Japans Nikkei 225 gewann 1.8% auf 68'708 Punkte, nachdem die Erzeugerpreise im Juli gegenüber dem Vorjahr um 7.2% gestiegen waren. Damit verlangsamte sich der Anstieg gegenüber dem revidierten Wert von 7.3% im Juni und blieb unter den Markterwartungen. Das erneut gestiegene Vertrauen in die Nachfrage nach KI-Infrastruktur war weitgehend für die Gewinne verantwortlich. Der Hang Seng Index in Hongkong stieg um 0.2%, während der CSI 300 auf dem chinesischen Festland 0.7% gewann. Australiens S&P/ASX 200 fiel um 0.2%, während Indiens Nifty 50 um 0.4% nachgab. Unterdessen blieben die Ölpreise am Donnerstag auf hohem Niveau und nahezu unverändert, nachdem der Iran bekräftigt hatte, dass die Strasse von Hormus weiterhin geschlossen bleibt. Der Schiffsverkehr durch die Wasserstrasse liegt rund 90% unter dem Niveau vor dem Konflikt.

Deutsche Inflation beschleunigt sich im Juli

Die deutschen Verbraucherpreise stiegen im Juli gegenüber dem Vorjahr um 2.8%, nach 2.3% im Juni. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sich die Preise um 0.8%, wie am Mittwoch bestätigte Daten zeigten. Die Energiepreise erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 8.3%, getrieben von einem Anstieg der Kraftstoffkosten um 23%, nachdem eine vorübergehende Senkung der Treibstoffsteuer im Juni ausgelaufen war und die Ölpreise wegen des Iran-Kriegs gestiegen waren. Die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie lag bei 2.4%, während die Nahrungsmittelpreise um 0.4% stiegen und Dienstleistungen 2.9% mehr kosteten als ein Jahr zuvor. Der Euro Stoxx 50 verlor am Mittwoch 0.2%, während auch der deutsche DAX um 0.2% nachgab. Der französische CAC 40 verlor 0.5% und der Swiss Market Index fiel um 0.9%.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG