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Trump-Ultimatum an Iran verunsichert die Märkte

Die Ölpreise kletterten zum Wochenschluss auf ein Mehrmonatshoch, nachdem US-Präsident Donald Trump warnte, dass die Atomverhandlungen mit Iran nur noch rund zwei Wochen Zeit hätten, vor dem Hintergrund des grössten US-Militäraufgebots im Nahen Osten seit dem Irak-Krieg. Die Aussicht auf einen Konflikt trieb den Preis für Brent-Öl über die jüngsten Handelsspannen hinaus und stützte zugleich den Goldpreis, während sich der US-Dollar festigte und die Renditen von US-Staatsanleihen leicht nachgaben, da sich Anlegerinnen und Anleger in sichere Häfen flüchteten. Die Wall Street schloss den Handel am Donnerstag angesichts zunehmender Kriegsängste im Minus, und die meisten asiatischen Börsen tendierten am Freitag schwächer – mit Ausnahme des südkoreanischen Kospi, der ein Rekordhoch markierte. In Europa gaben die Aktienkurse von ihren jüngsten Höchstständen nach. Später am Freitag richten die Märkte ihre Aufmerksamkeit auf einen prall gefüllten makroökonomischen Datenkalender mit den US-Daten zu den persönlichen Konsumausgaben, dem US-Bruttoinlandprodukt und globalen Einkaufsmanagerindizes.

  • Datum
  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Landkarte Iran

Die Ölpreise stiegen am Freitag auf ein Sechsmonatshoch, da sich die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Iran verschärften. Brent-Öl legte auf über USD 72 je Barrel zu und verzeichnete auf Wochensicht ein Plus von mehr als 6%, während West Texas Intermediate bei rund USD 67 gehandelt wurde. Der Anstieg folgte auf die Aussage von US-Präsident Trump, wonach die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm höchstens zehn bis 15 Tage Zeit hätten, vor dem Hintergrund des grössten US-Militäraufmarschs im Nahen Osten seit der Irak-Invasion 2003 und Berichten, wonach er sowohl umfassende als auch begrenzte Luftschläge gegen Iran erwägt. Gold notierte am Freitag ebenfalls höher bei rund USD 5020 je Unze, nachdem der Preis in den beiden vorangegangenen Sitzungen um mehr als 2% gestiegen war. Die Märkte wägen unterdessen die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und Iran gegen die Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Leitzinsen ab. Der US-Dollar zeigte sich zum Wochenschluss etwas fester, während die Renditen von US-Staatsanleihen über die gesamte Zinskurve hinweg leicht nachgaben; die Rendite zweijähriger Papiere lag bei rund 3.5%, jene zehnjähriger Anleihen bei etwa 4.1%.

US-Aktien wegen drohender Eskalation mit Iran unter Druck

Die US-Aktienmärkte gaben am Donnerstag nach, da die wachsenden Sorgen über einen möglichen US-Militärschlag gegen Iran auf die Stimmung drückten. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 0.5% auf 49'395.16 Punkte und der S&P 500 verlor 0.3% auf 6861.89 Punkte und machte damit die leichte Erholung vom Vortag wieder zunichte. Der technologielastige Nasdaq 100 sank um 0.4% auf 24'797.34 Punkte. Bei den Einzeltiteln drehte die Aktie des Detailhändlers Walmart nach anfänglichen Gewinnen ins Minus und schloss 1.4% tiefer, nachdem das Unternehmen trotz eines starken Schlussquartals 2025 einen verhaltenen Ausblick für 2026 abgegeben hatte. Die Papiere des Online-Marktplatzbetreibers Ebay legten nach robusten Zahlen für das vierte Quartal um etwas mehr als 3% zu. Auf der Makroseite gingen die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA in der Woche bis Donnerstag saisonbereinigt auf 206'000 zurück, nach 232'000 Ende Januar und lagen damit unter den Markterwartungen, was auf einen insgesamt stabilen US-Arbeitsmarkt hindeutet.

Südkoreanische Aktien erreichen neues Rekordhoch

Der südkoreanische Kospi-Index markierte am Freitag ein weiteres Rekordhoch und stieg um 2.3%, nachdem starke Kursgewinne bei Versicherern wie Samsung Life Insurance und Mirae Asset Securities sowie beim Rüstungskonzern Hanwha Aerospace und dem Komponentenhersteller Firstec Schwächephasen in anderen Teilen Asiens ausglichen. In der übrigen Region überwogen nach den Kursverlusten an der Wall Street in der Nacht die Abgaben: Japans Nikkei 225 sank um 1.1%, der Hang Seng-Index in Hongkong verlor 0.7% und die Festlandbörsen in China blieben aufgrund der Feiertage zum chinesischen Neujahrsfest weiterhin geschlossen. Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer werteten die jüngsten Inflationsdaten aus Japan aus, die zeigen, dass die Teuerung im Januar unter das Inflationsziel der Bank of Japan von 2% gefallen ist. Die Gesamtinflationsrate lag bei 1.5% und damit auf dem niedrigsten Stand seit März 2022.

Schweizer Exporte steigen, Importe schwächen sich ab

Die Schweizer Exporte nahmen im Januar saisonbereinigt gegenüber Dezember um 2.3% zu und erreichten in nominalen Werten CHF 23.0 Milliarden, womit sich der seit Mai zu beobachtende Seitwärtstrend fortsetzte. Die Importe gingen um 0.9% auf CHF 19.4 Mrd. zurück und verzeichneten damit den dritten monatlichen Rückgang in Folge. Der Handelsüberschuss weitete sich auf CHF 3.6 Milliarden aus, was vor allem auf einen Anstieg der Exporte chemischer und pharmazeutischer Erzeugnisse um 4.9% zurückzuführen war. Der Schweizer SMI gab am Donnerstag leicht nach, während die meisten anderen europäischen Indizes deutlichere Verluste hinnehmen mussten. Der EuroStoxx 50 verlor 0.7%.

Verbrauchervertrauen in der EU bleibt gedämpft

Die Konsumentenstimmung in der EU blieb im Februar unverändert, während sich das Vertrauen im Euroraum leicht verbesserte, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Schnellschätzung der Generaldirektion Wirtschaft und Finanzen der Europäischen Kommission ergab. Der Index für das Verbrauchervertrauen lag in der EU bei -11.7 Punkten und im Euroraum bei -12.2 Punkten und damit in beiden Fällen weiterhin unter ihren langfristigen Durchschnitten. Der Indikator basiert auf Umfrageantworten aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten und den 21 Ländern, die den Euro verwenden, die zwischen dem 1. und 18. Februar erhoben wurden. Die endgültigen Verbraucherdaten werden später im Monat zusammen mit den vollständigen Ergebnissen der Unternehmens- und Verbraucherumfrage veröffentlicht.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von Air Liquide, Danone und Sika.

Konjunkturdaten im Fokus: Einkaufsmanagerindizes aus mehreren der weltweit grössten Volkswirtschaften, darunter Frankreich (09:15), Deutschland (09:30), die Eurozone (10:00), Grossbritannien (10:30) und die USA (15:45); Detailhandelsumsätze Grossbritannien (08:00), Detailhandelsumsätze Kanada (14:30), Bruttoinlandsprodukt USA (14:30), Konsumausgabenprivater Haushalte USA (14:30), Konsumentenvertrauen der Universität Michigan (16:00).

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG