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Hohe Anleihenrenditen bremsen Aktiengewinne

Die auf Mehrjahreshochs gestiegenen Anleihenrenditen dämpften am Dienstag die Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten. Gewinnen in Japan und Hongkong standen Verluste in Südkorea gegenüber. Die Wall Street schloss am Montag höher, da günstigere Ölpreise und Anzeichen für diplomatische Fortschritte zwischen Washington und Teheran die Stimmung stützten. Europäische Aktien legten nur geringfügig zu, gebremst von Sorgen um die Staatsfinanzen und anhaltend hohen Energiepreisen. Die Börsen auf dem chinesischen Festland bleiben am Dienstag wegen der Feiertage zum Nationalfeiertag und der Goldenen Woche geschlossen.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Zinsen

Der japanische Nikkei 225 stieg am Dienstag um 1.1%, während der Hang Seng in Hongkong und der australische S&P/ASX 200 jeweils um 0.6% zulegten. Unterstützung boten die Kursgewinne an der Wall Street, allerdings begrenzten hohe Anleihenrenditen und Ölpreise die Risikobereitschaft der Anlegerinnen und Anleger. Der südkoreanische KOSPI fiel um 1.1%, wobei die Chiphersteller Samsung Electronics und SK Hynix zwischen 1% und 3% verloren. Die Märkte auf dem chinesischen Festland blieben unterdessen feiertagsbedingt geschlossen. Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen stieg auf über 3.1% und damit auf den höchsten Stand seit 2022, nachdem die Rendite entsprechender US-Staatsanleihen die Marke von 5.3% überschritten hatte - ein zuletzt 2002 erreichtes Niveau. Die Terminkontrakte auf Brent-Rohöl notierten knapp über USD 100 pro Barrel und damit rund 0.5% höher, nachdem sie am Montag um 1.9% gefallen waren. Gold gab um 0.4% auf rund USD 4120 pro Unze nach, während Bitcoin um 0.1% auf rund USD 85'600 sank.

Weltbank hebt Wachstumsprognose für Ostasien an

Die Weltbank erhöhte am Dienstag ihre Wachstumsprognose für Ostasien und den Pazifik für 2026 von den im April erwarteten 4.2% auf 4.5%, da Exporte im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz (KI) die Volkswirtschaften der Region stützten. Für 2027 erwartet sie eine Abschwächung des Wachstums auf 4.4% und für 2028 auf 4.3%. KI-bezogene Produkte trugen in den meisten Volkswirtschaften der Region mehr als die Hälfte zum Exportwachstum bei. Dadurch sind diese Länder anfällig für einen Rückgang der Technologieinvestitionen. Die Weltbank wies zudem auf Finanzierungsrisiken hin: Von den für 2025-2028 geplanten KI-Investitionen in Höhe von USD 2.9 Billionen dürften USD 800 Milliarden durch private Kreditfonds finanziert werden. Zugleich könnten straffere Finanzierungsbedingungen die Investitionsausgaben bremsen.

US-Aktien legen bei sinkenden Ölpreisen zu

Der S&P 500 stieg am Montag um 0.7% auf 7773.95 Punkte, da die Ölpreise angesichts von Berichten über Fortschritte bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran zur Wiederöffnung der Strasse von Hormus nachgaben. Der Dow Jones legte um 0.2% auf 51'267.90 Punkte zu, während der Nasdaq-100 um 0.9% auf 31'076.44 Punkte stieg, nachdem er im Handelsverlauf ein Rekordhoch erreicht hatte. Tesla, Meta und der KI-Chiphersteller Nvidia gewannen zwischen 1.9% und 2.2%. Ein stärker als erwarteter Quartalsumsatz des Nvidia-Partners Hon Hai bestärkte die Erwartungen an anhaltende Investitionen in die Infrastruktur für KI. Die Aktien des Softwareunternehmens PTC sprangen um mehr als 33% nach oben, nachdem der französische Konzern Schneider Electric eine verbindliche Vereinbarung zu dessen Übernahme unterzeichnet hatte.

Europäische Aktien legen trotz Sorgen um Staatsfinanzen leicht zu

Der Euro Stoxx 50 schloss am Montag mit 6241.05 Punkten nahezu unverändert, während der Schweizer SMI um 0.3% auf 13'703.53 Punkte zulegte. Sorgen um die französischen Staatsfinanzen und politische Unsicherheit in Spanien trieben die Anleihenrenditen nach oben. Zugleich begrenzten hohe Ölpreise die Kursgewinne, und der Euro fiel gegenüber dem US-Dollar auf den tiefsten Stand seit Mai 2025. Die Aktien des französischen Elektrotechnikkonzerns Schneider Electric brachen um 10% ein, nachdem das Unternehmen die Übernahme des US-Softwareanbieters PTC für EUR 20.1 Milliarden vereinbart hatte. Belastend wirkten dabei Bedenken hinsichtlich der Bewertungen von Industriesoftwareunternehmen und der mit KI verbundenen Risiken.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG