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Lange US-Staatsanleiherendite auf höchstem Stand seit 2004

Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen stieg am Donnerstag auf den höchsten Stand seit 2004. Eine robuste Geschäftstätigkeit und Äusserungen eines Mitglieds der US-Notenbank (Fed), die auf weitere Zinserhöhungen hindeuteten, liessen entsprechende Erwartungen wieder aufleben. US-Aktien schlossen uneinheitlich, während die meisten asiatischen Börsen am Freitag nachgaben, obwohl US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping eine Verlängerung ihrer Handelsvereinbarung um zwei Monate vereinbart hatten. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) beliess unterdessen ihren Leitzins unverändert. 

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  • Autor Amira Scherz, Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

US Federal Reserve
© Shutterstock

Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen erreichte am Donnerstag 5.4% und damit den höchsten Stand seit 2004. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen blieb nahe ihrem Höchststand aus dem Jahr 2007. Eine robuste Geschäftstätigkeit, ein stärkerer US-Dollar und Äusserungen von Fed-Gouverneur Michael Barr, die auf weitere Zinserhöhungen hindeuteten, verstärkten die Sorgen über Inflation und Zinsen. Die Zinskosten der USA erreichten im zweiten Quartal den Rekordwert von 3.3% des Bruttoinlandprodukts (BIP). Dies schürte die Befürchtung, dass noch höhere Renditen nötig sein könnten, um mehr Haushaltsdisziplin zu bewirken. Im aktuellen Handel fielen die Futures auf Rohöl der Sorte Brent um 0.9% auf USD 105.66 je Barrel, während die Futures auf West Texas Intermediate (WTI) um 1.6% auf USD 93.05 je Barrel nachgaben. Gold sank um 0.3% auf rund USD 4260 je Unze, während Bitcoin um 0.2% auf rund USD 84'100 stieg.

Asiens Börsen zum Wochenschluss schwach angesichts steigender Anleihenrenditen

Die asiatischen Aktienmärkte gaben am Freitag mehrheitlich nach, da ein weltweiter Ausverkauf von Anleihen die Finanzierungskosten in die Höhe trieb. Der Hang Seng in Hongkong fiel um 1.5% und der australische S&P/ASX 200 verlor 0.6%. Japans Nikkei 225 legte dagegen um 1.3% zu, da sich Technologieaktien erholten und ein schwächerer Yen die Exportunternehmen stützte. Der indische Nifty 50 blieb nahezu unverändert. US-Präsident Trump und Chinas Präsident Xi vereinbarten am Donnerstag, den vorläufigen "Handelsfrieden" um zwei Monate zu verlängern. Wichtige Streitpunkte blieben jedoch ungelöst.

US-Aktienindizes tendieren uneinheitlich, während der US-Dollar stabil bleibt

Der Dow Jones Industrial Average fiel am Donnerstag um 0.3% auf 51'349.98 Punkte. Der S&P 500 und der Nasdaq-100 schlossen mit 7704.13 bzw. 30'478.86 Punkten nahezu unverändert. Der Russell 2000 gab um 0.1% auf 2835.57 Punkte nach. Die Ölpreise stiegen nach einer Warnung des Iran vor einer Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten. Dies trieb die Anleihenrenditen in die Höhe und schürte Inflationssorgen. Die höheren Renditen stützten auch den US-Dollar-Index, der am Freitag mit 101.26 nahe einem Zweimonatshoch notierte. Diese kurzfristige Stärke der US-Währung steht im Gegensatz zu Warren Buffetts Warnung, dass anhaltende US-Haushaltsdefizite die Währung längerfristig schwächen könnten. Die Facebook-Muttergesellschaft Meta Platforms gewann 4.5%, getragen von der Begeisterung für ihren KI-Assistenten und neue Partnerschaften. Oracle verlor dagegen 3.5% angesichts von Berichten über Schwierigkeiten bei einem Rechenzentrumsprojekt in New Mexico.

Schweizer Franken nach SNB-Entscheid schwächer

Der Schweizer Franken schwächte sich am Donnerstag ab, nachdem die SNB ihren Leitzins unverändert bei 0% belassen hatte. USDCHF stieg von CHF 0.8241 am Morgen auf CHF 0.8278 und erreichte damit den höchsten Stand seit rund einem Jahr. Der Euro kletterte gegenüber dem Franken von CHF 0.9383 auf CHF 0.9417, blieb gegenüber dem US-Dollar mit 1.1376 jedoch weitgehend stabil. Höhere Ölpreise und stärker als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten stützten den US-Dollar. Anlegerinnen und Anleger deuteten die Kommunikation der SNB als Signal für eine grössere Toleranz gegenüber Wechselkursschwankungen in beide Richtungen.

Deutsche Geschäftserwartungen verbessern sich den fünften Monat in Folge

Der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland stieg im September den fünften Monat in Folge von 88.8 Punkten im August auf 89.9 Punkte. Damit erreichte der vielbeachtete Indikator den höchsten Stand seit Mai 2023 und übertraf die Erwartungen. Die befragten Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage besser und blickten zuversichtlicher in die Zukunft. In der Industrie, im Handel und im Dienstleistungssektor nahm das Vertrauen zu, während es im Baugewerbe weitgehend unverändert blieb. Das ifo Institut prognostiziert für 2026 ein Wachstum des deutschen BIP von 1.4%. Ökonominnen und Ökonomen erwarten angesichts schwacher Investitionen, hoher Energiekosten und ungelöster struktureller Probleme jedoch nur eine moderate Erholung.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG