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Aktien fallen - Iran-Krieg und Ölpreissprung erschüttern die Märkte

Die Aktienmärkte in Asien, Europa und den USA standen zur Wochenmitte stark unter Druck, da der eskalierende Konflikt mit dem Iran die Ölpreise deutlich in die Höhe trieb und die Sorge vor einer wieder aufflammenden Inflation schürte. Südkoreas Kospi führte die Verluste unter den wichtigen Aktienindizes an. Die Ölpreise stiegen weiter kräftig, da der Verkehr durch die Strasse von Hormus stark beeinträchtigt war, was die Befürchtungen verstärkte, dass ein länger anhaltender Konflikt und hohe Energiekosten die geldpolitischen Perspektiven der Zentralbanken erschweren könnten. Die Goldpreise erholten sich am Mittwoch um 1%, nachdem die Spotpreise am Vortag um rund 4.5% eingebrochen waren, da Anlegerinnen und Anleger die Nachfrage nach sicheren Häfen gegen die Auswirkungen eines stärkeren US‑Dollars und höherer US‑Staatsanleiherenditen abwogen. Der US‑Dollar‑Index stieg am Dienstag auf ein Sechswochenhoch, bevor er sich zur Wochenmitte stabilisierte. 

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Negative Marktdaten
© Shutterstock

Der südkoreanische Kospi‑Index brach am Mittwoch um mehr als 12% ein, was zu einem vorübergehenden Handelsstopp am technologieorientierten Kosdaq führte, der rund 13% nachgab. Der Ausverkauf, der durch den eskalierenden Konflikt mit Beteiligung des Iran und die stark steigenden Ölpreise ausgelöst wurde, traf die Schwergewichte unter den Chipherstellern besonders hart: Samsung Electronics und SK Hynix verloren jeweils mehr als 9% beziehungsweise über 6%. Auch andere Börsen in der Asien-Pazifik-Region standen am Mittwoch stark unter Druck. Der japanische Nikkei 225 lag 3.7% im Minus und der australische S&P/ASX 200 gab 1.9% nach. Der Hang Seng Index in Hongkong notierte 2.5% tiefer und der CSI 300 auf dem chinesischen Festland verlor 1.1%, nachdem der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in China im Februar auf 49 gefallen war, nach 49.3 im Januar, und damit die schwachen Niveaus erreichte, die zuletzt im Oktober und April 2025 verzeichnet worden waren.

Ölpreise steigen sprunghaft, da Verkehr durch Hormus zum Erliegen kommt

Die Ölpreise legten am Mittwoch weiter zu, da der Konflikt mit Beteiligung des Iran den Verkehr durch die Strasse von Hormus massiv behinderte. Brent-Rohöl stieg über USD 83 pro Barrel, nachdem der Preis in den vorangegangenen 2 Tagen bereits rund 12% gewonnen hatte, und West Texas Intermediate wurde über USD 76 gehandelt. Die Eskalation erfolgt trotz eines am Dienstag von US‑Präsident Donald Trump angekündigten Plans, wonach die US International Development Finance Corporation Versicherungen für Öltanker bereitstellen und die US‑Marine Schiffe "falls nötig" eskortieren soll - ein Schritt, der die Märkte bislang jedoch nicht beruhigen konnte.

US-Aktien fallen angesichts der Spannungen im Nahen Osten

Die US‑Aktien gaben am Dienstag nach, da der Konflikt zwischen Israel, den USA und dem Iran die Märkte verunsicherte, wenngleich wichtige Indizes einen Teil ihrer zuvor deutlichen Verluste wieder aufholen konnten, nachdem die USA Pläne signalisiert hatten, Öllieferungen in der Nähe des Iran zu schützen. Der Dow Jones Industrial Average schloss 0.8% tiefer bei 48'501.27 Punkten, nachdem er im Tagesverlauf zeitweise bis zu 2.6% im Minus gelegen hatte, während der S&P 500 und der technologieorientierte Nasdaq 100 um 0.9% beziehungsweise 1.1% nachgaben, da sich die Anlegerinnen und Anleger auf das Risiko höherer Inflation infolge steigender Öl- und Gaspreise konzentrierten. Minenwerte standen besonders stark unter Druck, da fallende Gold- und Silberpreise sowie die Erwartung länger hoch bleibender US‑Leitzinsen die Aktien von Bergbauunternehmen belasteten.

Inflation im Eurogebiet steigt im Februar leicht an

Die Verbraucherpreisinflation im Eurogebiet hat sich im Februar auf 1.9% im Jahresvergleich beschleunigt, nach 1.7% im Januar und leicht über den Markterwartungen, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Daten hervorgeht. Die Kerninflation, die Nahrungsmittel und Energie ausklammert, stieg von 2.2% auf 2.4%. Die Daten wurden veröffentlicht, nachdem die Europäische Zentralbank bei ihrer ersten Zinssitzung des Jahres Anfang Februar die Leitzinsen unverändert gelassen und bekräftigt hatte, dass sich die Inflation im Zeitverlauf ihrem Zielwert von 2% annähern dürfte. Vertreterinnen und Vertreter der EZB haben betont, dass die Geldpolitik flexibel bleiben müsse, da der Iran-Konflikt die Energiepreise in die Höhe treiben und damit die bereits fragile Wachstumsperspektive des Eurogebiets zusätzlich belasten könnte. Die europäischen Aktienmärkte verzeichneten am Dienstag deutliche Verluste, da der Krieg im Nahen Osten die Anlegerinnen und Anleger verunsicherte und die Ölpreise nach oben trieb. Der Euro Stoxx 50 sank um 3.6%, während der deutsche DAX 3.4% verlor und der französische CAC 40 um 3.5% fiel; der Swiss Market Index gab ebenfalls um 3.1% nach.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG