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Aktien unter Druck nach Inflationssprung in den USA

US-Aktien gaben am Dienstag nach, nachdem sich die Inflation in den USA im April stärker als erwartet beschleunigt hatte. Dies trübte die Aussichten auf Zinssenkungen und belastete die Stimmung, die bereits durch neue Spannungen rund um den Iran verunsichert war. Angeführt wurde der Rückgang von Technologiewerten, während auch europäische Aktien tiefer schlossen. In Asien notierten die Aktien am Mittwoch mehrheitlich höher. Chipwerte stützten die regionalen Leitindizes, während Anlegerinnen und Anleger auf ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping blickten.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Inflation bildlich dargestellt

US-Technologiewerte gerieten am Dienstag unter Druck, da erneute Sorgen über eine mögliche Eskalation des Iran-Konflikts die Risikobereitschaft dämpften. Der Nasdaq 100 fiel um 0.9% auf 29'064.80 Punkte, nachdem sowohl er als auch der S&P 500 am Montag Rekordstände erreicht hatten. Der S&P 500 gab um 0.2% auf 7400.96 Punkte nach, während der Dow Jones Industrial Average um 0.1% auf 49'760.56 Punkte zulegte. Belastet wurde die Stimmung auch durch US-Inflationsdaten: Die Verbraucherpreise stiegen im April laut den am Dienstag veröffentlichten Daten im Jahresvergleich um 3.8%, nach 3.3% im März und damit so stark wie seit Mai 2023 nicht mehr. Der Verbraucherpreisindex erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 0.6%, während die Kerninflation, die Nahrungsmittel und Energie ausschliesst, im Jahresvergleich um 2.8% und gegenüber dem Vormonat um 0.4% zulegte. Damit blieb das zugrunde liegende Preiswachstum über dem Ziel der US-Notenbank Fed von 2%. Die Gesamtinflation wurde vor allem durch höhere Energiekosten getrieben, insbesondere durch Benzin. Gleichzeitig deuteten Wohnkosten, Bekleidung und Flugtarife auf anhaltenden Preisdruck über den Energiesektor hinaus hin.

Asiatische Märkte mehrheitlich höher

Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum tendierten am Mittwoch mehrheitlich höher, während Anlegerinnen und Anleger auf ein Treffen zwischen Trump und Xi warteten. Der südkoreanische Kospi entwickelte sich überdurchschnittlich und stieg um 2.1%, da Chipwerte zulegten. SK Hynix machte einen Sprung, nachdem Berichte aufgekommen waren, wonach Nvidia-CEO Jensen Huang Trump bei seinem China-Besuch begleiten werde. Dies weckte Hoffnungen auf eine stärkere Halbleiternachfrage. Japans Nikkei 225 notierte 0.8% höher, der Hang Seng Index in Hongkong gewann 0.1% und der CSI 300 in Festlandchina stieg um 0.5%. Australiens S&P/ASX 200 widersetzte sich dem Trend und notierte 0.5% tiefer, während Indiens Nifty 50 praktisch unverändert blieb.

Deutsche Stimmung verbessert sich im Mai

Der ZEW-Konjunkturerwartungsindex für Deutschland stieg im Mai auf minus 10.2 Punkte, nach minus 17.2 Punkten im April, wie am Dienstag veröffentlichte Daten zeigten. Damit endeten zwei Monate mit deutlichen Rückgängen, der Indikator blieb jedoch im negativen Bereich. Der Index für die aktuelle Lage verschlechterte sich von minus 73.7 auf minus 77.8 Punkte. Das Institut erklärte, eine schwache Industrieproduktion, höhere Energiepreise und eine Inflation von über 2% belasteten die Wirtschaft weiterhin, trotz Hoffnungen auf eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte 2026. Eine separate Datenveröffentlichung vom Dienstag zeigte, dass sich die Inflationsrate in Deutschland im April auf 2.9% gegenüber dem Vorjahr beschleunigte, nach 2.7% im März und 1.9% im Februar. Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber März um 0.6%, da die Energiekosten gegenüber dem Vorjahr um 10.1% zunahmen. Dies war vor allem auf den Konflikt im Iran und im weiteren Nahen Osten zurückzuführen; Kraftstoffe verteuerten sich um 26.2%. Europäische Aktien schlossen am Dienstag im negativen Bereich. Der Euro Stoxx 50 fiel um 1.4%, während der deutsche DAX 1.6% verlor.

Schweizer Produzentenpreise steigen im April

Der Schweizer Produzenten- und Importpreisindex stieg im April gegenüber März um 0.8% auf 100.5, wie am Dienstag veröffentlichte Daten zeigten. Gegenüber dem Vorjahr lag der Index 2% tiefer. Der monatliche Anstieg war hauptsächlich auf höhere Preise für Erdölprodukte, Erdöl und Erdgas sowie Basismetalle zurückzuführen. Der Importpreisindex sprang um 2.3%, während der Produzentenpreisindex um 0.2% zulegte. Importierte Energiepreise waren ein wesentlicher Faktor: Erdölprodukte verteuerten sich gegenüber März um 53.2% und gegenüber dem Vorjahr um 58.4%, während Erdöl und Erdgas im Monatsvergleich um 58.4% zulegten. Trotz der Erholung im April blieb das Preisniveau für inländische und importierte Produkte insgesamt unter dem Niveau von April 2025. Der Schweizer SMI entwickelte sich besser als die europäischen Märkte und legte am Dienstag um 0.1% zu.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG