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Aktienmärkte unter Druck nach Fed-Entscheid

Eine gespaltene US-Notenbank verunsicherte Anlegerinnen und Anleger am Mittwoch: Sie beliess die Zinsen unverändert, doch drei Mitglieder stimmten für eine Erhöhung und unterstrichen die anhaltenden Inflationsrisiken. Die US-Börsen schlossen deutlich tiefer, angeführt von Technologiewerten, während die meisten asiatischen Märkte am Donnerstag trotz starker Quartalszahlen von Samsung Electronics nachgaben. Nachbörsliche Kursgewinne bei Microsoft standen einem deutlichen Kursrückgang bei Meta gegenüber und verstärkten die Sorgen über die hohen Investitionen für das Wachstum im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Am Donnerstag richten sich die Blicke auf den Zinsentscheid der Bank of England, US-Wachstums- und Inflationsdaten sowie Quartalszahlen von Amazon und Apple.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

US Federal Reserve
© Shutterstock

Die US-Notenbank beliess ihren Leitzins am Mittwoch zum fünften Mal in Folge in der Spanne von 3.5% bis 3.75%, obwohl drei Mitglieder eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bevorzugten. Fed-Vorsitzender Kevin Warsh erklärte, die US-Wirtschaft, die Investitionen und der Arbeitsmarkt blieben robust, betonte jedoch, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei und die Notenbank ihrem Ziel von 2% verpflichtet bleibe. Die Kerninflation, gemessen am Verbraucherpreisindex (VPI), verlangsamte sich im Juni von 2.9% im Mai auf 2.6%, während die Gesamtinflation, unterstützt durch einen Rückgang der Benzinpreise um fast 10%, von 4.2% auf 3.5% sank. Die erneuten Spannungen im Nahen Osten haben die Ölpreise seither wieder steigen lassen und damit die Sorge verstärkt, dass höhere Energiekosten zu einer breiteren Inflation führen könnten. Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen am Mittwoch: Die zweijährige Rendite erhöhte sich auf 4.3%, die zehnjährige auf 4.7%, da Anlegerinnen und Anleger die Aussicht auf eine weitere geldpolitische Straffung neu bewerteten. Unterdessen fiel Gold um 0.5% auf USD 4046.48 je Unze, während der US-Dollar kaum verändert war, da Warshs Inflationsaussagen und steigende Anleiherenditen die Attraktivität des zinslosen Edelmetalls verringerten.

US-Aktien nach Fed-Entscheid deutlich tiefer

US-Aktien gaben am Mittwoch nach dem Fed-Entscheid deutlich nach. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 2.2% auf 51'594.14 Punkte, der S&P 500 verlor 1.5% auf 7316.15 Punkte und der Nasdaq-100 sank um 2.1% auf 27'192.31 Punkte. Damit fiel der Index den sechsten Handelstag in Folge. Steigende Ölpreise nach erneuten iranischen Angriffen verunsicherten ebenfalls Anlegerinnen und Anleger. Davon profitierten Chevron und ExxonMobil, während Fluggesellschaften unter Druck gerieten. Besonders schwach entwickelten sich Technologie- und KI-bezogene Aktien: Micron verlor 10%, Nvidia 3.6%.

Microsoft steigt, Meta fällt nach Quartalszahlen

Microsoft-Aktien stiegen am Mittwoch im nachbörslichen Handel um 7.9%, nachdem der Softwarekonzern für das vierte Geschäftsquartal einen Gewinn je Aktie von USD 4.74 und einen Umsatz von USD 90 Mrd. gemeldet hatte, die beide über den Erwartungen lagen. Der Umsatz von Azure überstieg zudem erstmals USD 100 Mrd. Meta-Aktien fielen um 7.5%, nachdem die Facebook-Mutter im zweiten Quartal mit USD 60.8 Mrd. die Umsatzerwartungen übertraf. Der Gewinn je Aktie von USD 6.18 verfehlte hingegen die Prognosen aufgrund von Kosten von USD 3.6 Mrd. für Rechtsrisiken und Abfindungen. Auch Metas Umsatzprognose für das dritte Quartal von USD 61 Mrd. bis USD 64 Mrd. lag am Mittelpunkt unter den Erwartungen. Die geplanten Investitionen für 2026 stiegen auf USD 135 Mrd. bis USD 145 Mrd.; Microsofts Investitionen beliefen sich im Quartal auf USD 41 Mrd.

Asiatische Aktien trotz Samsung-Zahlen tiefer

Die meisten asiatischen Aktienmärkte gaben am Donnerstag nach, da die Sorgen um die Rendite von KI-Investitionen anhielten. Auch die Unsicherheit über den nächsten Schritt der US-Notenbank sowie die erneuten Spannungen zwischen den USA und Iran belasteten die Stimmung. Der südkoreanische Kospi fiel um 1.1%, nachdem er einen anfänglichen Anstieg von fast 5% abgegeben hatte. Damit weitete sich der Rückgang der vergangenen zwei Tage auf fast 17% aus, obwohl Samsung Electronics im Jahresvergleich einen mehr als 250-fachen Anstieg des operativen Gewinns im Halbleitergeschäft gemeldet hatte. Samsung-Aktien notierten nahezu unverändert, während SK Hynix nach Rekordgewinnen, die die hohen Erwartungen nicht erfüllten, rund 4% verlor. Der chinesische CSI 300 gab 1% nach, während der japanische Nikkei 225 um 0.7% zulegte. Australische Aktien verloren fast 1%.

Europäische Aktien vor Fed-Entscheid tiefer

Die europäischen Aktienmärkte gaben am Mittwoch mehrheitlich nach, da höhere Ölpreise, erneute Spannungen zwischen Iran und den USA sowie Vorsicht vor der Fed-Entscheidung die Stimmung belasteten. Der Euro Stoxx 50 verlor 0.7% auf 6245.35 Punkte, während der Schweizer SMI nach seiner jüngsten Rekordrally um 0.6% auf 14'486.10 Punkte sank. Luxusgüteraktien entwickelten sich uneinheitlich: Hermès fiel wegen Sorgen um das Lederwarengeschäft und begrenzterem Spielraum für Preiserhöhungen um 11%, während Kering um fast 17% zulegte, da sich die Entwicklung der Marke Gucci verbesserte. Energiewerte profitierten von steigenden Rohölpreisen, wobei Eni nach starken Zahlen und einem umfangreicheren Aktienrückkaufprogramm mit einem Plus von 7.1% herausragte.

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Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von Amazon, Apple, Bristol-Myers Squibb, Cigna, Mastercard, Regeneron Pharmaceuticals und Stryker.

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Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG