LGT Navigator

Aktienrally – Hoffnung auf Iran-Gespräche dämpft Inflationssorgen

Die weltweiten Aktienmärkte setzten am Mittwoch ihre Kursgewinne fort. Anzeichen möglicher neuer Gespräche zwischen Washington und Teheran dämpften die geopolitischen Spannungen und drückten die Ölpreise, obwohl die US-Grosshandelspreise schneller stiegen. US-Aktien legten am Dienstag zu, angeführt von Technologiewerten. S&P 500 und Nasdaq 100 machten sämtliche Verluste seit Beginn des Iran-Konflikts wieder wett, während die Märkte in Asien dem Aufwärtstrend folgten, gestützt von einer starken Nachfrage nach KI-bezogenen Chipherstellern in Korea. Die Daten zu den US-Erzeugerpreisen zeigten den schnellsten jährlichen Anstieg seit 3 Jahren. Damit bleiben Inflationsrisiken im Fokus, bevor sich weitere Vertreterinnen und Vertreter der Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank äussern.

  • Datum
  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

© Shutterstock

Die Preise für Rohöl gaben am Dienstag nach, während die Märkte die Aussicht auf neue Gespräche zwischen Washington und Teheran abwägten. Eine Vertreterin des Weissen Hauses sagte, eine zweite Runde von Verhandlungen zwischen den USA und Iran werde geprüft. US-Präsident Donald Trump deutete später an, die Gespräche könnten in Islamabad in den nächsten 2 Tagen stattfinden – noch vor dem Auslaufen eines fragilen Waffenstillstands. Die Goldpreise waren leicht schwächer und notierten am Mittwoch bei rund USD 4830 je Feinunze, während Silber leicht zulegen konnte. Die Renditen von US-Staatsanleihen gaben über die gesamte Zinskurve hinweg nach, wobei die Laufzeiten von 2, 10 und 30 Jahren bei etwa 3.7%, 4.2% bzw. 4.9% rentierten. Der US-Dollar zeigte sich gegenüber den wichtigsten Währungen weitgehend unverändert, während sich Bitcoin nach jüngsten Kursgewinnen bei rund USD 74'000 stabilisierte.

Aktien in Asien steigen dank Tech-Gewinnen und Iran-Hoffnungen

Die Aktienmärkte in Asien legten am Mittwoch zu, wobei Technologiewerte den starken Kursanstieg an der Wall Street nachvollzogen. Der Nikkei 225 notierte 0.5% im Plus, während der koreanische Kospi mit einem Anstieg von 2.6% überdurchschnittlich zulegte. Koreanische Speicherchiphersteller wie SK Hynix und Samsung Electronics legten zu, gestützt von der Erwartung einer anhaltend hohen Nachfrage im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. Australiens S&P/ASX 200 veränderte sich kaum und lag 0.1% im Plus. Der Hang Seng Index in Hongkong stieg um 0.5%, und der CSI 300 auf dem chinesischen Festland notierte nahezu unverändert, während Indiens Nifty 50 um 1.6% zulegen konnte. Die Anlegerstimmung profitierte von Signalen aus Washington, wonach die Gespräche mit Iran trotz anhaltender Spannungen wieder aufgenommen werden könnten – darunter eine US-Seekontrolle iranischer Schiffe und Drohungen aus Teheran gegen benachbarte Golfhäfen, nachdem die Gespräche am Wochenende gescheitert waren.

US-Aktien steigen dank Hoffnung auf Iran-Gespräche

Die US-Aktienindizes setzten ihre Kursgewinne am Dienstag fort, da die Aussicht auf weitere Friedensgespräche zwischen den USA und Iran die Spannungen im Persischen Golf dämpfte, die Ölpreise sinken liess und Inflationssorgen reduzierte. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 0.7%, während der breiter gefasste S&P 500 um 1.2% zulegte und der technologieorientierte Nasdaq 100 um 1.8% anstieg. Letztere beide haben damit bereits die Verluste seit Ausbruch des Iran-Konflikts Ende Februar vollständig aufgeholt. Früh in der US-Berichtssaison reagierten die Aktien grosser Banken gemischt auf die Zahlen zum 1. Quartal: JPMorgan gab trotz höherer Handelserträge nach, Citigroup legte dank robuster Märkte zu, und Wells Fargo fiel nach enttäuschenden Nettozinserträgen deutlich zurück.

US-Grosshandelspreise erreichen Drei-Jahres-Hoch

Die US-Erzeugerpreise stiegen im März gegenüber dem Vorjahr um 4% und verzeichneten damit den höchsten Anstieg seit 3 Jahren. Höhere Ölpreise liessen den Produzentenpreisindex (PPI) gegenüber Februar um 0.5% steigen und damit den Zuwachs des Vormonats wiederholen, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Daten hervorgeht. Ein Sprung der Benzinpreise um 15.7% war für fast die Hälfte des monatlichen Anstiegs verantwortlich, während fallende Nahrungsmittelpreise und unveränderte Dienstleistungskosten den Gesamtanstieg begrenzten. Der Kern-PPI, der Nahrungsmittel und Energie ausklammert, legte im Monatsvergleich um 0.1% zu und blieb im Jahresvergleich bei 3.8%. Die Daten wurden Mitte März erhoben, also rund 2 Wochen nach Beginn der US-israelischen Luftangriffe im Iran. Die Zahlen folgten auf jüngste Veröffentlichungen zum Verbraucherpreisindex (VPI), der einen monatlichen Anstieg der Verbraucherpreise um 0.9% und einen jährlichen Anstieg um 3.3% zeigte. Die Daten werden genau beobachtet, da der PPI in den von der Federal Reserve bevorzugten Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) einfliesst, in dem Komponenten wie Flugpreise im März um 4.1% gestiegen sind.

EZB bleibt bei Zinspolitik vorsichtig angesichts der Folgen des Iran-Kriegs

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, sagte am Dienstag, dass die geldpolitischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger noch nicht über eine Zinserhöhung entschieden hätten, da die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs auf das Eurogebiet weiterhin unklar seien. Während die Märkte aufgrund der höheren Treibstoffkosten infolge der Schliessung der Strasse von Hormus über eine baldige Anhebung der Leitzinsen spekulieren, betonte Lagarde, es sei zu früh für eindeutige Schlussfolgerungen, und grenzte sich von Kolleginnen und Kollegen ab, die klare geldpolitische Signale gegeben hatten. Sie stellte fest, dass sich die Wirtschaft im Eurogebiet derzeit zwischen dem Basisszenario und dem negativen Szenario der EZB bewege. Anlegerinnen und Anleger könnten dies so interpretieren, dass die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Zinserhöhung sinkt, obwohl das Stressszenario von einem Anstieg der Inflation auf 4.8% im kommenden Jahr ausgeht. Der Euro Stoxx 50 legte um 1.3% auf 5983.25 Punkte zu, während der deutsche DAX 1.3% auf 24'044.22 Punkte gewann, der französische CAC 40 um 1.1% auf 8327.86 Punkte stieg und der Swiss Market Index 0.9% auf 13'268.23 Punkte zulegen konnte.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von ASML, Bank of America, Hermes International, Morgan Stanley, Progressive und Sika.

Konjunkturdaten im Fokus: Industrieproduktion Eurozone (11:00), Empire-State-Herstellungsindex (14:30), Präsident der Schweizerischen Nationalbank Martin Schlegel spricht (19:00), Fed Beige Book USA (20:00) und Präsidentin der Europäischen Zentralbank Christine Lagarde spricht (21:30).

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie Insights und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG