LGT Navigator

Asiens Märkte tendieren zu Wochenbeginn uneinheitlich angesichts steigender Ölpreise

Die Aktienbörsen im asiatisch-pazifischen Raum tendierten am Montag uneinheitlich, da höhere Ölpreise und Sorgen über einen länger andauernden Iran-Konflikt die Stimmung belasteten. Der südkoreanische Kospi legte jedoch deutlich zu, nachdem er ein Rekordhoch erreicht hatte. Brent-Rohöl und die US-Referenzsorte WTI stiegen beide kräftig, nachdem US-Präsident Donald Trump den jüngsten Vorschlag Irans zur Beendigung des Kriegs abgelehnt hatte. Dadurch nahmen die Befürchtungen hinsichtlich weiterer Störungen in der Strasse von Hormus zu. Die US-Aktienindizes an der Wall Street schlossen am Freitag überwiegend höher, angeführt von Technologiewerten, während die europäischen Indizes tiefer aus dem Handel gingen.

  • Datum
  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Märkte
© Shutterstock

In dieser Woche richtet sich der Fokus der Märkte auf eine umfangreiche Reihe von US-Inflations- und Konjunkturdaten, die den Ausblick für Wachstum, Preise und die Geldpolitik der Federal Reserve mitprägen dürften. In den Vereinigten Staaten wird am Dienstag der Verbraucherpreisindex (VPI) für April veröffentlicht, gefolgt von der Erzeugerpreisinflation am Mittwoch sowie den Einzelhandelsumsätzen für April und den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag. Auch in Europa stehen wichtige Daten an: der deutsche VPI am Dienstag, die französische Inflation und das Bruttoinlandprodukt (BIP) der Eurozone für das erste Quartal am Mittwoch sowie das britische BIP für das erste Quartal am Donnerstag. Japan veröffentlicht am Dienstag die Haushaltsausgaben für März. Die Schweizer Börse bleibt am Donnerstag wegen des Auffahrt-Feiertages geschlossen. Da die meisten Ergebnisse der US-Mega-Caps nun vorliegen, verlagert sich der Fokus der Anlegerinnen und Anleger auf europäische Standardwerte, mit wichtigen Ergebnissen von Siemens (Mittwoch), Allianz (Mittwoch), Deutsche Telekom (Mittwoch), Zurich Insurance (Mittwoch) und National Grid (Donnerstag). In Asien dürften auch die chinesischen Internet-Schwergewichte Tencent (Mittwoch) und Alibaba (Mittwoch) zu den wichtigsten globalen Ergebnistreibern der Woche zählen.

Asiens Börsen tendieren zu Wochenbeginn uneinheitlich

Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum tendierten am Montag uneinheitlich, da höhere Ölpreise und Sorgen über einen länger andauernden Iran-Konflikt die Stimmung belasteten. Der südkoreanische Kospi stieg jedoch um 4.5%, nachdem er ein Rekordhoch erreicht hatte. Brent-Rohöl kletterte um 4.1% auf USD 105 pro Barrel, und die US-Sorte West Texas Intermediate legte um 4.7% auf USD 100 zu, nachdem US-Präsident Trump den jüngsten Vorschlag Irans zur Beendigung des Kriegs abgelehnt hatte. Andernorts in der asiatisch-pazifischen Region stieg der CSI 300 auf dem chinesischen Festland um 1.4%. Dagegen notierte der japanische Nikkei 225 0.4% tiefer, der australische S&P/ASX 200 gab um 0.6% nach, und der Hang Seng Index in Hongkong verlor 0.2%.

Bei den makroökonomischen Daten stiegen Chinas Verbraucherpreise im April gegenüber dem Vorjahr um 1.2%, nach 1% im März. Die Erzeugerpreise erhöhten sich um 2.8%, beschleunigten sich damit von 0.5% und erreichten laut den am Montag veröffentlichten Daten den höchsten Stand seit Juli 2022. Der Anstieg wurde durch höhere Rohstoff- und Energiekosten im Zusammenhang mit Störungen in der Strasse von Hormus sowie durch stärkere reise- und konsumbezogene Ausgaben während der Feiertage getrieben. Offizielle Zahlen zeigten zudem, dass die Einzelhandelspreise für Benzin gegenüber dem Vorjahr um 19.3% gestiegen sind. Trotz erhöhter Inflation und stärkerem Exportwachstum, belasten die schwache Binnennachfrage und der anhaltende Abschwung am Immobilienmarkt weiterhin Chinas Wirtschaft.

US-Aktien steigen trotz Spannungen im Nahen Osten

Die US-Aktienmärkte schlossen am Freitag überwiegend höher. Der S&P 500 stieg um 0.8% auf 7398.93 Punkte, und der Nasdaq 100 legte um 2.4% auf 29'234.99 Punkte zu. Beide erreichten neue Rekordstände, während der Dow Jones Industrial Average mit 49'609.16 Punkten kaum verändert blieb. Die Aktie des Chipherstellers Intel kletterte um fast 14%, und Apple gewann 2%, nachdem Berichte nahegelegt hatten, dass die beiden Unternehmen eine vorläufige Vereinbarung erzielt haben, wonach Intel einige Chips für Apple-Geräte produzieren soll.

Die Beschäftigung ausserhalb der Landwirtschaft in den USA stieg im April laut den am Freitag veröffentlichten Daten um 115'000 Stellen. Damit verlangsamte sich das Wachstum gegenüber 185'000 im März, fiel aber stärker aus als vom Markt erwartet. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4.3%, während die durchschnittlichen Stundenlöhne gegenüber März um 0.2% und im Vergleich zum Vorjahr um 3.6% stiegen, was auf nachlassenden Lohndruck hindeutet. Das Gesundheitswesen schuf 37'000 Stellen, während auch Transport und Lagerhaltung, der Einzelhandel und soziale Dienstleistungen Zuwächse verzeichneten. Informationsdienstleistungen bauten hingegen 13'000 Stellen ab. Separate Daten zeigten, dass die US-Verbraucherstimmung Anfang Mai auf ein Rekordtief von 48.2 Punkten fiel, ein Rückgang um 3.2% gegenüber April und um 7.7% gegenüber dem Vorjahr, da die Haushalte von steigenden Benzinpreisen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg und anhaltenden Zollbedenken belastet wurden.

Deutsche Importe im März deutlich gestiegen

Die deutschen Exporte stiegen im März gegenüber Februar um 0.5% auf EUR 135.8 Milliarden, wie aus den am Freitag veröffentlichten Daten hervorgeht. Die Importe kletterten derweil um 5.1% auf EUR 121.5 Milliarden. Der Handelsüberschuss verringerte sich von EUR 19.6 Milliarden im Februar und EUR 19.9 Milliarden im März 2025 auf EUR 14.3 Milliarden, da das Importwachstum die Exportzuwächse übertraf. Die Exporte lagen 1.9% über dem Vorjahresniveau, während die Importe um 7.2% stiegen. Die Lieferungen in EU-Länder nahmen gegenüber dem Vormonat um 3.4% zu, die Exporte in die USA fielen jedoch um 7.9%. Deutschlands Exporte in die USA lagen zudem 21.4% unter dem Vorjahreswert, der stärkste jährliche Rückgang seit Juni 2020. Die europäischen Aktienindizes schlossen am Freitag tiefer. Der Euro Stoxx 50 fiel um 1%, während der deutsche DAX 1.3% nachgab und der französische CAC 40 1.1% verlor.

Schweizer Konsumentenstimmung leicht verbessert

Die Stimmung der Schweizer Privathaushalte lag im April laut den in dieser Woche veröffentlichten Daten bei -40 Punkten, eine Verbesserung um zwei Punkte gegenüber April 2025. Das SECO teilte mit, dass die Erwartungen für die Wirtschaft und die Einschätzungen zur vergangenen finanziellen Lage der Haushalte stärker ausfielen als im Vorjahr, während die Erwartungen für die künftige finanzielle Lage kaum verändert waren. Der Subindex für den Zeitpunkt grösserer Anschaffungen lag jedoch unter dem Wert des entsprechenden Vorjahresmonats. Die Daten deuteten darauf hin, dass das Vertrauen der Schweizer Konsumenten insgesamt verhalten blieb, trotz einer moderaten Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Der Swiss Market Index gab am Freitag um 0.3% nach.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von Hannover Re.

Konjunkturdaten im Fokus: Verkäufe bestehende Eigenheime USA (16:00).

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie Insights und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG