LGT Navigator

Bank of Japan hebt Wachstumsprognose an und belässt Zinsen unverändert

Die Bank of Japan (BOJ) hat ihren Leitzins am Freitag unverändert gelassen, aber ihre Wachstumsprognosen angehoben und signalisiert damit Vertrauen in eine allmähliche wirtschaftliche Expansion. Die Aktienmärkte in Asien notierten im Plus, angeführt von Technologiewerten nach positiven Kommentaren von Nvidia zur Nachfrage nach Lösungen im KI-Bereich. An der Wall Street setzten die US-Indizes ihre Kursgewinne am Donnerstag nach stärker als erwarteten US-Wachstumsdaten fort, obwohl Intel im nachbörslichen Handel wegen eines schwächeren kurzfristigen Ausblicks nachgab. Auch die europäischen Börsen erholten sich, da sich die geopolitischen Spannungen und Handelskonflikte entspannten. Die Nachfrage nach sicheren Häfen blieb hoch, wobei Gold angesichts geopolitischer Risiken ein neues Rekordhoch erreichte.

  • Datum
  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

The Strategist BoJ
© Shutterstock

Die japanische Zentralbank beliess ihren Leitzins am Freitag bei 0.75%, während sie ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Geschäftsjahr bis Ende März 2026 auf 0.9% anhob und für das darauffolgende Geschäftsjahr ein Wachstum von 1% erwartet. Die BoJ rechnet mit einer moderaten wirtschaftlichen Expansion, die von einem positiven Zusammenspiel aus Lohn- und Preissteigerungen getragen wird, auch wenn sie davon ausgeht, dass die Inflation in der ersten Jahreshälfte unter das Ziel von 2% fällt. Die Gesamtinflation in Japan verlangsamte sich im Dezember auf 2.1% nach 2.9% im November und erreichte damit den tiefsten Stand seit März 2022, blieb aber laut den am Freitag veröffentlichten Daten den 45. Monat in Folge über dem 2%-Ziel der BoJ. Der Yen hat sich trotz der jüngsten geldpolitischen Straffung abgeschwächt, da die Renditen japanischer Staatsanleihen vor dem Hintergrund von Haushaltsbedenken sowie umfangreichen Budget- und Konjunkturprogrammen auf Mehrjahreshochs gestiegen sind.

Asiens Börsen legen dank starker Technologiewerte zu

Der japanische Nikkei 225 notierte nach dem Zinsentscheid der Zentralbank am Freitag 0.3% höher. Die meisten anderen Aktienmärkte im Asien-Pazifik-Raum tendierten am Freitag ebenfalls fester, gestützt von Kursgewinnen im Technologiesektor, nachdem positive Kommentare des US-Chipherstellers Nvidia zur Nachfrage nach Lösungen im Bereich von KI die Stimmung im gesamten Sektor aufgehellt hatten. Der koreanische Kospi lag 0.7% im Plus, und der australische S&P/ASX 200 stieg um 0.1%. Der Hang Seng Index in Hongkong legte um 0.3% zu, während der chinesische Festlandindex CSI 300 0.3% tiefer notierte.

US-Aktien setzten Kursgewinne am Donnerstag fort

Die US-Aktienmärkte legten am Donnerstag zu, da nachlassende geopolitische Spannungen und ein stärker als erwartetes Wachstum der US-Wirtschaft im dritten Quartal die Risikobereitschaft stützten. Der Dow Jones Industrial stieg um 0.6%, der Nasdaq 100 um 0.8% und der S&P 500 um 0.6%. Die Aktien von Intel gaben im nachbörslichen Handel am Donnerstag um mehr als 11% nach, nachdem der US-Chiphersteller eine verhaltene Prognose für das erste Quartal veröffentlichte und einen Umsatz von rund USD 12.2 Milliarden in Aussicht stellte, was unter den höheren Markterwartungen lag, sowie einen stagnierenden Gewinn je Aktie prognostizierte.

US-Wirtschaftswachstum beschleunigt sich dank Konsumnachfrage

Das Bruttoinlandsprodukt der USA ist im dritten Quartal mit einer annualisierten Rate von 4.4% gewachsen, wie die am Donnerstag veröffentlichten Daten zeigen. Zuvor war für das zweite Quartal ein Wachstum von 3.8% gemeldet worden, und die vorangehende Schätzung für das dritte Quartal hatte bei 4.3% gelegen. Damit verzeichnete die US-Wirtschaft das schnellste Wachstum seit dem dritten Quartal 2023. Die Konsumausgaben, die rund 70% der US-Wirtschaftsleistung ausmachen, stiegen um 3.5% und wurden von einer höheren Nachfrage nach Dienstleistungen getragen, während stärkere Exporte und schwächere Importe das Wachstum zusätzlich stützten. Die Unternehmensinvestitionen ohne den Wohnungsbau legten um 3.2% zu, wobei ein Teil des Anstiegs mit Ausgaben im Zusammenhang mit KI in Verbindung gebracht wird. Bei den Daten vom Arbeitsmarkt stiegen die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenunterstützung in der vergangenen Woche auf 200'000 und damit um 1000 gegenüber der revidierten Vorwoche, blieben jedoch unter den Markterwartungen. Dies untermauert das Bild eines Arbeitsmarktes mit verhaltenen Neueinstellungen und begrenzten Entlassungen im Vorfeld der geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank in der kommenden Woche.

Europäische Börsen erholen sich nach Einigung zu Grönland

Die europäischen Aktienmärkte legten am Donnerstag zu, da nachlassende Spannungen rund um Grönland und drohende Handelskonflikte zwischen den USA und Europa die Risikostimmung stützten. Der EuroStoxx 50 stieg um 1.2%, und der Schweizer SMI gewann 0.7%. Zyklische Sektoren führten die Erholung an, während Automobilhersteller von der Erleichterung profitierten, dass US-Präsident Donald Trump die Zolldrohungen gegenüber Europa nicht wiederaufgenommen hatte, was den Aktien von Volkswagen zu einem Kursplus von 6.4% verhalf.

Gold steigt angesichts Iran-Spannungen auf Rekordhoch

Gold kletterte am Freitag im asiatischen Handel auf ein neues Rekordhoch, wobei der Spotpreis bei rund USD 4950 je Feinunze lag, da die geopolitischen Spannungen und ein schwächerer US-Dollar die Nachfrage nach sicheren Häfen antrieben. Auch Silber und Platin erreichten neue Rekordstände. Die starken Kursgewinne der Edelmetalle seit Jahresbeginn wurden zudem durch Sorgen über globale politische Risiken, die Erwartung weiterer Zinssenkungen der US-Notenbank und eine Abkehr von Staatsanleihen vor dem Hintergrund von Haushaltsbedenken gestützt. Ein schwächerer US-Dollar hat die Entwicklung zusätzlich begünstigt. Trumps Warnung, dass ein US-Flottenverband in Richtung Iran unterwegs sei, hat die Befürchtungen vor einem möglichen Konflikt im Nahen Osten verstärkt und eine Risikoprämie über die Rohstoffmärkte hinweg eingepreist. Die Ölpreise zogen ebenfalls an, wobei die Futures auf Brent und WTI am Freitag jeweils um rund 0.8% stiegen.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Es stehen heute keine wichtigen Unternehmensnachrichten an.

Konjunkturdaten im Fokus: Detailhandelsumsätze Grossbritannien (08:00), Einkaufsmanagerindex Frankreich (09:15), Einkaufsmanagerindex Deutschland (09:30), Einkaufsmanagerindex Grossbritannien (10:30), Detailhandelsumsätze Kanada (14:30), Einkaufsmanagerindex USA (15:45) und Verbrauchervertrauen der Universität Michigan (16:00).

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie Insights und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG