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Schweizer Wachstum verhalten, Feiertage bremsen Märkte

Das Wirtschaftswachstum der Schweiz blieb im vierten Quartal verhalten. Das gesamte Jahresergebnis lag weiterhin unter dem langfristigen Trend, obwohl die Wirtschaftsleistung deutlich über dem Vorkrisenniveau der Pandemie lag, wie am Montag veröffentlichte Daten zeigten. Die Aktienmärkte in der Schweiz und Europa bewegten sich in einem dünnen Handel nur wenig, da Feiertage in den Vereinigten Staaten und Teilen Asiens die Umsätze dämpften, auch wenn Schweizer Blue Chips leichte Gewinne verbuchten und europäische Banktitel besser abschnitten. Der Handel in Asien wurde ebenfalls durch das chinesische Neujahrsfest beeinträchtigt. Japanische Aktien gaben angesichts schwacher Wachstumsdaten und Sorgen um den Technologiesektor nach, während die australische Börse von Kursgewinnen bei grossen Bergbauunternehmen profitierte.

  • Datum
  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Made in Switzerland
© Shutterstock

Das Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP) ist im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0.2% gestiegen, wie eine am Montag veröffentlichte Schätzung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zeigt. Zuvor war die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal um 0.5% geschrumpft, nachdem sie im zweiten Quartal um 0.2% zugenommen hatte. Im Gesamtjahr 2025 legte das Schweizer BIP um 1.4% zu, nach Wachstumsraten von 1.2% im Jahr 2024 und 1.3% im Jahr 2023. Damit liegt das Wachstumstempo laut Seco weiterhin unter dem langfristigen Durchschnitt von 1.8%, obwohl das Niveau der Wirtschaftsleistung 11.2% über dem Vorkrisenstand von 2019 liegt. Anhaltender Druck durch höhere US-Zölle, einen starken Schweizer Franken und die Schwäche exportorientierter Branchen, insbesondere der Chemie- und Pharmaindustrie, trugen zu der schwachen Wachstumszahl bei. Die Schweizer Aktienmärkte schlossen am Montag leicht im Plus, wobei der Blue-Chip-Index SMI in einem ruhigen Handel angesichts der Feiertage an den US- und asiatischen Märkten um 0.4% auf 13656.00 Punkte zulegte, nachdem er im Tagesverlauf ein neues Rekordhoch von 13670 Punkten markiert hatte. Im Vorfeld einer anstehenden, intensiven Berichtswoche von Unternehmen in der Schweiz, in deren Rahmen am Donnerstag unter anderem der Nahrungsmittelriese Nestlé seine Ergebnisse vorlegt, setzten Umschichtungen von bisherigen Kursgewinnerinnen und Kursgewinnern in Nachzüglerinnen und Nachzügler im Rahmen einer breiteren Konsolidierungsphase ein.

Europäische Aktien im Feiertagshandel kaum verändert

Die europäischen Aktienindizes verzeichneten am Montag nur geringe Veränderungen, da Börsenschliessungen in Teilen Asiens und in den Vereinigten Staaten anlässlich von Feiertagen die Handelsvolumen bremsten und klare Impulse verhinderten. Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, gab leicht um 0.1% auf 5978.75 Punkte nach, nachdem er im Verlauf kurzzeitig die Marke von 6000 Punkten überschritten hatte. Bankaktien führten die Sektorentwicklung an: Ihr Subindex erholte sich um 1.4% von den Tiefständen vor Weihnachten, da fallende Anleihenrenditen Finanzinstitute wie Santander, Unicredit, BNP Paribas, ING und Nordea unterstützten. Das makroökonomische Umfeld blieb schwach: Die Industrieproduktion in der Eurozone ging im Dezember gegenüber November um 1.4% zurück, wie am Montag veröffentlichte Daten zeigen, nachdem sie im Vormonat um 0.3% gestiegen war. Im Jahresvergleich lag die Produktion im Dezember jedoch 1.2% über dem Vorjahreswert, und die durchschnittliche Industrieproduktion für 2025 legte gegenüber 2024 um 1.5% zu.

Asiens Börsen uneinheitlich, Japan hinkt hinterher

Die asiatischen Aktienmärkte tendierten am Dienstag in einem durch Feiertage ausgedünnten Handel uneinheitlich. Der japanische Leitindex Nikkei 225 verlor 0.5%, nachdem schwache BIP-Zahlen für das vierte Quartal und wiederaufkommende Sorgen um künstliche Intelligenz auf Technologiewerte wie SoftBank Group drückten und Industriewerte wie Kawasaki Heavy Industries und Hitachi belasteten. Die Handelsvolumen in der Region wurden gedämpft, da die Börsen in China, Hongkong, Südkorea und Singapur wegen des chinesischen Neujahrsfestes geschlossen blieben, während der US-Feiertag am Montag den Orientierungsspielraum für Anlegerinnen und Anleger in Asien zusätzlich einschränkte. Der australische Leitindex ASX 200 legte um 0.2% zu, gestützt von einem fast 7% starken Kurssprung auf ein Rekordhoch beim Bergbaukonzern BHP, nachdem das Unternehmen für das erste Halbjahr robuste Ergebnisse gemeldet hatte, die von einem Kupferpreisanstieg gegen Ende 2025 und einer Rekordproduktion bei Eisenerz getragen wurden.

Gold gibt nach, US-Daten und Gespräche im Fokus

Die Preise für Gold und Silber setzten ihre Verluste am Dienstag fort: Der Spotpreis für Gold fiel um 1.9% auf USD 4900 je Feinunze, während der Spotpreis für Silber um 2.3% nachgab. Die Handelsaktivität blieb aufgrund der Feiertage in China und den Vereinigten Staaten verhalten, und ein leicht festerer US-Dollar sorgte für zusätzlichen Druck auf Edelmetalle. Die in Genf geplanten Atomgespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran vor dem Hintergrund erhöhter militärischer Spannungen im Nahen Osten sowie einer zunehmend restriktiven Wahrnehmung des designierten Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh führten trotz der Entsendung zusätzlicher US-Truppen und iranischer Militärübungen in der Strasse von Hormus nicht zu einer stärkeren Flucht in die als sicher geltende Anlage Gold.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG