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TSMC legt starke Zahlen vor, Aktienmärkte reagieren jedoch verhalten

Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, der grösste Auftragschiphersteller der Welt und Asiens grösstes Technologieunternehmen nach Marktkapitalisierung, meldete am Donnerstag einen starken Anstieg von Gewinn und Umsatz im vierten Quartal. Die Zahlen konnten die breiteren Aktienmärkte im Asien-Pazifik-Raum jedoch kaum stützen. Die US-Aktien setzten ihren Rückgang am Mittwoch fort, da Verluste bei den Technologieriesen der "Magnificent 7" und Schwächen bei den grossen Banken den S&P 500 weiter von seinem jüngsten Höchststand abziehen liessen, während auch die europäischen Leitindizes von Rekordniveaus zurückkamen. An den Rohstoffmärkten gaben Gold und Öl nach, nachdem US-Präsident Donald Trump eine weichere Haltung gegenüber dem Iran signalisierte und eine engere Zusammenarbeit mit Venezuela in Aussicht stellte - Schritte, die die geopolitischen Risikoprämien und Angebotsbedenken dämpften.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

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Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, der grösste Auftragschiphersteller der Welt und Asiens grösstes Technologieunternehmen nach Marktkapitalisierung, verzeichnete am Donnerstag im vierten Quartal einen Anstieg des Nettogewinns um 35% gegenüber dem Vorjahr. Das Ergebnis übertraf die Markterwartungen und markierte dank der robusten Nachfrage nach Prozessoren für künstliche Intelligenz einen neuen Rekord. Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich um 20.5% auf etwas mehr als TWD 1 Billion und lag damit ebenfalls über den Prognosen. Die Sparte für Hochleistungsrechnen - dazu gehören KI- und 5G-Anwendungen für Kundinnen und Kunden wie Nvidia und AMD - steuerte den Grossteil der Erlöse bei. Die soliden Resultate reichten allerdings nicht aus, um die Aktien im Asien-Pazifik-Raum am Donnerstag breiter zu stützen. Der japanische Nikkei 225 lag 0.4% im Minus, nachdem er am Vortag ein frisches Rekordhoch erreicht hatte. Der koreanische Kospi entwickelte sich mit einem Plus von 1.6% besser, nachdem die Zentralbank des Landes ihren Leitzins wie erwartet unverändert bei 2.50% beliess. Australiens S&P/ASX 200 legte um 0.5% zu, während der Hang Seng Index in Hongkong 0.4% nachgab und Chinas Festlandsindex CSI 300 0.1% im Plus notierte.

Gold und Öl geben nach Signalen von Trump nach

Der Goldpreis gab im asiatischen Handel am Donnerstag nach drei aufeinanderfolgenden Rekordtagen um 0.3% nach. Hintergrund war die weichere Haltung von US-Präsident Donald Trump zur Lage im Iran sowie seine Aussage, dass es keine unmittelbaren Pläne für Hinrichtungen im grossen Stil gebe, was das wahrgenommene Risiko einer militärischen Eskalation der USA verringerte und die geopolitische Risikoprämie für Gold reduzierte. Silber fiel ebenfalls kräftig und rutschte wieder unter USD 90. Ölpreise gaben deutlich nach: Die Brent-Futures für März fielen um 2.9% auf USD 64.60 je Barrel, während WTI um 3% auf USD 60.20 nachgab. Damit endete eine wochenlange Rally von mehr als 10%. Auslöser waren Trumps Äusserungen zum Iran und seine Signale über positive Gespräche mit der Interimsregierung Venezuelas zu Öl- und Handelsfragen, die die Erwartungen auf steigende venezolanische Ölexporte im Zeitverlauf anheizten. Gleichzeitig verwiesen Daten der US-Energiebehörde EIA auf einen unerwarteten Aufbau der Rohbestände um 3.4 Millionen Barrel sowie einen Anstieg der Benzinbestände um 9 Millionen Barrel, was auf ein reichliches Angebot hindeutet. Bitcoin zeigte sich am Donnerstag fester und setzte seine jüngste Erholung mit einem Plus von 1.3% auf rund USD 96'200 und ein Zwei-Monats-Hoch fort, nachdem die Märkte einen vorgeschlagenen US-Kryptoregulierungsgesetzentwurf und neue Käufe durch eine grosse Unternehmeninvestorin verdauten.

US-Aktien geben nach, Technologiewerte unter Druck

Die US-Aktien setzten ihren Rückgang am Mittwoch fort: Der Dow Jones Industrial Average verlor 0.1%, der Nasdaq 100 fiel um 1.1% und der S&P 500 gab 0.5% nach und entfernte sich damit weiter von seinem jüngsten Rekordhoch. Belastet wurden die Märkte vor allem durch deutliche Kursverluste bei den Technologie-Gigantinnen und -Giganten der "Magnificent 7" sowie durch Schwächen bei grossen US-Banken. Citigroup und Wells Fargo büssten nach enttäuschenden Aspekten in ihren Jahresergebnissen 3.3% beziehungsweise 4.6% ein, und Bank of America verlor trotz besser als erwarteter Zahlen 3.8%. Der Branchenindex KBW Bank Index sank um 0.7%. Auf der Makroseite stiegen die Erzeugerpreise in den USA im November stärker als erwartet: Sie legten um 0.2% zu, nach einem Plus von 0.1% im Oktober, womit die jährliche PPI-Inflation von 2.8% auf 3% kletterte. Auch die Detailhandelsumsätze übertrafen die Prognosen leicht: Die Kern-Detailhandelsumsätze stiegen im November um 0.4%, nach einem nach unten revidierten Zuwachs von 0.6% im Oktober.

Aktien der Eurozone geben von Rekorden nach

Die europäischen Aktienmärkte schlossen am Mittwoch uneinheitlich. Der EuroStoxx 50 gab ein im Tagesverlauf erreichtes Rekordhoch wieder ab und schloss 0.4% tiefer bei 6005.05 Punkten, nachdem schwächere Eröffnungen an der Wall Street den Index ins Minus drückten. Die Kursbewegung stellt eine Korrektur nach den jüngsten starken Gewinnen dar. Ausserhalb der Eurozone legten die britischen Aktien zu, und der Schweizer SMI stieg um 0.8%. Auf Sektorebene führten in Europa Pharma-, Chemie- sowie Basisrohstoffwerte die Gewinnerliste an, während Technologie-, Medien- sowie Reise- und Freizeitaktien deutliche Verluste verzeichneten. Netzcarrier wie Air France-KLM und Lufthansa gerieten nach einer Herabstufung durch Barclays besonders unter Druck.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG