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US-Industrie baut Vorsprung gegenüber der Eurozone weiter aus

Die am Montag veröffentlichten Umfragen zu den Einkaufsmanagerindizes (PMI) deuteten im Mai auf eine zunehmende transatlantische Lücke hin: Während die US-Industrie an Dynamik gewann, blieb die Fabrikaktivität in der Eurozone zwar im Expansionsbereich, schwächte sich jedoch ab. Nach der Veröffentlichung der Daten stiegen die Indizes an der Wall Street am Montag auf neue Rekordhochs, angeführt von Technologiewerten, während europäische Aktien tiefer schlossen. In Asien entwickelten sich die Börsen am Dienstag uneinheitlich, da Anlegerinnen und Anleger die Unsicherheit rund um die Gespräche zwischen den USA und Iran weiter abwogen. Die Ölpreise gaben nach dem kräftigen Anstieg vom Montag nach, während Händlerinnen und Händler nun auf die Inflationsdaten der Eurozone und den US-Arbeitsmarktbericht JOLTS später am Dienstag warten.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

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Die US-Industrieaktivität beschleunigte sich im Mai. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg von 52.7 im April auf 54.0, wie die am Montag veröffentlichten Daten zeigten. Das ist der höchste Stand seit Mai 2022 und signalisiert den fünften Monat in Folge mit Expansion. Die Neuaufträge erhöhten sich von 54.1 auf 56.8, und der Preisdruck blieb hoch, obwohl der Preisindex angesichts höherer Energie- und Materialkosten im Zusammenhang mit dem Krieg mit Iran und Lieferunterbrechungen von 84.6 auf 82.1 sank. Auch der separate US-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe von S&P Global stieg im Mai, und zwar von 54.5 auf 55.1, was die Anzeichen einer stärkeren Industrieaktivität bei gleichzeitig steigenden Inputkosten und Lieferverzögerungen untermauerte.

US-Aktien erreichen Rekorde

US-Aktien schlossen am Montag auf neuen Höchstständen, getragen von der anhaltenden Begeisterung rund um künstliche Intelligenz (KI), auch wenn die Gewinne angesichts anhaltender Sorgen über Spannungen im Zusammenhang mit Iran begrenzt blieben. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 0.1% auf 51'078.88 Punkte, der S&P 500 legte um 0.3% auf 7599.96 Punkte zu und verzeichnete damit den achten Anstieg in Folge, und der Nasdaq 100 kletterte um 0.6% auf 30'513.86 Punkte. Der Chiphersteller Nvidia sprang um 6.3% nach oben, nachdem er eine Expansion in PC-Prozessoren signalisiert hatte, was verwandte Technologietitel wie Microsoft, Oracle und Adobe mit nach oben zog. Zudem verbesserte sich die Stimmung, nachdem US-Präsident Donald Trump gesagt hatte, die Gespräche mit Iran würden zügig vorankommen.

Wachstum der Industrie in der Eurozone verlangsamt sich

Im Gegensatz zum robusten Anstieg in den USA fiel der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone im Mai von 52.2 im April auf 51.6. Dies deutet darauf hin, dass das Wachstum an Schwung verlor. Die Neuaufträge stagnierten, nachdem sie im April mit dem schnellsten Tempo seit vier Jahren gestiegen waren, wobei eine schwächere Exportnachfrage zur Abschwächung beitrug. Die Inputkosten stiegen so stark wie seit Mai 2022 nicht mehr, und die Inflation der Outputpreise erreichte ein Hoch von 3.5 Jahren. Ursache waren höhere Energie- und Rohstoffpreise sowie Lieferunterbrechungen im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten. Länderdaten deuteten darauf hin, dass Frankreich weiter hinterherhinkte, während die Niederlande andere grosse Hersteller in der Eurozone übertrafen. Europäische Aktien schlossen am Montag tiefer: Der Euro Stoxx 50 fiel um 0.2%, während Deutschlands DAX 0.4% verlor und Frankreichs CAC 40 um 0.5% nachgab.

Schweizer PMI steigt im Mai weiter

In der Schweiz stieg der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Mai von 54.5 im April auf 57.3 Punkte. Damit erreichte er den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren und signalisiert den dritten Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Produktion und Auftragsbestände legten weiter zu, während die Beschäftigung mit 49.9 weitgehend stabil blieb. Zudem berichteten die Unternehmen von höheren Inputkosten und längeren Lieferzeiten, insbesondere bei ölbasierter Ware wie Kunststoffen vor dem Hintergrund der Spannungen im Nahen Osten. Der PMI für den Schweizer Dienstleistungssektor verbesserte sich ebenfalls von 54.8 auf 56.0, getragen von einer kräftigen Belebung der Geschäftstätigkeit auf ein 52-Monats-Hoch, auch wenn die Beschäftigungskomponente auf 48.2 sank. Der Schweizer Aktienmarktindex SMI hinkte am Montag hinterher und fiel um 1.8%.

Öl gibt nach, während Gespräche mit Iran weitergehen

Die Ölpreise gaben am Dienstag nach, nachdem sie am Montag um mehr als 5% gestiegen waren, da die Märkte widersprüchliche Signale zu den Verhandlungen zwischen den USA und Iran sowie das Risiko von Störungen der Transporte durch die Strasse von Hormus abwogen. Rohöl der Sorte Brent wurde bei rund USD 94 pro Barrel gehandelt und West Texas Intermediate (WTI) bei USD 91, nachdem die Preise im Mai in der Hoffnung auf ein Friedensabkommen um mehr als 16% gefallen waren. Die Stimmung blieb fragil, nachdem US-Präsident Trump erklärt hatte, die Gespräche mit Iran würden fortgesetzt und er rechne innerhalb einer Woche mit einer Einigung, obwohl Teheran indirekte Gespräche mit Washington Berichten zufolge ausgesetzt hatte. Der Goldpreis stieg leicht und wurden am Dienstag bei rund USD 4520 pro Unze gehandelt, während Bitcoin tiefer bei rund USD 70'500 notierte. Die Renditen von US-Staatsanleihen fielen über die gesamte Kurve hinweg, während der US-Dollar kaum verändert war.

Asiatische Börsen uneinheitlich

Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum entwickelten sich im weiteren Handelsverlauf am Dienstag uneinheitlich, nachdem sie zunächst überwiegend tiefer eröffnet hatten. Anlegerinnen und Anleger bewerteten weiterhin die Unsicherheit rund um Friedensgespräche zwischen den USA und Iran trotz der Rekordschlussstände an der Wall Street. Japans Nikkei 225 fiel um 0.5%, während Südkoreas Kospi und Australiens S&P/ASX 200 kaum verändert waren und jeweils 0.1% tiefer notierten. Dagegen stieg Hongkongs Hang Seng um 1.8% und Chinas CSI 300 legte um 1.6% zu.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG