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Anthropics Börsenpläne beleben die KI-Rally

Die Aussicht auf einen Börsengang von Anthropic stützte am Montag die Technologieaktien und verhalf der Wall Street zu einem positiven Handelsschluss. Anlegerinnen und Anleger wogen dabei das rasante Umsatzwachstum im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) gegen die steigenden Infrastrukturkosten ab. Die Erholung setzte sich am Dienstag in Asien fort, angeführt von südkoreanischen und japanischen Aktien, während die Märkte in China und Hongkong nachgaben. Auch europäische Börsen schlossen am Montag im Plus, während die Ölpreise angesichts der Hoffnung sanken, dass Gespräche mit Iran die regionalen Spannungen entschärfen könnten. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die Quartalsergebnisse von Microsoft, Alphabet und Amazon sowie die Zinsentscheide wichtiger Zentralbanken im weiteren Wochenverlauf.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

KI
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Anthropics Börsenprospekt zeigt rasantes Umsatzwachstum

Der US-Entwickler künstlicher Intelligenz Anthropic veröffentlichte am Montag seinen Börsenprospekt und meldete für die ersten sechs Monate des Jahres einen Umsatz von USD 16.3 Milliarden, verglichen mit USD 4.6 Milliarden im gesamten Jahr 2025. Die Ausgaben des Entwicklers des Chatbots Claude für KI-Infrastruktur erreichten im ersten Halbjahr USD 9 Milliarden und übertrafen damit die USD 7.3 Milliarden des gesamten Jahres 2025. Der Prospekt wies zudem verbindliche Ausgabenverpflichtungen für Cloud-Computing von mehr als USD 430 Milliarden für die kommenden Jahre aus. Die Veröffentlichung belebte KI-bezogene Aktien in den USA und Asien, rückte aber auch die zentrale Frage für Anlegerinnen und Anleger stärker in den Fokus: ob die rasant steigende Nachfrage die enormen Infrastrukturinvestitionen und hohen Bewertungen des Sektors rechtfertigen kann.

Asiatische Aktien legen dank Anthropics IPO-Plänen zu

Südkoreas Kospi stieg am Dienstag um 2.9% und Japans Nikkei 225 legte um 1.7% zu, da KI-bezogene Aktien nach der Veröffentlichung von Anthropics Börsenprospekt anzogen. Die Stimmung in Südkorea profitierte zudem von einem stärker als erwarteten Wirtschaftswachstum, das sich im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal auf 1% beschleunigte, nach 0.6% im Vorquartal. Chinesische Aktien blieben zurück: Der Shanghai Composite gab um 0.2% nach und der festlandchinesische CSI 300 verlor 0.4%, während Hongkongs Hang Seng um 0.7% sank. Anlegerinnen und Anleger warten auf die Geschäftszahlen von Alphabet, Microsoft und Amazon sowie die geldpolitischen Entscheide der US-Notenbank, der Europäischen Zentralbank und der Bank of Japan, die ihre Leitzinsen voraussichtlich allesamt unverändert belassen werden. Australiens S&P/ASX 200 stieg um 0.5%. An den übrigen Märkten legte der US-Dollar-Index leicht um 0.1% auf 102.10 zu, während Gold um 0.4% auf rund USD 4000 je Unze und Bitcoin um 0.5% auf rund USD 79'700 nachgaben.

US-Aktien profitieren von Anthropics Börsenplänen

Die Aktienindizes in New York legten am Montag zu. Der Nasdaq 100 stieg um 1.1% auf 29'273.41 Punkte, nachdem Anthropic einen Börsengang in den USA beantragt und damit Technologieaktien Auftrieb gegeben hatte. Der S&P 500 gewann 0.7% auf 7676.77 Punkte, während der Dow Jones Industrial Average um 0.3% auf 52'361.58 Punkte zulegte. Leicht niedrigere Ölpreise stützten die Stimmung ebenfalls. Der Elektrofahrzeughersteller Tesla gewann angesichts von Spekulationen über eine mögliche Fusion mit SpaceX 5.2%, während die Facebook-Muttergesellschaft Meta Platforms 1.9% verlor, nachdem sie angekündigt hatte, durch Aktienverkäufe bis zu USD 95 Milliarden zur Finanzierung von KI-Investitionen aufnehmen zu wollen.

Deutsche Unternehmensstimmung verbessert sich

Der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland stieg im Oktober auf 90.2 Punkte, nach 89.9 im September, wie aus den am Montag veröffentlichten Umfrageergebnissen hervorgeht. Die Verbesserung spiegelte einen grösseren Optimismus hinsichtlich der Geschäftsaussichten wider, obwohl die Unternehmen ihre aktuelle Lage etwas schlechter beurteilten. Im verarbeitenden Gewerbe hellte sich die Stimmung deutlich auf, da steigende Auftragseingänge die Unternehmen dazu veranlasst, eine Ausweitung ihrer Produktion zu planen. Sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen verzeichneten erstmals seit über drei Jahren positive Werte. Am Montag legte Deutschlands DAX um 0.9% zu, der Euro Stoxx 50 stieg um 0.7% und der Swiss Market Index gewann 0.5%.

Ölpreise sinken dank diplomatischer Fortschritte mit Iran

Die Futures auf Brent-Rohöl fielen um 0.4% auf USD 110.33 je Fass, während die Futures auf West Texas Intermediate (WTI) um 0.5% auf USD 101.25 nachgaben, da diplomatische Initiativen die Sorgen vor Unterbrechungen der Energieversorgung verringerten. Vertreterinnen und Vertreter Saudi-Arabiens, der Türkei, Pakistans und Irans trafen sich am Montag in Teheran, um Möglichkeiten zur Entschärfung der regionalen Spannungen auszuloten, und vereinbarten, den Dialog fortzusetzen. US-Präsident Donald Trump sagte am Sonntag, er stehe kurz vor einer Entscheidung, ob er ein Abkommen mit Iran anstreben oder die Militäraktionen ausweiten wolle. Weitere Angriffe der von Iran unterstützten Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien am Wochenende begrenzten die Verluste der Ölpreise und unterstrichen die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich einer dauerhaften Lösung.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG