LGT Navigator

Ölpreisanstieg belastet globale Märkte

Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Iran trieben die Ölpreise am Dienstag weiter nach oben und schürten erneut Sorgen über Inflation und eine weitere Straffung der Geldpolitik. Die Wall Street schloss am Montag mehrheitlich tiefer, wobei Energietitel eine Ausnahme bildeten. Der Handel in Asien verlief am Dienstag gemischt, da Verluste in Hongkong und Australien leichte Gewinne in Japan überwogen. Anlegerinnen und Anleger werden im Tagesverlauf zudem eine Vielzahl von Einkaufsmanagerindizes und Inflationsdaten aus Europa beurteilen.

  • Datum
  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Öl
© Shutterstock

Die Ölpreise stiegen am Dienstag weiter, nachdem US-Präsident Donald Trump weitere Angriffe auf Iran angedroht hatte. Dies schürte Befürchtungen, dass die erneuten Kampfhandlungen die Energielieferungen durch die Strasse von Hormus beeinträchtigen könnten. Terminkontrakte auf Brent-Rohöl stiegen um 3.4% auf USD 91.41 je Barrel, während Terminkontrakte auf West Texas Intermediate (WTI) um 1.3% auf USD 86.90 zulegten, nachdem beide Kontrakte am Montag um fast 3% gestiegen waren. US-Streitkräfte griffen iranische Militärziele auf der Insel Larak an, worauf Iran mit Raketenangriffen auf Einrichtungen des US-Militärs in Jordanien reagierte. Zudem wurde am Montag ein Tankschiff beim Verlassen der Meerenge von drei nicht identifizierten Geschossen getroffen. Angebotsbedenken wurden durch Russlands Entscheidung verstärkt, sein Diesel-Exportverbot bis zum 30. September zu verlängern. Dies überschattete die Pläne der OPEC+, die Fördermenge ab September um rund 188'000 Barrel pro Tag zu erhöhen. Gold verlor 0.4% auf rund USD 4430 je Unze, während der US-Dollar-Index um 0.1% auf 99.50 zulegte. Bitcoin stieg um 1.3% auf rund USD 79'100.

Asiatische Aktien fallen mit steigenden Ölpreisen

Asiatische Aktien gaben am Dienstag mehrheitlich nach, da Brent-Rohöl nach den erneuten Kampfhandlungen zwischen den USA und Iran höher notierte. Dies verstärkte die Inflationssorgen und die Erwartungen einer restriktiveren US-Geldpolitik. Die Märkte preisten nach den restriktiven Äusserungen von Chef der Federal Reserve (Fed) Kevin Warsh am Freitag eine Wahrscheinlichkeit von 66% für eine Zinserhöhung der Fed im September ein. Japans Nikkei 225 stieg um 0.1% und der KOSPI in Südkorea notierte kaum verändert, während Australiens S&P/ASX 200 um 0.2% sank und Hongkongs Hang Seng Index 1.1% verlor. Der chinesische CSI 300 und Indiens Nifty 50 notierten kaum verändert.

KI-Nachfrage stützt asiatische Industrie

Die Industrieaktivität expandierte im August in weiten Teilen Asiens, da die starke Nachfrage nach Hardware für künstliche Intelligenz die Exporte und die Produktion stützte. Chinas privater Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg von 50.9 Punkten im Juli auf 51.5 Punkte. Japans Index erhöhte sich von 54.5 auf 54.9, während der südkoreanische Index von 53.1 auf 52.3 sank, aber den neunten Monat in Folge im Expansionsbereich blieb. Südkoreas Exporte stiegen im August gegenüber dem Vorjahr um 68.7% und verzeichneten damit den 15. Monat in Folge ein Wachstum, getragen von der Nachfrage nach Halbleitern. Auch in Taiwan, Malaysia und den Philippinen expandierte die Industrie. In Indien verlangsamte sich das Industriewachstum hingegen auf ein Fünfjahrestief, während Indonesien wieder in den Kontraktionsbereich zurückfiel.

Höhere Ölpreise belasten US-Aktien

US-Aktien schlossen am Montag uneinheitlich, da erneute Angriffe zwischen den USA und Iran die Ölpreise steigen liessen und Inflationssorgen wieder aufleben liessen. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 0.7% auf 53'185.90 Punkte und der S&P 500 verlor 0.3% auf 7686.14 Punkte, während der Nasdaq-100 um 0.1% auf 29'456.97 Punkte zulegte, da sich Technologietitel stabilisierten. Die Warnung von Fed-Chef Kevin Warsh vom Freitag, dass die Inflation weiterhin zu hoch sei, bestärkte zudem die Erwartungen, dass weitere Zinserhöhungen in Betracht gezogen werden könnten. Energietitel profitierten von den steigenden Ölpreisen.

Deutsche Inflation steigt

Die deutschen Verbraucherpreise lagen im August laut am Montag veröffentlichten vorläufigen Daten 2.9% über dem Vorjahresniveau. Im Juli hatte die Teuerung noch 2.8% betragen, womit sie unter den Markterwartungen lag. Die Energieinflation beschleunigte sich von 8.3% auf 10.5%, was höhere Energie- und Rohstoffkosten im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt widerspiegelt. Die Kerninflation verharrte bei 2.4%, während sich die Dienstleistungsinflation den zweiten Monat in Folge auf 2.8% verlangsamte. Dies deutet darauf hin, dass die höheren Energiekosten den zugrunde liegenden Preisdruck bislang nicht wesentlich erhöht haben. Der Markt erwartet, dass die Gesamtinflation im Herbst über 3% steigen wird, während die Europäische Zentralbank eine weitere Zinserhöhung im September erwägt. Europäische Aktien schlossen am Montag tiefer: Der Euro Stoxx 50 verlor 1.1% auf 6416.05 Punkte, der deutsche DAX fiel um 1.2% auf 26'258.11 Punkte, der französische CAC 40 sank um 0.8% auf 8334.50 Punkte und der Swiss Market Index verlor 0.8% auf 14'286.43 Punkte.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von Dell, Medtronic und Palo Alto Networks.

Konjunkturdaten im Fokus: Einkaufsmanagerindizes des verarbeitenden Gewerbes wichtiger Volkswirtschaften, darunter Schweiz (09:30), Italien (09:45), Frankreich (09:50), Deutschland (09:55), Eurozone (10:00), Grossbritannien (10:30), US S&P Global (15:45) und US ISM (16:00); Einzelhandelsumsätze Deutschland (08:00), Einzelhandelsumsätze Schweiz (08:30), Bruttoinlandsprodukt Italien (10:00), Arbeitslosenquote Italien (10:30), Verbraucherpreisindex Italien (11:00), Verbraucherpreisindex Eurozone (11:00), Arbeitslosenquote Eurozone (11:00) und US-JOLTS-Arbeitsmarktbericht (16:00).

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie Insights und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG