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Börsen in Asien geben wegen Zweifeln an "Friedens-Deal" nach - SNB und Bank of England belassen Zinsen unverändert

Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum gaben am Freitag mehrheitlich nach, da Investorinnen und Investoren die Beständigkeit der von den USA vermittelten Vereinbarung mit Iran infrage stellten, während tiefere Ölpreise etwas Unterstützung boten. An der Wall Street setzten am Donnerstag Erholungstendenzen ein, angeführt von konjunktursensiblen Technologiewerten. Heute bleiben die US-Märkte wegen eines Feiertags geschlossen. In Europa beliessen die SNB und die Bank of England ihre Leitzinsen wie erwartet unverändert. Die Entscheide folgten auf einen ähnlichen Schritt der Federal Reserve am Mittwoch, während die EZB und die Bank of Japan ihre Geldpolitik zu Beginn dieses Monats gestrafft hatten.

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  • Autor Alessandro Fezzi, Content & Publications
  • Lesezeit 5 Minuten

Strategist Middle East

Die Börsen in Asien notierten am Freitag uneinheitlich oder teilweise tiefer, da Zweifel aufkamen, ob das unterzeichnete "Memorandum of Understanding" zwischen den USA und Iran Bestand haben wird, und Technologiewerte an Schwung verloren. Gleichzeitig boten tiefere Ölpreise etwas Unterstützung. Japans Nikkei 225 fiel um 0.6%, nachdem er am Donnerstag ein Rekordhoch erreicht hatte, Südkoreas Kospi sank um 1.6%, nachdem er am Vortag die Marke von 9000 Punkten überschritten hatte, und Australiens S&P/ASX 200 verlor 1.1%. In Südkorea gaben Samsung Electronics um 3% nach, während der Speicherchiphersteller SK Hynix um 1% zulegte, nachdem die Aktie zuvor auf ein Rekordhoch gestiegen war - gestützt von der Zuversicht hinsichtlich der Nachfrage nach Halbleitern für KI. Währenddessen gaben die Rohölpreise nach, da der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus wieder anlief; Brent-Rohöl fiel am Freitag um 0.5%, US West Texas Intermediate gab um 0.3% nach. In Japan zeigten Daten, dass die Kerninflation im Mai bei 1.4% verharrte, unverändert gegenüber April und weiterhin unter dem Zielwert der Bank of Japan von 2%, auch weil staatliche Subventionen die Kosten für Treibstoff und Gas weiterhin dämpften.

US-Aktien erholen sich dank Technologiewerten und tieferem Ölpreis

In New York legten die Aktienindizes am Donnerstag zu, da tiefere Ölpreise die Inflationssorgen milderten, nachdem die USA und Iran ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Kriegs im Nahen Osten unterzeichnet hatten. Der S&P 500 stieg um 1.1% auf 7500.58 Punkte, nachdem der Dow Jones Industrial Average um 0.1% auf 51’564.70 Punkte zulegte und der Nasdaq 100, angeführt von Technologiewerten, um 2.5% auf 30’406.19 Punkte sprang. Die Märkte verarbeiteten zudem den Entscheid der US-Notenbank vom Mittwoch, die Zinsen unverändert zu lassen. Allerdings haben die Erwartungen einer höheren Inflation im Jahr 2026 Anlegerinnen und Anleger dazu veranlasst, ihre Hoffnungen auf Zinssenkungen zurückzuschrauben. Bei den Einzelwerten schnellte Intel um 10.6% nach oben, nachdem über eine Vereinbarung zur Chipproduktion mit Apple berichtet worden war, während Accenture 18% verlor, nachdem der Ausblick auf den Umsatz im vierten Geschäftsquartal die Investorinnen und Investoren enttäuscht hatte.

SNB belässt Zinsen bei null und behält den Franken im Blick

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) beliess ihren Leitzins am Donnerstag unverändert bei 0% und erklärte, sie sei weiterhin in hohem Mass bereit, am Devisenmarkt zu intervenieren, um einen starken Anstieg des Schweizer Frankens zu verhindern. Damit hielt sie an der stärkeren Formulierung fest, die sie im März eingeführt hatte. Die Inflation in der Schweiz beschleunigte sich im Mai auf 0.6%, nach 0.1% im Februar, was vor allem auf höhere Preise für Ölprodukte zurückzuführen war, während die Nationalbank erklärte, der zugrunde liegende mittelfristige Inflationsdruck habe sich kaum verändert. Die SNB rechnet nun mit einer durchschnittlichen Inflation von jeweils 0.6% in den Jahren 2026 und 2027 sowie von 0.7% im Jahr 2028, wobei der kurzfristige Ausblick wegen steigender Rohstoffkosten und einer festeren Inflation im Ausland leicht nach oben revidiert wurde. Ihre Wachstumsprognosen für die Schweiz beliess sie für 2026 bei rund 1% und für 2027 bei 1.5%, warnte jedoch, dass die Spannungen im Nahen Osten, die Unsicherheit in der Handelspolitik und ein erneuter Aufwertungsdruck auf den Franken zentrale Risiken bleiben.

BoE lässt Zinsen unverändert

Die Bank of England (BoE) beliess ihren Leitzins am Donnerstag wie erwartet unverändert bei 3.75%, da sie die weiterhin erhöhte Inflation gegen das schwache Wirtschaftswachstum im Vereinigten Königreich abwog. Die britische Inflation verharrte im Mai bei 2.8%, nachdem sie sich von 2.8% im April abgeschwächt hatte, während die Wirtschaft im April um 0.1% schrumpfte, was das schwierige geldpolitische Umfeld unterstreicht. Höhere Energiekosten im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt haben den Preisdruck zusätzlich erhöht, wobei Grossbritannien als Nettoenergieimporteur als besonders anfällig gilt.

Deutscher Ausblick verbessert sich leicht

Das Münchener Ifo-Institut erhöhte am Donnerstag seine Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 0.8%, nach 0.6% in seinem Eskalationsszenario vom Frühling, und erklärte, das Bruttoinlandprodukt könne 2027 um weitere 0.8% wachsen. Das Institut begründete die verbesserte Aussicht für die deutsche Wirtschaft mit der Hoffnung auf eine Entspannung im Iran-Konflikt sowie mit starken staatlichen Ausgaben. Gleichwohl rechnet es damit, dass die Inflation mit 2.9% in diesem Jahr und 2.7% im nächsten Jahr erhöht bleibt, da die Auswirkungen des Energiepreisschocks weiter auf der Wirtschaft lasten. Das Ifo warnte zudem, dass der längerfristige Ausblick für Deutschland schwach bleibt; das Potenzialwachstum dürfte bis Ende des Jahrzehnts auf nur noch 0.1% sinken.

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Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG