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EZB und Technologiegewinne stehen im Mittelpunkt

Neben der Beobachtung der Lage im Nahen Osten werden sich Anlegerinnen und Anleger diese Woche auf den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank und die ersten wichtigen Ergebnisse von Technologieunternehmen in der Berichtssaison für das zweite Quartal konzentrieren. Die EZB gibt ihren geldpolitischen Entscheid am Donnerstag bekannt. Vor dem Hintergrund des jüngsten Drucks auf Aktien mit Bezug zu künstlicher Intelligenz werden Anlegerinnen und Anleger den Stand des KI-Ausbaus beurteilen, wenn die Google-Muttergesellschaft Alphabet und Tesla am Mittwoch berichten, gefolgt von Intel am Donnerstag. Inflationsdaten werden am Montag aus Kanada, am Mittwoch aus dem Vereinigten Königreich und am Freitag aus Japan erwartet. Das Vereinigte Königreich veröffentlicht zudem am Dienstag Arbeitsmarktdaten. Am Freitag liefern Einkaufsmanagerindizes aktuelle Informationen zur Geschäftstätigkeit in einigen der grössten Volkswirtschaften der Welt, darunter Frankreich, Deutschland, die Eurozone, das Vereinigte Königreich, Japan und die USA.

  • Datum
  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Logos of the Magnificent Seven: Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia and Tesla.
© istock/MicroStockHub

Brent-Rohöl verteuerte sich um 2.5% auf USD 90.26 je Barrel, während Futures auf West Texas Intermediate (WTI) um 2.2% auf USD 83.55 zulegten. Erneute Angriffe der USA auf Iran verstärkten die Befürchtungen von Störungen bei Öltransporten durch die Strasse von Hormus. US-Streitkräfte führten in der neunten aufeinanderfolgenden Nacht Angriffe auf iranische Militärziele durch, nachdem das US-Militär den Tod eines dritten Angehörigen der Streitkräfte bei jüngsten Einsätzen gemeldet hatte. Die Eskalation hat das globale Rohölangebot verknappt, da die Exporte aus dem Golf zurückgehen. Der US-Dollar und Gold veränderten sich kaum, wobei Gold zu Wochenbeginn bei rund USD 4010 je Unze gehandelt wurde.

Asiatische Aktienmärkte entwickeln sich wegen KI-Sorgen unterschiedlich

Asiatische Aktien entwickelten sich am Montag uneinheitlich. Der südkoreanische Kospi fiel wegen erneuter Bedenken über hohe Bewertungen im Bereich künstliche Intelligenz um 4.6%, während die chinesischen Märkte von Optimismus über heimische KI-Innovationen profitierten. Die Veröffentlichung eines kostengünstigeren grossen Sprachmodells durch das chinesische Start-up Moonshot AI führte zu Gewinnmitnahmen bei globalen Technologieaktien. Samsung Electronics und SK Hynix verloren jeweils rund 4%. Die japanischen Märkte bleiben wegen des Feiertags zum Tag des Meeres geschlossen, während Indiens Nifty 50 um 0.5% nachgab. Australiens S&P/ASX 200 stieg um 0.1%. Der chinesische CSI 300 legte um 1.2% zu, und der Hang-Seng-Index in Hongkong gewann 2%.

China belässt Kreditzinsen unverändert

Die People’s Bank of China beliess ihre einjährigen Loan Prime Rate am Montag bei 3% und ihren fünfjährigen Satz bei 3.5%. Damit blieb die Geldpolitik den 14. Monat in Folge unverändert. Der Entscheid entsprach den Erwartungen, da die Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger reichlich Liquidität bereitstellten, jedoch auf eine breite geldpolitische Lockerung verzichteten. Chinas Exporte und die Industrieproduktion blieben robust, während die schwache Nachfrage der Haushalte und der Immobiliensektor die ungleichmässige Erholung weiterhin belasten.

US-Aktien fallen wegen KI-Sorgen

Die US-Aktienmärkte gaben am Freitag deutlich nach, da Bedenken über den Wettbewerb im Bereich künstliche Intelligenz und den Krieg mit Iran die Stimmung der Anlegerinnen und Anleger belasteten. Der Dow Jones Industrial Average verlor 0.8% auf 52'146.42 Punkte, während der S&P 500 um 1% auf 7457.69 und der Nasdaq-100 um 1.5% auf 28'592.66 Punkte nachgaben. Damit lag der technologieorientierte Index für die Woche 4.1% im Minus. Das neue Modell Kimi K3 des von Alibaba unterstützten Unternehmens Moonshot AI verstärkte die Sorge, dass chinesische Wettbewerber die technologische Führungsposition der USA untergraben könnten. Nvidia, Applied Materials und SpaceX verloren daraufhin 2.2%, 5.6% beziehungsweise 5.4%.

Inflation in der Eurozone verlangsamt sich im Juni

Die jährliche Inflation in der Eurozone verlangsamte sich im Juni von 3.2% im Mai auf 2.8%, wie Eurostat am Freitag bestätigte. Sie lag jedoch weiterhin über dem vor einem Jahr verzeichneten Wert von 2.0%. Energie leistete den grössten Beitrag zum Preisauftrieb, gefolgt von Dienstleistungen. Die Kerninflation ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak sank von 2.6% auf 2.4%. Die europäischen Aktienindizes schlossen am Freitag überwiegend tiefer. Der Euro Stoxx 50 verlor 0.8%, während Deutschlands DAX um 0.3% und Frankreichs CAC 40 um 0.5% nachgaben. Der Schweizer Swiss Market Index widersetzte sich dem breiteren Trend und stieg um 0.5%.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG