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Gold und Aktien erreichen Rekordstände, geopolitische Risiken nehmen zu

Gold ist zu Wochenbeginn auf ein neues Allzeithoch gestiegen, da Anlegerinnen und Anleger angesichts zunehmender geopolitischer und geldpolitischer Unsicherheit Sicherheit suchten, während wichtige Aktienindizes in den USA, Europa und Japan weiter neue Rekordstände markierten. An der Wall Street setzte sich am Montag die Rally fort, obwohl sich die Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und Fed-Präsident Jerome Powell verschärften. Der EuroStoxx 50 und der Schweizer SMI stiegen ebenfalls auf neue Höchststände. In Asien entwickelten sich die Aktienmärkte am Dienstag überwiegend fester, wobei Japans Nikkei 225 dank starker Technologiewerte und Spekulationen über Neuwahlen auf ein Rekordniveau sprang. Die Ölpreise legten weiter zu, da die Unruhen im Iran eine höhere Risikoaufschlagsprämie stützten. Die geopolitischen Sorgen verstärkten sich, nachdem Trump angekündigt hatte, dass die Vereinigten Staaten einen Zoll von 25% auf den Handel mit jedem Land erheben werden, das weiterhin Geschäfte mit Iran macht. Anlegerinnen und Anleger blicken nun auf die Quartalszahlen der US-Banken, darunter JPMorgan und Bank of New York Mellon, sowie auf wichtige US-Inflationsdaten im Tagesverlauf am Dienstag für weitere Orientierung.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Gold
© Shutterstock

Die Goldpreise sind auf ein neues Rekordniveau gestiegen, wobei der Spotpreis am Montag über USD 4600 kletterte, bevor er sich im Handel am Dienstag auf rund USD 4580 zurückzog. Die Bewegung erfolgte, als Anlegerinnen und Anleger angesichts einer Untersuchung des US-Justizministeriums gegen Fed-Präsident Jerome Powell wegen einer USD 2.5 Milliarden teuren Renovation des Fed-Hauptsitzes in Washington und seiner Aussage vor dem Kongress Zuflucht in sicheren Anlagen suchten. Dies schürte Spekulationen, dass ein Wechsel an der Spitze der Fed schnellere Zinssenkungen bringen könnte. Zu den geopolitischen Spannungen trug zudem Trumps Ankündigung am späten Montag bei, dass die Vereinigten Staaten einen Zoll von 25% auf den gesamten Handel mit jedem Land erheben werden, das weiterhin Geschäfte mit Iran macht. Jüngste US-geopolitische Schritte haben zu starken Marktschwankungen geführt: Der venezolanische Leitindex Indice Bursatil de Capitalizacion ist seit der Gefangennahme des ehemaligen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Truppen am 3. Januar um mehr als 130% gestiegen und erreichte am Montag Rekordstände, da Anlegerinnen und Anleger auf eine wirtschaftliche Wende setzen. Auch die Öl-Futures setzten ihren Anstieg am Dienstag fort: Brent legte um 0.8% auf USD 64.40 zu und West Texas Intermediate gewann 1.2% auf USD 60 pro Barrel, womit sich die Kontrakte ihren jüngsten Sieben-Wochen- bzw. Ein-Monats-Hochs näherten. Die jüngsten Gewinne spiegeln eine wachsende Angebotsrisikoprämie im Zusammenhang mit den grössten regierungsfeindlichen Protesten im Iran seit Jahren wider.

Japanische Aktien auf neuem Höchststand

Die asiatischen Aktienmärkte legten am Dienstag zu, angeführt von Technologiewerten. Japans Nikkei 225 sprang um 3.1% auf ein Rekordhoch nahe 54'000 Punkten. Gestützt wurde die Nikkei-Rally von lokalen Berichten, wonach Premierministerin Sanae Takaichi bereits im Februar Neuwahlen ausrufen könnte, was nach Einschätzung der Anlegerinnen und Anleger ihre Regierungskoalition stärken und den Weg für zusätzliche fiskalische Stimuli ebnen dürfte. Die Stimmung in der Region profitierte von den jüngsten Rekordständen an der Wall Street und vom Optimismus rund um Künstliche Intelligenz. Dies unterstützte den Hongkonger Hang Seng (+0.5%), wo neu kotierte chinesische KI- und Chiphersteller wie GigaDevice Semiconductor und andere sogenannte "AI-Tigers" starke Kursgewinne verzeichneten, und trieb die Kurse grosser chinesischer Internetwerte wie Alibaba, Baidu und Tencent. Im Gegensatz dazu lag Chinas CSI 300 0.9% im Minus. Die Stärke im Technologiesektor stützte auch die Märkte in Südkorea und Australien, wobei der Kospi um 1.5% zulegte und der S&P/ASX 200 um 0.6% stieg. Indiens Nifty 50 bewegte sich derweil kaum, nachdem die im Dezember schwächer als erwartet ausgefallene Verbraucherpreisinflation die Erwartungen an weitere Zinssenkungen der Reserve Bank of India untermauerte, zugleich jedoch die zugrunde liegende wirtschaftliche Schwäche vor dem Hintergrund bereits erhöhter US-Zölle und der Aussicht auf weitere Anhebungen verdeutlichte.

US-Aktien setzen Rekordlauf fort

Die US-Aktienmärkte starteten mit moderaten Gewinnen in die Woche: Der Dow Jones Industrial Average stieg am Montag um 0.2% auf ein neues Rekordschlussniveau, der S&P 500 legte 0.2% zu und der Nasdaq 100 gewann 0.1%. Der Handel wurde von der sich zuspitzenden Auseinandersetzung zwischen Trump und Fed-Präsident Jerome Powell überschattet, nachdem das US-Justizministerium Powell mit einer Anklage drohte, was dieser als politischen Druck auf die Geldpolitik zurückwies. Zudem belastete Trumps Forderung nach einer einjährigen Obergrenze für US-Kreditkartenzinsen die Aktien von Visa, Mastercard und American Express, die deutlich nachgaben. Banktitel wie JPMorgan und Citigroup zeigten sich vor Beginn der US-Berichtssaison in dieser Woche ebenfalls schwächer.

Aktien der Eurozone setzen Rekordlauf fort

Die Aktien der Eurozone verzeichneten am Montag moderate Gewinne, wobei der EuroStoxx 50 um 0.3% auf 6016.65 Punkte stieg, nachdem er zur Mittagszeit erstmals die Marke von 6000 Punkten überschritten hatte. Die Märkte ausserhalb der Eurozone legten ebenfalls leicht zu: Der Schweizer SMI schloss fester auf einem neuen Höchststand und die britischen Aktien beendeten den Handel knapp unter einem Rekordniveau. Auf Sektorebene gaben Freizeit- und Reiseaktien um rund 1.5% nach, da sich ihre jüngste Rally weiter konsolidierte, und auch Versorger gaben nach, während Basisrohstoffe mit einem Plus von 1.8% überdurchschnittlich abschnitten.

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Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von JPMorgan und Bank of New York Mellon.

Konjunkturdaten im Fokus: Verbraucherpreisindex USA (14:30) und Verkäufe neuer Wohnimmobilien USA (16:00).

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG