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Gold und Technologiewerte von Fed-Spekulationen belastet

Die globalen Märkte schalteten am Donnerstag in den Risiko-off-Modus, nachdem US-Präsident Donald Trump signalisierte, dass er seine Wahl für den nächsten Vorsitzenden der US-Notenbank (Federal Reserve, Fed) getroffen habe, wobei Medienberichte den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh als Favoriten nannten. Die Aussicht auf eine restriktiver ausgerichtete Fed-Führung trieb den US-Dollar und die Renditen von US-Staatsanleihen nach oben und löste einen deutlichen Rückgang bei Gold und Bitcoin aus. Die US-Aktienmärkte schlossen am Donnerstag uneinheitlich, wobei kräftige Verluste bei Microsoft auf technologieorientierte Indizes lasteten, während die europäischen Börsen ebenfalls unter breit angelegten Abgaben im Technologiesektor litten. Die Aktienmärkte in Asien notierten am Freitag überwiegend tiefer.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

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Die globalen Märkte wechselten am Donnerstag in den Risiko-off-Modus, nachdem Trump signalisiert hatte, dass er seine Entscheidung für den nächsten Fed-Vorsitzenden getroffen habe und der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh in Medienberichten als aussichtsreichster Kandidat hervorgegangen war. Warsh gilt allgemein als weniger geneigt zu einer aggressiven geldpolitischen Stimulierung als andere potenzielle Kandidaten. Die Nachricht liess Gold und andere risikosensitive Anlagen deutlich fallen, während der US-Dollar und die Renditen von US-Staatsanleihen anzogen. Der Dollarindex legte um 0.4% zu, während die Renditen von US-Treasuries entlang der Zinskurve stiegen; die Rendite zweijähriger und zehnjähriger Papiere lag bei rund 3.6% bzw. 4.3%. Der Goldpreis gab stark nach, der Spotpreis fiel im asiatischen Handel um 4% auf USD 5160 je Feinunze, nachdem er am Donnerstag mit knapp unter USD 5600 ein Rekordhoch erreicht hatte. Silber notierte ebenfalls rund 4% tiefer. Trotz des Rückgangs hat Gold im bisherigen Monatsverlauf im Januar mehr als 20% gewonnen und steuert auf den sechsten Monatsanstieg in Folge sowie den stärksten Monatszuwachs seit 1980 zu. Gleichzeitig brach Bitcoin ein und fiel um rund 6.5% auf etwa USD 82'500.

USA vermeiden Regierungsstillstand nach Haushaltsdeal

Trump bestätigte am Donnerstag, dass Republikanerinnen und Republikaner sowie Demokratinnen und Demokraten im Senat eine Haushaltsvereinbarung erzielt haben, die einen teilweisen Shutdown der US-Regierung ab Samstag verhindern dürfte, indem sie den Grossteil der Bundesbehörden bis September finanziert. Die Finanzierung des Heimatschutzministeriums wird aus dem Paket herausgelöst; das Ministerium erhält eine Übergangsfinanzierung für zwei Wochen, um mehr Zeit für Verhandlungen über die Migrationspolitik zu schaffen. Das Repräsentantenhaus soll am Freitag im beschleunigten Verfahren über das Paket abstimmen, was eine breite Unterstützung durch die Demokratinnen und Demokraten erfordert.

US-Aktien uneinheitlich - Microsoft belastet Technologiebranche

Der Handel an den US-Aktienmärkten verlief am Donnerstag uneinheitlich, da ein kräftiger Kursrückgang beim Softwaregiganten Microsoft, ausgelöst durch Sorgen über ein nachlassendes Wachstum im Zusammenhang mit KI und Cloud sowie steigende Kosten, den Nasdaq 100 um 0.5% auf 25'884.30 Punkte drückte. Der Dow Jones Industrial legte dagegen dank später Gewinne um 0.1% zu und schloss bei 49'071.56 Punkten, während der S&P 500 um 0.1% auf 6969.01 Punkte nachgab. Solide Quartalsergebnisse von Facebook-Mutter Meta Platforms (+10.4%) und IBM (+5%) sowie weiteren Unternehmen stützten die Leitindizes und kompensierten teilweise die Schwäche bei Microsoft (-10%) und Tesla (-3.5%), deren geplante milliardenschwere Investitionen in eine Umstrukturierung der Produktion schlecht aufgenommen wurden. Nach Handelsschluss in New York legte Apple besser als erwartete Zahlen für das erste Quartal vor: Der Gewinn je Aktie stieg auf USD 2.84 bei einem Umsatz von USD 143.8 Mrd., angetrieben von Rekorderlösen beim iPhone von USD 85.3 Mrd. gegenüber USD 69.1 Mrd. im Vorjahresquartal und über den Markterwartungen.

Aktien in Asien überwiegend tiefer in Risiko-off-Umfeld

Die Börsen in der Asien-Pazifik-Region notierten am Freitag überwiegend tiefer und spiegelten damit die schwächeren Schlussstände an den Märkten in den USA und Europa wider, da die Anlegerinnen und Anleger in einen risikoärmeren Modus wechselten. China führte die Verluste in der Region an: Der Hang-Seng-Index in Hongkong lag 2.1% im Minus, und der CSI 300 auf dem chinesischen Festland verlor 0.8%. Der japanische Nikkei 225 notierte nahezu unverändert, nachdem der Verbraucherpreisindex (VPI) für Tokio im Januar im Jahresvergleich um 1.5% gestiegen war, nach 2% im Dezember, und damit die schwächste Gesamtinflationsrate seit Februar 2022 markierte. Der australische S&P/ASX 200 lag 0.7% tiefer, während der koreanische Kospi um 0.1% zulegte, gestützt durch kräftige Kursgewinne bei Schwergewicht-Halbleiterwerten nach erfreulichen Ergebnissen.

Europäische Aktien von Technologieschwäche belastet

Die europäischen Aktienmärkte gaben am Donnerstag nach, da deutliche Kursverluste bei Technologiewerten in Europa und den USA den Eurozonen-Benchmark EuroStoxx 50 um 0.6% auf 5891.95 Punkte drückten. SAP verlor nach enttäuschenden Quartalszahlen und einem zurückhaltenden Ausblick rund 16%, während geopolitische Spannungen die Stimmung zusätzlich belasteten. Der Schweizer Leitindex SMI stieg hingegen um 1% auf 13'147.93 Punkte. Technologieaktien verzeichneten in Europa mit einem Minus von 3.9% die deutlichsten Sektorverluste. Schwächere Ergebnisse des Schweizer Chemiekonzerns Givaudan standen im Kontrast zu Rekordgewinnen beim Industriekonzern ABB, dessen starker Auftragseingang auch die Aktien von Schneider Electric und Siemens stützte.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG