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Inflations- und Wachstumsdaten im Fokus

Diese Woche richten die Märkte ihren Fokus auf eine breite Reihe von Inflations-, Wachstums- und Aktivitätsdaten aus den grossen Volkswirtschaften, wobei Veröffentlichungen aus den USA und Europa den Ton angeben dürften. In Grossbritannien werden am Mittwoch die Verbraucherpreisdaten für April veröffentlicht, während die Eurozone am selben Tag ebenfalls Inflationszahlen für April vorlegt und Japan am Freitag die nationalen Verbraucherpreisdaten für April publiziert. Auch das Wachstum steht im Fokus: Am Montag wird das Bruttoinlandprodukt für das erste Quartal aus der Schweiz erwartet, am Dienstag jenes aus Japan und am Freitag die BIP-Zahlen aus Deutschland. Die Einkaufsmanagerindizes für Mai werden am Donnerstag in Frankreich, Deutschland, der Eurozone, Grossbritannien und den USA veröffentlicht und liefern einen frühen Hinweis auf die Wirtschaftsaktivität. Auf Unternehmensseite legt NVIDIA am Mittwoch Ergebnisse vor, Walmart folgt am Donnerstag. Damit rücken sowohl die Nachfrage nach KI-Chips als auch die Lage der US-Verbraucherinnen und -Verbraucher in den Fokus.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

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Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum gaben am Montag überwiegend nach, nachdem US-Präsident Donald Trump Iran aufgefordert hatte, rasch zu handeln. Dadurch wurden Sorgen neu entfacht, dass die Spannungen im Nahen Osten die globale Ölversorgung weiter beeinträchtigen könnten. Brent-Rohöl notierte 1.4% höher bei rund USD 111 pro Barrel, während West Texas Intermediate (WTI) bei USD 103 lag, rund 1.7% höher. Der australische S&P/ASX 200 fiel um 1.4%, Hongkongs Hang Seng gab um 1.3% nach und Japans Nikkei 225 verlor 0.5%, während Südkoreas Kospi frühere Verluste wettmachte und um 0.9% zulegte. Die Bewegung erfolgte, während die US-Blockade iranischer Häfen bestehen blieb und Iran die Strasse von Hormus geschlossen hielt. Gleichzeitig stiegen die Renditen zehnjähriger japanischer Staatsanleihen um mehr als neun Basispunkte, da sich die Inflationsängste verstärkten. Der US-Dollar-Index blieb zum Wochenauftakt auf erhöhtem Niveau, und Gold notierte bei rund USD 4540.

Chinas Wachstum schwächt sich im April ab

Chinas Wirtschaft verlor im April an Schwung: Die Einzelhandelsumsätze stiegen gemäss am Montag veröffentlichten Daten gegenüber dem Vorjahr nur um 0.2%, nach 1.7% im März. Dies war der schwächste Anstieg seit Dezember 2022. Das Wachstum der Industrieproduktion verlangsamte sich von 5.7% auf 4.1%, während die Anlageinvestitionen in den ersten vier Monaten um 1.6% zurückgingen, nachdem sie von Januar bis März um 1.7% gestiegen waren. Grund dafür war ein tieferer Immobilienabschwung, der Zuwächse bei Infrastruktur und im verarbeitenden Gewerbe überwog. Die Daten deuteten darauf hin, dass stärkere Exporte, die im April um 14.1% zulegten, nicht ausreichten, um die schwache Binnennachfrage auszugleichen. Gleichzeitig belasteten fallende Immobilienpreise und ein starker Rückgang der Immobilieninvestitionen weiterhin die Finanzen der privaten Haushalte und die Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote in Chinas Städten sank dennoch von 5.4% im März auf 5.2%, wobei Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer erwarten, dass Peking möglicherweise die BIP-Daten für das zweite Quartal im Juli abwartet, bevor weitere Stimulusmassnahmen erwogen werden.

US-Aktien fallen wegen steigender Ölpreise

US-Aktien gaben am Freitag nach, da höhere Ölpreise Inflationssorgen neu entfachten und die Anleihenrenditen auf den höchsten Stand seit rund einem Jahr trieben. Damit endete die jüngste Rekordrally der Wall Street. Der Nasdaq 100 fiel um 1.5% auf 29'125.20 Punkte, während der S&P 500 um 1.2% auf 7408.50 nachgab und der Dow Jones Industrial Average 1.1% auf 49'526.17 verlor. Damit lag der Dow auf Wochensicht 0.2% im Minus. Die Anlegerstimmung wurde zudem durch die Enttäuschung über das Ergebnis der mit dem Iran-Krieg verbundenen Gespräche zwischen den USA und China sowie durch die anhaltende faktische Schliessung der Strasse von Hormus belastet. Der Chipdesigner Nvidia rutschte um 4.4% ab, nachdem US-Präsident Trump erklärt hatte, China habe entschieden, seine H200-Chips nicht zu kaufen. Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen über die gesamte Kurve hinweg, wobei die zweijährige Rendite bei rund 4.1% und die zehnjährige Rendite bei 4.6% lag.

Europas Börsen unter Druck wegen Inflationssorgen

Europäische Aktien fielen am Freitag deutlich, da ein weiterer Anstieg der Ölpreise die Inflationssorgen schürte, die Anleihenrenditen steigen liess und den Druck auf zinssensitive Sektoren erhöhte. Der EuroStoxx 50 verlor 1.8%, während Deutschlands DAX um 2.1% nachgab und Frankreichs CAC 40 um 1.6% fiel. Der Schweizer SMI zeigte sich am Freitag kaum verändert, nachdem die Zürcher Börse am Donnerstag feiertagsbedingt geschlossen blieb.

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Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von Baidu und Ryanair.

Konjunkturdaten im Fokus: Bruttoinlandsprodukt Schweiz (09:00), Handelsbilanz Italien (10:00), Monatsbericht der Bundesbank (12:00).

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG