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KI-Sorgen setzen Aktienmärkte unter Druck

Die Aktienbörsen in Asien und den USA gerieten zu Wochenbeginn unter Druck, da Sorgen über KI-Investitionen erneut einen Ausverkauf bei Halbleiterwerten auslösten. Anlegerinnen und Anleger blieben zudem wachsam vor dem mit Spannung erwarteten Zinsentscheid der US-Notenbank am Mittwoch. Zudem werden in den nächsten Tagen etwa ein Drittel der S&P-500-Unternehmen, darunter Microsoft, Apple, Meta und Amazon, ihre Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegen. Die Lage im Nahen Osten und die Entwicklung der Ölpreise blieben unterdessen die Schwerpunkte für die Märkte. In Deutschland fielen die Ergebnisse der Unternehmensumfrage des ifo Instituts besser aus als erwartet, während einige Mitglieder der EZB weitere Zinserhöhungen andeuteten.

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  • Autor Alessandro Fezzi, Content & Publications
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Die Börsen in Asien gaben am Dienstag deutlich nach, da Sorgen über hohe Investitionen in KI einen erneuten Ausverkauf bei Halbleiterwerten auslösten. Südkoreas KOSPI brach um 10% ein, während Japans Nikkei 225 um bis zu 4% fiel, nachdem Berichte aufgekommen waren, wonach die KI-bezogenen Finanzierungszusagen des Chipkonzerns Nvidia USD 750 Milliarden überstiegen haben. SK Hynix und Samsung Electronics führten die Verluste in Seoul an, während auch japanische Hersteller von Chipausrüstung angesichts von Sorgen über Chinas Fortschritte bei der heimischen Lithographietechnologie nachgaben. Chinesische und Hongkonger Technologiewerte erwiesen sich als widerstandsfähiger, gestützt durch Optimismus über Pekings Bestreben nach Selbstversorgung mit Halbleitern vor wichtigen Zentralbankentscheiden und den Geschäftszahlen grosser US-Technologiekonzerne.

An der New Yorker Börse schlossen die US-Aktienindizes am Montag uneinheitlich, nachdem anfängliche Gewinne, die von Hoffnungen auf eine Feuerpause zwischen den USA und dem Iran ausgelöst worden waren, angesichts der Schwäche bei Halbleiterwerten wieder abgegeben wurden. Der Dow Jones Industrial stieg um 0.5% auf 52'210.08 Punkte, während der S&P 500 mit 7413.18 Punkten kaum verändert schloss und der Nasdaq 100 um 0.3% auf 28'039.21 Punkte fiel. Sorgen über Chinas aufkommende DUV-Lithographiekapazitäten und den rasanten Börsenstart des Speicherchipherstellers CXMT belasteten die Branche, während Nvidia wegen Bedenken hinsichtlich der Rendite grosser KI-Investitionen 5% verlor. Niedrigere Ölpreise belasteten Chevron und ExxonMobil, während Ford und General Motors nach positiven Analystenempfehlungen zulegten.

US-Aufträge für langlebige Güter steigen nur moderat

Die Aufträge für langlebige Güter in den USA stiegen im Juni um 0.3% und blieben damit deutlich hinter den Erwartungen der Ökonominnen und Ökonomen zurück, wie am Montag veröffentlichte Daten des Handelsministeriums zeigten. Der Anstieg folgte auf einen revidierten Rückgang von 4% im Mai, nachdem ursprünglich ein Minus von 4.5% gemeldet worden war. Die Aufträge ohne Transportausrüstung stiegen um 0.6% und verfehlten ebenfalls die Prognosen, während die Aufträge für Nichtverteidigungskapitalgüter ohne Flugzeuge um 0.9% zunahmen und damit die Erwartungen übertrafen.

Deutsches Geschäftsklima verbessert sich weiter

Der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Juli von 85.7 im Juni auf 86.6 Punkte und übertraf damit die Erwartungen, wie das Münchner Institut am Montag mitteilte. Die Erwartungen der Unternehmen verbesserten sich auf 86.7 Punkte, während ihre Einschätzung der aktuellen Lage auf 86.5 Punkte sank. Die Stimmung hellte sich im Dienstleistungssektor, im Handel und im Baugewerbe auf, obwohl Ökonominnen und Ökonomen warnten, dass ein grosser Teil der Umfrage vor dem jüngsten Anstieg der Ölpreise im Zusammenhang mit dem Konflikt am Persischen Golf abgeschlossen worden sei.

Hohe Energiekosten bremsen Investitionen in Deutschland

Deutsche Unternehmen halten sich bei Investitionen zurück, da hohe Energiekosten die Wettbewerbsfähigkeit belasten, wie eine DIHK-Umfrage unter mehr als 3000 Unternehmen am Montag zeigte. Fast ein Drittel der Befragten hatte Investitionspläne verschoben, während fast ein Fünftel erwog, inländische Kapazitäten zu reduzieren oder die Produktion ins Ausland zu verlagern. Bei fast der Hälfte waren die Stromkosten und bei mehr als zwei Dritteln die Heizkosten im vergangenen Jahr gestiegen. Das Energiewendebarometer des Verbands fiel gegenüber dem Vorjahr um drei Punkte auf -11.5 im Jahr 2026. Es verschlechterte sich damit erstmals seit 2023 und spiegelt die Auswirkungen von Gasengpässen, höheren Ölpreisen und der Umstellung auf erneuerbare Energien wider.

EZB-Vertreter unterstützt Zinserhöhung im September

EZB-Ratsmitglied Peter Kazimir erklärte am Montag, dass die EZB die Zinsen wahrscheinlich mindestens noch einmal erhöhen müsse, selbst wenn sich die Wirtschaftsaussichten verbesserten. Er argumentierte, dass die EZB handeln sollte, bevor höhere Energiekosten infolge des Konflikts im Nahen Osten breiteren und nachhaltigeren Inflationsdruck erzeugten. Die EZB liess ihren Leitzins vergangene Woche unverändert, signalisierte jedoch, dass eine Erhöhung im September wahrscheinlich sei. Die Märkte rechnen derzeit mit mindestens zwei weiteren Zinsschritten.

Europäische Aktien legen trotz Ausverkauf bei Chipwerten zu Wochenbeginn leicht zu

Die europäischen Aktienmärkte schlossen am Montag überwiegend höher, nachdem Hoffnungen auf eine Deeskalation zwischen den USA und dem Iran die Ölpreise gedrückt hatten. Die Gewinne schmolzen jedoch wegen Sorgen über chinesische Konkurrenz für Halbleiterunternehmen ab. Der Euro Stoxx 50 schloss mit 6282.21 Punkten nahezu unverändert, nachdem er zeitweise um bis zu 1.4% gestiegen war. Der Schweizer SMI gewann 0.7% und erreichte ein Rekordhoch von 14'421.97 Punkten. 

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG