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Market View & Insights
Was braucht es für eine Solisten-Karriere? Talent allein reicht nicht aus, wie der Violinist und künstlerische Leiter der LGT Young Soloists, Alexander Gilman, schon früh erkannt hat. Entscheidend sind Eigeninitiative, Übung - und, überraschenderweise: Teamgeist.
Zu Beginn vieler Karrieren gibt es ein bekanntes Paradoxon: Man braucht Erfahrung, um Chancen zu bekommen - aber man braucht Chancen, um Erfahrung zu sammeln.
Für junge Musikerinnen und Musiker ist dieses Dilemma besonders akut.
"Kein Veranstalter lädt einfach so unerfahrene, unbekannte Künstler ein", sagt Violinist Alexander Gilman. "Gleichzeitig bleibt es ohne Konzertauftritte unglaublich schwer, sich weiterzuentwickeln." In vielen Köpfen herrscht noch das Bild des einsamen, talentierten Musikergenies vor. Dabei gehe vergessen, wie stark eine Musiker-Karriere von Networking und Sichtbarkeit abhänge, argumentiert Gilman.
Er weiss das aus eigener Erfahrung. Als junger Geiger hatte er das Glück, regelmässig auftreten zu können - ein Vorteil, den er einem starken Netzwerk an Förderern zuschreibt. "Konzerte zu spielen, motivierte mich. Es gibt der Arbeit einen Sinn. Ohne dieses Ziel vor Augen kann es unglaublich schwer sein, wochenlang alleine zu Hause zu üben."
Diese Erkenntnis wurde zum Ausgangspunkt für das, was später die LGT Young Soloists werden sollte.
2013 wurde Gilman eingeladen, bei einem LGT-Kundenevent in Wien aufzutreten. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits über eine neue Art von Ensemble nachgedacht - eines, das seinen Schülerinnen und Schülern nicht nur Ausbildung, sondern eine echte Bühne, echte Praxis und echte Motivation bieten würde. Das Konzert wurde zum Katalysator: "Auf unseren Auftritt folgten Standing Ovations. Wir beschlossen, ein neues Ensemble zu gründen: die LGT Young Soloists."
Anstatt die Rollen in Solisten und Orchester zu trennen, vereinen die LGT Young Soloists beides. Auf der Bühne treten die einzelnen Musikerinnen und Musiker solistisch in den Vordergrund - und treten wieder in den Hintergrund, um andere im Ensemble zu unterstützen. Individuelle Exzellenz und kollektive Performance werden zu zwei Seiten derselben Disziplin.
"Wir erwarten von unseren Solisten, dass sie Teamplayer sind", so Gilman. "Das mag widersprüchlich klingen. Aber selbst als Solist ist man nie wirklich allein."
Das Konzept der LGT Young Soloists geht weit über die musikalische Darbietung hinaus. Es geht darum, junge Talente auf die Realitäten einer professionellen Karriere vorzubereiten.
Heute vereint das Ensemble rund 25 hochbegabte Streicherinnen und Streicher aus aller Welt, die in der Regel zwischen 14 und 25 Jahre alt sind. Die Aufnahme ist sehr selektiv. Und musikalisches Können allein reicht nicht aus.
"Wir suchen nach Persönlichkeit, Neugier und der Bereitschaft, sich einzubringen", erklärt Gilman. "Eine Karriere in der Musik erfordert viel mehr als nur gutes Spielen. Sie erfordert Belastbarkeit, Kommunikationsfähigkeit und ein Verständnis dafür, wie diese Welt funktioniert."
Durch internationale Tourneen, Aufnahmen und Medienpräsenz gewinnen die jungen Musikerinnen und Musiker genau das: Erfahrung unter realen Bedingungen. Sie lernen, wie man auftritt, wie man sich präsentiert, wie man sich in einem wettbewerbsorientierten Umfeld zurechtfindet - und wie man sich dabei gegenseitig unterstützt.
Die ersten Jahre des Ensembles waren alles andere als einfach. "Niemand hat auf uns gewartet", erinnert sich Gilman. "Wir mussten alles von Grund aufbauen - das Netzwerk, den Ruf."
Doch die Beharrlichkeit zahlte sich aus. Es folgten die ersten Aufnahmen, dann internationale Auftritte. Heute treten die LGT Young Soloists auf einigen der weltweit führenden Bühnen auf und veröffentlichen regelmässig Alben mit globaler Reichweite. Ihr unverwechselbarer Stil - energiegeladen, präzise und unprätentiös - hat auch auf digitalen Plattformen ein starkes Publikum gefunden.
Was sie auszeichnet, ist nicht nur ihr musikalisches Niveau, sondern auch ihre Einstellung: eine Kombination aus Ehrgeiz und Offenheit. Eine neue Generation der klassischen Musik.
Von Anfang an hat die LGT eine Schlüsselrolle dabei gespielt, diesen Weg zu ermöglichen. Was mit einem einzigen Konzert begann, hat sich zu einem langfristigen Engagement zur Förderung junger Talente entwickelt. Die LGT hat zum Ziel, Plattformen zu schaffen, auf denen aufstrebende Talente - in der Musik und darüber hinaus - schon früh in ihrer Karriere Sichtbarkeit, Erfahrung und Selbstvertrauen gewinnen können. Diese Partnerschaft spiegelt eine gemeinsame Überzeugung wider: dass Spitzenleistungen sich erst im Laufe der Zeit entwickeln - und dass Talente Chancen und Förderung brauchen, um sich zu entfalten.
In diesem Sinne sind die LGT Young Soloists Ausdruck einer umfassenderen Idee: in die nächste Generation zu investieren, Plattformen für Wachstum zu schaffen und eine Denkweise zu fördern, die Eigenverantwortung mit Zusammenarbeit verbindet. Oder, wie Gilman es ausdrückt: "Talent mag individuell sein. Aber Erfolg erreicht man niemals allein."
Dass die LGT die Idee der LGT Young Soloists von Anfang an unterstützt hat, ist kein Zufall. Die Fürstliche Familie von Liechtenstein, Eigentümerin der LGT, ist seit Jahrhunderten eng mit der Welt der Musik verbunden: Prinzessin Maria Josepha Hermengilde von Liechtenstein war eine Gönnerin von Joseph Haydn, der für sie mehrere Messen komponierte. Wolfgang Amadeus Mozart wiederum widmete Fürst Alois I. eine Serenade. Diese Tradition spiegelt eine konsequente Haltung wider: Talente frühzeitig zu erkennen und zu fördern - oft lange bevor sie breitere Anerkennung finden.