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Aktien uneinheitlich, verlängerte Iran-Waffenruhe sorgt für Unsicherheit

Die globalen Märkte hatten am Mittwoch weiterhin mit der anhaltenden Unsicherheit im Nahen Osten zu kämpfen. Die meisten Aktienindizes im Asien-Pazifik-Raum lagen im Minus, obwohl der japanische Nikkei 225 ein neues Rekordhoch markierte. Die Anlegerinnen und Anleger blieben auf den Iran-Konflikt fokussiert, nachdem US-Präsident Donald Trump die Waffenruhe verlängert, gleichzeitig aber die Seeblockade aufrechterhalten hat. Dieser Schritt verlängert die Unsicherheit in der Strasse von Hormus und hält die geopolitischen Risikoaufschläge über verschiedene Anlageklassen hinweg erhöht. Europäische Aktien schlossen am Dienstag tiefer vor dem Hintergrund einer schwächeren wirtschaftlichen Stimmung in Deutschland und der Eurozone. Auch die US-Indizes beendeten den Handel im negativen Bereich, wenngleich die Futures auf eine leichte Gegenbewegung hindeuteten. Am Rohstoffmarkt gaben die Ölpreise von ihren jüngsten Höchstständen nach, während Gold und Silber zulegten und auch Bitcoin Gewinne verbuchte – ein Zeichen für die anhaltende Nachfrage nach vermeintlich sicheren Häfen.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Markt-Grafik
© Shutterstock

Der japanische Nikkei 225 erreichte am Mittwoch ein neues Rekordhoch und schloss 0.3% höher, nachdem die Handelsdaten einen siebten monatlichen Anstieg in Folge bei den Exporten sowie einen Handelsüberschuss von 667 Milliarden Yen auswiesen, der allerdings unter dem von Ökonominnen und Ökonomen prognostizierten Überschuss lag. Koreas Kospi notierte ebenfalls 0.3% höher, während Chinas CSI 300 um 0.4% zulegte. Diese Kursgewinne standen im Kontrast zu einer insgesamt schwächeren Entwicklung in der Asien-Pazifik-Region, wo Märkte wie Australiens S&P/ASX 200, der Hang Seng Index in Hongkong und Indiens Nifty 50 allesamt nachgaben. Sie wurden durch die Sorge belastet, dass sich der Konflikt zwischen den USA und Iran trotz der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die Waffenruhe zu verlängern und die Seeblockade aufrechtzuerhalten, in die Länge ziehen könnte. Zuvor gestiegene Ölpreise gaben wieder nach: Futures auf Brent-Rohöl wurden bei rund USD 97.33 und West-Texas-Intermediate-(WTI)-Futures bei knapp USD 88.31 je Barrel gehandelt. Gold legte zu und notierte am Dienstag bei rund USD 4770 je Feinunze, während auch Silber zulegte und Bitcoin um mehr als 3% auf rund USD 78'100 stieg.

US-Aktien von Spannungen im Nahen Osten belastet

Die US-Aktienmärkte gaben am Dienstag nach, da die Anlegerinnen und Anleger vor dem planmässigen Auslaufen der zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Konflikt vorsichtiger agierten. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 0.6% auf 49'149.38 Punkte, der S&P 500 verlor 0.6% auf 7064.01 Punkte und der Nasdaq 100 sank nach einem kurzzeitigen erneuten Rekordhoch um 0.4%. Die Marktstimmung hellte sich nach Handelsschluss leicht auf, als US-Präsident Donald Trump signalisierte, dass die USA auf Wunsch Pakistans vorerst auf weitere Angriffe verzichten würden, während sie auf einen gemeinsamen Vorschlag der iranischen Führung warten. Auf Einzeltitelebene verlor Apple 2.5%, nachdem das Unternehmen bekannt gegeben hatte, dass der langjährige Konzernchef Tim Cook die operative Führung im September an Hardwarechef John Ternus übergeben wird.

Deutsche Konjunkturstimmung trübt sich weiter ein

Die Erwartungen deutscher Anlegerinnen und Anleger haben sich im April erneut eingetrübt: Der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen fiel laut den am Dienstag veröffentlichten Umfrageergebnissen um 16.7 Punkte auf minus 17.2 Punkte gegenüber März. Auch die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage in Deutschland verschlechterte sich und sank um 10.8 Punkte auf minus 73.7 Punkte, da die Sorgen über die breiteren Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Energiesicherheit, die Investitionstätigkeit und die Wirksamkeit fiskalischer Unterstützung zunahmen. Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone spiegelten die Schwäche in Deutschland wider: Der Stimmungsindex für die Region fiel um 11.9 Punkte auf minus 20.4 Punkte, und die Einschätzung der aktuellen Lage sank um 13.1 Punkte auf minus 43 Punkte. Europäische Aktienindizes schlossen am Dienstag im Minus. Der Euro Stoxx 50 verlor 1%, der deutsche DAX gab 0.6% nach und der französische CAC 40 fiel um 1.1%. Der Swiss Market Index sank um 1.1%.

Britische Arbeitslosigkeit sinkt, aber Krieg belastet den Ausblick

Die Arbeitslosenquote im Vereinigten Königreich ging in den 3 Monaten bis Februar auf 4.9% zurück, nach zuvor 5.2% und damit auf den niedrigsten Stand seit letztem Sommer, wie die am Dienstag veröffentlichten Daten zeigen. Gleichzeitig verlangsamte sich das Wachstum der regulären Löhne auf 3.6% im Jahresvergleich – der schwächste Anstieg seit mehr als 5 Jahren. Das Office for National Statistics erklärte, der Rückgang der Arbeitslosigkeit sei vor allem auf einen Anstieg der wirtschaftlichen Inaktivität zurückzuführen, die auf 21% stieg, da weniger Studierende eine Erwerbstätigkeit suchten, und weniger auf eine breit abgestützte Verbesserung am Arbeitsmarkt. Das Wachstum der Gesamtvergütung einschliesslich Boni verlangsamte sich auf 3.8%, und das Lohnwachstum im Privatsektor schwächte sich auf 3.2% ab – ein Tempo, das die Bank of England als mit ihrem Inflationsziel von 2% vereinbar bezeichnet hat.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG