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AI-Sorgen belasten Techsektor, sichere Häfen im Aufwind

Die Aktienmärkte standen zur Wochenmitte unter Druck, da wachsende Sorgen über die Auswirkungen von künstlicher Intelligenz auf traditionelle Software- und datengesteuerte Geschäftsmodelle Technologiewerte in den USA, Europa und Teilen Asiens belasteten. Während die wichtigsten Wall-Street-Indizes ihre Tagesverluste eingrenzen konnten, setzte sich die Rotation aus Halbleiter- und KI-bezogenen Wachstumswerten in stärker zyklische und wertorientierte Sektoren fort. Die europäischen Börsen schlossen ebenfalls leicht im Minus, belastet von deutlichen Verlusten bei Technologie- und Medienwerten. In Asien zeigten sich die breiteren Indizes gemischt, da Schwäche bei Software- und IT-Dienstleistern durch Gewinne in anderen Teilen der Region kompensiert wurde. Unterdessen liessen erneute Spannungen zwischen den USA und dem Iran den Goldpreis wieder über die Marke von USD 5000 steigen und unterstützten die Ölpreise. Der US-Dollar blieb weitgehend stabil, während die Renditen von US-Staatsanleihen über die gesamte Zinskurve hinweg leicht zulegten.

  • Datum
  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

KI
© Shutterstock

Die asiatischen Aktienmärkte zeigten sich am Mittwoch uneinheitlich, nachdem die Börsen in den USA und Europa kräftige Verluste verzeichnet hatten. Die Sorge, dass Fortschritte bei der künstlichen Intelligenz traditionelle Software-, Datenanalyse- und professionelle Dienstleistungsunternehmen verdrängen könnten, nahm weiter zu. Regionale Technologie- und Softwarenamen wie der chinesische CSI Software Services Index, in Hongkong kotierte Technologieriesen sowie die japanischen Gruppen Dentsu, Nomura Research Institute und Nintendo gaben deutlich nach. Der japanische Nikkei 225 notierte 0.6% tiefer, während der koreanische Kospi 1.6% höher lag und der australische S&P/ASX 200 um 0.8% zulegte. Der Hang Seng Index in Hongkong zeigte sich 0.3% fester, und der chinesische CSI 300 auf dem Festland notierte 0.8% höher, während sich der indische Nifty 50 kaum veränderte.

US-Aktien verringern Tagesverluste

Die US-Aktienindizes reduzierten am Dienstag ihre zwischenzeitlich deutlichen Verluste: Der S&P 500 schloss 0.8% tiefer und der Dow Jones Industrial Average verlor 0.3%, während der technologieorientierte Nasdaq 100 dennoch um 1.6% auf 25'338.62 Punkte fiel, belastet durch einen Rückgang von rund 20% bei der Zahlungsgruppe Paypal auf den tiefsten Stand seit fast neun Jahren. Die Anlegerinnen und Anleger schichteten aus Halbleiter- und künstliche-Intelligenz-Wachstumswerten in stärker zyklische und wertorientierte Sektoren um, da das Vertrauen in die robuste US-Konjunktur den Blick auf den breiteren Markt lenkte. Der Detailhandelsriese Walmart legte um 2.9% zu und trieb seine Marktkapitalisierung erstmals über USD 1 Billion. Die Stimmung gestützt hat zudem das Ende eines viertägigen teilweisen Shutdowns der US-Bundesregierung am Dienstag, nachdem das Repräsentantenhaus einen Finanzierungsgesetzentwurf mit knappem Mehr von 217 zu 214 Stimmen verabschiedet hatte und US-Präsident Donald Trump diesen noch am selben Tag unterzeichnete.

Europäische Aktien schliessen leicht im Minus

Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte verzeichneten am Dienstag moderate Rückgänge, wobei der Euro Stoxx 50 um 0.3% nachgab und der Schweizer SMI 0.3% tiefer schloss, da Technologie- und Medienwerte die Region belasteten. Technologiewerte folgten der Schwäche ihrer US-Pendants nach einem enttäuschenden Quartalsbericht der US-Zahlungsgruppe Paypal, der auch den europäischen Wettbewerber Adyen unter Druck setzte, dessen Aktien um 7% fielen. Medienunternehmen gaben nach, nachdem das US-Unternehmen Anthropic ein auf künstlicher Intelligenz basierendes Tool für interne Rechtsteams lanciert hatte, was die Spezialverlage Relx und Wolters Kluwer um mehr als 14% beziehungsweise 12.7% sinken liess.

Gold und Öl steigen wegen Spannungen mit Iran

Die Preise für Gold und Öl legten am Mittwoch zu, da erneute Spannungen zwischen den USA und dem Iran die Nachfrage nach sicheren Häfen sowie die Angebotssorgen stützten. Spotgold stieg wieder über USD 5000 je Unze und wurde zuletzt bei rund USD 5060 je Unze gehandelt, womit die Erholung nach dem Rückgang von mehr als USD 1000 in der vergangenen Woche von einem Rekordhoch nahe USD 5600 weitergeht. Die Erholung erfolgt trotz Markterwartungen, dass der designierte Vorsitzende der US-Notenbank, Kevin Warsh, eine weniger lockere geldpolitische Haltung einnehmen könnte, was zuletzt den US-Dollar gestärkt hatte. Die Nordseesorte Brent-Öl wurde nahe USD 67.70 je Barrel gehandelt und West Texas Intermediate bei rund USD 63.70, beide etwa 1% höher. Unterstützt wurden die Preise durch Berichte über eine abgeschossene iranische Drohne und einen Vorfall mit einem US-verbundenen Tanker in der Nähe wichtiger Schifffahrtsrouten sowie durch einen starken, wetterbedingten Rückgang der US-Rohöllagerbestände.

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Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG