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Globale Märkte stabilisieren sich und der Aussie-Dollar legt nach einer Zinserhöhung zu

Die globalen Märkte setzten am Dienstag nach den Turbulenzen der vergangenen Woche, insbesondere bei den Metallpreisen und der jüngsten Volatilität an den Aktienbörsen, zu einer Erholung an. In der Asien-Pazifik-Region gaben die Zinserhöhung in Australien und ein deutlich stärkerer Aussie-Dollar den Ton an, während ein wegweisendes Handelsabkommen zwischen den USA und Indien sowie eine wieder aufgeflammte Begeisterung für KI-bezogene Technologiewerte die Leitindizes in Indien, Japan und Korea deutlich nach oben trieben. Die Wall Street hatte die Woche bereits mit Rückenwind begonnen, nachdem sich US-Aktien am Montag erholten und sowohl der ISM-Industrieindex als auch die S&P Global-Einkaufsmanagerumfrage für das verarbeitende Gewerbe eine Expansion signalisierten. Auch die europäischen Börsen legten zu. Die Edelmetallpreise erholten sich ebenfalls kräftig, wobei Gold und Silber einen Teil ihres historischen Ausverkaufs wettmachten.

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  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Reserve Bank of Australia
© Shutterstock

Die australische Zentralbank erhöhte am Dienstag ihren Leitzins um 0.25 Prozentpunkte auf 3.85%. Es war die erste Anhebung seit November 2023, nachdem die Inflation auf den höchsten Stand seit sechs Quartalen gestiegen war. Die Reserve Bank of Australia erklärte, die Binnennachfrage sei stärker als erwartet, Kapazitätsengpässe seien ausgeprägter und der Arbeitsmarkt bleibe angespannt, was in der zweiten Jahreshälfte zu einem deutlichen Anstieg des Preisdrucks geführt habe. Die Notenbank betonte seit Längerem, dass kurzfristige Zinssenkungen unwahrscheinlich sind. Zentralbankchefin Michele Bullock bekräftigte, dass künftige Schritte von den jeweils vorliegenden Daten abhängen und von Sitzung zu Sitzung entschieden würden, nachdem das Wachstum im dritten Quartal auf 2.1% angezogen hatte. Der australische Dollar legte um rund 1% auf über 0.70 gegenüber dem US-Dollar zu, während der S&P/ASX 200 nach dem Zinsentscheid der Zentralbank um 1.1% stieg.

Asiatische Aktien legen dank KI-Optimismus und Handelsabkommen mit Indien zu

Die asiatischen Aktienmärkte erholten sich am Dienstag deutlich, angeführt von Südkorea und Japan. Anlegerinnen und Anleger kehrten nach jüngsten Gewinnmitnahmen in KI-bezogene Technologie- und Chipwerte zurück in der Erwartung, dass die robuste langfristige Nachfrage nach Hochleistungs-Speichern und -Prozessoren den Sektor weiter stützen wird. Japans Nikkei 225 notierte 3.9% im Plus und der südkoreanische Kospi legte um 6.3% zu. Indiens Nifty-50-Index stieg ebenfalls stark und kletterte um mehr als 3%, nachdem US-Präsident Donald Trump ein Handelsabkommen verkündet hatte, das die US-Zölle auf indische Waren von 50% auf 18% senkt. Im Gegenzug verpflichtet sich Neu-Delhi, die Käufe von russischem Öl schrittweise einzustellen und die Importe aus den USA zu erhöhen. Der Hang Seng Index in Hongkong bewegte sich kaum, während der chinesische CSI 300 um 0.8% zulegte.

Gold und Silber erholen sich nach Einbruch

Die Gold- und Silberpreise erholten sich am Dienstag nach einem aussergewöhnlichen Ausverkauf Ende letzter Woche, als Gold am Freitag fast 10% einbrach und Silber um rund 30% fiel – die stärksten Tagesverluste seit Jahrzehnten. Gold wurde nach den jüngsten heftigen Kursschwankungen rund 4% höher bei etwa USD 4850 je Unze gehandelt, während Silber nahezu 7% fester unterhalb von USD 85 je Unze notierte. Trotz der jüngsten Preisschwankungen bleiben die langfristigen thematischen Treiber für Edelmetalle – wie geopolitische Risiken, politische Unsicherheit und die industrielle Nachfrage nach Silber – intakt.

US-Aktien freundlich dank solider PMI-Daten

Die US-Aktienmärkte erholten sich am Montag von ihrer jüngsten Schwäche. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 1.1%, der S&P 500 gewann 0.5% und der Nasdaq 100 rückte um 0.7% vor. Technologiewerte wie Apple, Cisco, IBM und mehrere Halbleiterhersteller waren gefragt, während die Aktie des Softwarekonzerns Oracle nach Plänen fiel, USD 45-50 Milliarden zur Expansion des Cloud-Geschäfts aufzunehmen. Makroökonomische Daten stützten die Marktstimmung: Die US-Industrieaktivität kehrte im Januar in den Expansionsbereich zurück. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg von 47.9 im Dezember auf 52.6 und beendete damit eine 12‑monatige Phase der Kontraktion, was auf ein solides gesamtwirtschaftliches Wachstum hinweist. Ebenso legte der S&P Global US Manufacturing PMI im Januar von 51.8 auf 52.4 zu und signalisierte eine stärkere Expansion der Industrieaktivität, die in etwa dem langfristigen Durchschnitt entspricht.

Industrie in der Eurozone zeigt moderate Aufhellung

Die Bedingungen in der Industrie der Eurozone blieben im Januar leicht rückläufig, wobei der Eurozone Manufacturing PMI von 48.8 im Dezember auf 49.5 stieg. Der Output Index kehrte mit 50.5 in den Expansionsbereich zurück und verzeichnete damit den zehnten Produktionsanstieg in den vergangenen elf Monaten. Die Dynamik wurde jedoch durch den dritten monatlichen Rückgang bei den Neuaufträgen in Folge sowie anhaltende Arbeitsplatzabbauten und Lagerbestandsabbauten gebremst. Der Euro Stoxx 50 legte am Montag um 1% zu.

Deutsche Einzelhandelsumsätze stiegen im Jahr 2025

Die deutsche Detailhandelsbranche steigerte ihren preisbereinigten Umsatz im vergangenen Jahr gegenüber 2024 um 2.7%, während die nominalen Umsätze um 3.8% zulegten, wie am Montag veröffentlichte Daten zeigten. Das Wachstum war in der ersten Jahreshälfte mit 3.8% stärker, bevor es in der zweiten Jahreshälfte auf 1.7% abkühlte. Dies war teilweise auf einen Sondereffekt durch die Restrukturierung eines grossen Online- und Versandhändlers zurückzuführen, durch die zuvor nicht erfasste inländische Umsätze hinzukamen. Der DAX in Deutschland gewann am Montag 1.1%.

Schweizer Detailhandelsumsätze beschleunigten sich im Dezember

Die Detailhandelsumsätze stiegen im Dezember gegenüber November in realer Rechnung ebenfalls um 1% und machten damit einen Rückgang von 0.1% im November wett, wie am Montag veröffentlichte Daten des Bundesamts für Statistik zeigen. Ohne Tankstellen erhöhten sich die monatlichen Detailhandelsumsätze um 1.2% – der stärkste Zuwachs seit Juni, als die Umsätze um 2.3% gestiegen waren. Im Vergleich zum Vorjahr zog das Wachstum der realen Detailhandelsumsätze von 1.7% im November auf 2.9% an. Der Swiss Market Index übertraf andere europäische Indizes mit einem Anstieg von 1.7% am Montag.

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Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG