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Australiens Zentralbank erhöht Zinsen angesichts anhaltenden Inflationsdrucks

Steigende Ölpreise infolge des Konflikts zwischen den USA und dem Iran sowie hohe US-Anleihenrenditen setzten die Aktienmärkte unter Druck: Die Wall Street schloss am Montag tiefer, und die asiatischen Börsen gaben am Dienstag nach. Die australische Zentralbank erhöhte am Dienstag ihren Leitzins und verwies auf anhaltenden Inflationsdrucks und höhere Energiekosten. Im weiteren Tagesverlauf richten sich die Blicke auf Äusserungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde sowie auf US-Daten zu offenen Stellen und zum Verbrauchervertrauen.

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  • Autor Amira Scherz, Junior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Reserve Bank of Australia
© Shutterstock

Die Aktienmärkte in Asien gaben am Dienstag mehrheitlich ach, da höhere Renditen von US-Anleihen und steigende Ölpreise die Stimmung belasteten. Japans Nikkei 225 verlor rund 1.6%, der Hang Seng in Hongkong 0.7%. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf rund 5.27%, während Brent-Öl-Futures vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen den USA und dem Iran um rund 2% auf USD 99.84 je Barrel zulegten. Australische Aktien notierten nach dem Zinsentscheid leicht tiefer. Gold stieg um 0.3% auf rund USD 4130 je Unze, während Bitcoin um 0.4% auf etwa USD 83'200 nachgab.

Australiens Zentralbank erhöht Zinsen

Die Reserve Bank of Australia (RBA) erhöhte ihren Leitzins am Dienstag einstimmig von 4.35% auf 4.6%. Sie verwies auf eine stärker als erwartet gestiegene Inflation, höhere Energiepreise infolge des Nahostkonflikts und anhaltende Kapazitätsengpässe im Inland. Trotz Anzeichen einer Konjunkturabschwächung seien weitere Zinserhöhungen möglich, falls sie nötig würden, um die Inflation wieder auf den Zielwert zu senken.

US-Aktien unter Druck, US-Dollar legt zu

Der Dow Jones verlor 0.7%, der S&P 500 fiel 0.8% und der Nasdaq-100 gab um 1.1% nach. Die Ölpreise blieben auf erhöhtem Niveau nachdem US-Präsident Donald Trump einen iranischen Vorschlag abgelehnt hatte, der die Wiederöffnung der Strasse von Hormus an Sanktionserleichterungen knüpfte. Zugleich erholten sich die Rohölexporte aus dem Nahen Osten im September auf fast 80% ihres Vorkriegsniveaus. Hinzu kam, dass OpenAI das Training seiner leistungsfähigsten Modelle aussetzte, was Technologieaktien zusätzlich belastete. Nvidia stellte derweil eine Sicherheitsplattform für KI-Agenten vor, deren Open-Source-Komponenten unter anderem von Microsoft, Cisco, Oracle und Intel genutzt werden sollen. Am Devisenmarkt verhalfen höhere Renditen von US-Staatsanleihen dem US-Dollar zu einem Anstieg auf CHF 0.8319 - dem höchsten Stand gegenüber dem Schweizer Franken seit Mai 2025.

Industriestimmung in Texas lässt nach

Der Index der Federal Reserve Bank of Dallas für die allgemeine Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe von Texas sank im September von 11.6 auf 9.8, wie am Montag veröffentlichte Zahlen zeigten. Der Index für die Geschäftsaussichten der Unternehmen fiel von 19.2 auf 8.7, während der Beschäftigungsindex von 8.0 auf 15.1 stieg. Der Preisdruck nahm zu: Der Rohstoffpreisindex erreichte 52.2 und lag damit deutlich über seinem langfristigen Durchschnitt von 28.0. Der Index der erwarteten Geschäftstätigkeit ging von 37.2 auf 20.8 zurück, blieb aber ebenfalls im positiven Bereich.

Lagarde befürwortet massvolle Reaktion der EZB

EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprach sich am Montag trotz einer Inflation von über 3% in der Eurozone für ein massvolles Vorgehen aus. Sie führte den Preisanstieg auf höhere Energiekosten infolge des Konflikts zwischen den USA und dem Iran zurück. Bislang gebe es aber keine Anzeichen dafür, dass steigende Löhne die Inflation zusätzlich verstärkten. Bis Jahresende könnte die Inflation 4% erreichen und damit doppelt so hoch ausfallen wie das Ziel der EZB. Investorinnen und Investoren erwarten heute Nachmittag weitere Äusserungen der EZB-Chefin.

Italiens Handelsüberschuss mit Nicht-EU-Ländern schrumpft

Der Handelsüberschuss von Italien mit Nicht-EU-Ländern sank im August von zuvor EUR 6.99 Milliarden auf EUR 2 Milliarden, lag damit aber über den im Vorjahresmonat verzeichneten EUR 1.878 Milliarden, wie am Montag veröffentlichte Daten zeigten. Die Exporte gingen gegenüber Juli um 2.1% zurück, vor allem weil im Vormonat Schiffsverkäufe enthalten waren. Die Importe sanken leicht um 0.1%. Ohne die Schiffsverkäufe stiegen die Exporte um 0.2%.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Es stehen heute keine wichtigen Unternehmensnachrichten an.

Konjunkturdaten im Fokus: KOF-Konjunkturbarometer Schweiz (09:00),EZB-Präsidentin Christine Lagarde spricht (13:00), Bruttoinlandsprodukt Kanada (14:30), Verbrauchervertrauensindex des Conference Board (16:00), Bericht über offene Stellen und Personalfluktuation USA (16:00).

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Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG