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Einkaufsmanagerindizes zeigen gemischtes Bild vor wichtigen US-Arbeitsmarktzahlen

Die gestern veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes signalisierten am Donnerstag eine anhaltende Expansion des verarbeitenden Gewerbes in den USA und der Eurozone, aber ein schwächeres Wachstum in Kanada und der Schweiz. Am Freitag entwickelten sich die asiatischen Börsen bei steigender Inflation in Tokio uneinheitlich. Zuvor hatten die US-Aktienmärkte bei sinkenden Anleihenrenditen höher geschlossen. Im frühen Freitagshandel legten Gold und Bitcoin zu, während die Ölpreise nachgaben. Auch die Unternehmensergebnisse zeigten ein gemischtes Bild: Nike-Aktien fielen nach enttäuschenden Umsatzzahlen, während Accenture nach starken Ergebnissen zulegen konnte. Nun warten Anlegerinnen und Anleger auf die heute im Laufe des Tages anstehenden Inflationszahlen der Eurozone sowie den Arbeitsmarktbericht aus den USA.

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  • Autor Amira Scherz, Junior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Industriegebiet
© Shutterstock

Die Aktienmärkte in der Region Asien entwickelten sich am Freitag vor der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten uneinheitlich. Der Hang Seng in Hongkong fiel um 2.8% auf 23'916.00 Punkte, da höhere Anleiherenditen und Ölpreise die Stimmung belasteten. Der japanische Nikkei 225 gab um 1% auf 68'252.50 Punkte nach, während der südkoreanische KOSPI um 0.3% und der australische S&P/ASX 200 um 0.7% zulegten. Die Kerninflation in Tokio beschleunigte sich im September auf 2.7% gegenüber dem Vorjahr, nach 1.8% im August. Dies stärkte die Argumente für weitere Zinserhöhungen der Bank of Japan. Im frühen Freitagshandel verteuerte sich Gold um 0.2% auf rund USD 4180 je Unze, und Bitcoin legte um 2.5% auf rund USD 86'400 zu. Terminkontrakte auf Brent-Rohöl fielen um 0.2% auf USD 102.08 je Barrel, während Terminkontrakte auf West Texas Intermediate (WTI) um 0.5% auf USD 92.41 je Barrel nachgaben.

US-Industrie wächst schneller als Kanadas

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sank laut den am Donnerstag veröffentlichten Daten von revidierten 198'000 in der Vorwoche auf 197'000. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ging im September leicht von 54.6 auf 54.5 Punkte zurück, signalisierte aber den neunten Wachstumsmonat in Folge. Neben stärkeren Auftragseingängen stieg der Preisindex von 71.1 auf 77.9 Punkte. Kanadas Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe fiel hingegen von 53 auf 51.5 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit März. Angesichts der Handelsspannungen mit den USA und hoher Energiekosten gingen die Auftragseingänge zurück.

US-Aktien steigen bei sinkenden Anleihenrenditen

Die Indizes an der New Yorker Börse legten am Donnerstag bei rückläufigen Anleihenrenditen leicht zu: Der S&P 500 gewann 0.2% und schloss bei 7666.45 Punkten, der Nasdaq-100 stieg um 0.3% auf 30'501.56 Punkte, und der Dow Jones Industrial Average erreichte 50'926.56 Punkte. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen sank um rund zehn Basispunkte auf unter 4.8%. Philip Jefferson, stellvertretender Vorsitzender der Federal Reserve (Fed), sagte unterdessen, vor einer Entscheidung über eine weitere Zinserhöhung seien zusätzliche Daten nötig. Der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag wird die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen durch die Fed auf die Probe stellen. Der US-Dollar-Index stieg jedenfalls um 0.6% auf 102.03 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit April 2025. Der Euro fiel um 0.7% auf USD 1.1243, nachdem Frankreich einen Haushalt für 2027 mit einem angestrebten Defizit von 5% des BIP vorgeschlagen hatte. 

Nike fällt während Accenture steigt

Die Nike-Aktie erreichte am Donnerstag mit USD 35.02 ein 52-Wochen-Tief, nachdem der US-Sportartikelkonzern für sein erstes Geschäftsquartal einen Umsatzrückgang um 4% auf USD 11.21 Milliarden gemeldet hatte; der Umsatz in China sank um 26%. Nike erwartet für das Geschäftsjahr 2027 einen weiteren Umsatzrückgang und kündigte Stellenstreichungen an. Nachbörslich verlor die Aktie rund 3%. Die Aktie des irischen Beratungsunternehmens Accenture stieg am Donnerstag um 15.8%, nachdem der Umsatz von USD 18.68 Milliarden und der Gewinn je Aktie von USD 3.29 im vierten Geschäftsquartal die Prognosen übertroffen hatten. Das Unternehmen meldete einen Rekordwert bei den Auftragseingängen für Grossaufträge und erwartet für das Geschäftsjahr 2027 ein Wachstum von Umsatz und bereinigtem Gewinn je Aktie um jeweils 3% bis 6%.

Stabile Inflation in der Schweiz

Der Schweizer Konsumentenpreisindex notierte im September unverändert gegenüber August bei 101.5 Punkten, während die Inflationsrate im Vorjahresvergleich 1% betrug. Höhere Treibstoffkosten wurden durch günstigere Reisen und Unterkünfte ausgeglichen. Unterdessen beschleunigte sich das Wachstum der Detailhandelsumsätze im August auf 3.2% gegenüber dem Vorjahr, nach 2.6% im Juli und der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sank im September von 57.1 auf 55.3 Punkte, blieb damit aber im expansiven Bereich.

Verarbeitendes Gewerbe der Eurozone verbessert sich bei stabiler Arbeitslosigkeit

Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe der Eurozone stieg im September von 52.7 Punkten im August auf 52.9 und erreichte damit den höchsten Stand seit Mai 2022. Gestützt wurde er von der Nachfrage nach Investitionsgütern. Die Werte für Deutschland und Frankreich gaben nach, während sie sich in Italien und Grossbritannien verbesserten. Die Einkaufspreise stiegen in der Eurozone und in Grossbritannien schneller. Die Arbeitslosenquote der Eurozone blieb im August bei 6.4%, nach 6.3% ein Jahr zuvor. In Italien stieg sie von 6% im Juli und 5.7% ein Jahr zuvor auf 6.2%.

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Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG