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Sorgen über KI-Ausgaben sorgen für Ausverkauf bei Technologieaktien

Zweifel an den Erträgen hoher KI-Investitionen und erneute Inflationssorgen angesichts steigender Ölpreise führten am Donnerstag zu deutlichen Verlusten bei US-amerikanischen und europäischen Technologieaktien. Auch die breiteren Aktienindizes schlossen überwiegend im Minus. Die asiatischen Börsen zeigten am Freitag ein gemischteres Bild: Gewinne in China und Hongkong standen Verluste in Japan und Südkorea gegenüber. Die japanische Inflation zog an und verstärkte den Druck auf lokale Aktien, da sie die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen stützte. US-Staatsanleihen legten am Donnerstag kräftig zu, da Anlegerinnen und Anleger angesichts des Ausverkaufs an den Aktienmärkten und der zunehmenden fiskalischen Belastungen in Frankreich sichere Anlagen suchten.

  • Datum
  • Autor Shane Strowmatt, Senior Investment Writer
  • Lesezeit 5 Minuten

Fallender Markt
© Shutterstock

Asiatische Aktien geben angesichts zunehmender KI-Sorgen nach

Der südkoreanische KOSPI fiel am Freitag um 0.1%, da Sorgen über die Bewertungen und die Finanzierung im Bereich der künstlichen Intelligenz die Stimmung an den Aktienmärkten belasteten. Gleichzeitig dämpften Ölpreise auf einem Fünfmonatshoch die Risikobereitschaft zusätzlich. Der chinesische Festlandindex CSI 300 stieg um 0.9%, nachdem er am Donnerstag mit einem Rückgang von mehr als 20% gegenüber seinem Höchststand vom Juni in einen Bärenmarkt eingetreten war. Der Chiphersteller SK Hynix legte um 2.8% zu, obwohl das Unternehmen Pläne für einen möglichen US-Börsengang seiner Flash-Speicher-Tochter Solidigm aufgegeben hatte. Hongkongs Hang Seng gewann 1%.

Japans Kerninflation steigt über den Zielwert

Japans Nikkei 225 fiel am Freitag um 0.5%, da Technologieaktien unter Verkaufsdruck standen und die höhere Inflation die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen der Bank of Japan verstärkte. Die jährliche Kerninflation, die frische Lebensmittel ausschliesst, stieg im September von 1.7% im August auf 2.1% und erreichte damit den höchsten Stand in diesem Jahr. Die Gesamtinflation lag ebenfalls bei 2.1%, während die Teuerungsrate ohne frische Lebensmittel und Energie 2.4% erreichte. Höhere Preise für langlebige Konsumgüter und gestiegene Gebühren für öffentliche Versorgungsleistungen trugen zur Beschleunigung bei. Gleichzeitig verteuerte der schwache Yen die Importe, und energiebedingter Preisdruck wirkte sich trotz staatlicher Subventionen indirekt aus. Die Zahlen sprechen für eine weitere geldpolitische Straffung, nachdem die Zentralbank ihren Leitzins im vergangenen Monat bereits auf 1.25% angehoben hatte, da die zugrunde liegende Inflation erneut über ihrem Zielwert von 2% liegt.

Nachfrage nach sicheren Anlagen lässt US-Staatsanleiherenditen deutlich sinken

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel am Donnerstag um 19.8 Basispunkte auf 4.951%, den niedrigsten Schlussstand seit mehr als einem Monat. Sorgen über KI-Investitionen sowie Frankreichs fiskalische und politische Schwierigkeiten veranlassten Anlegerinnen und Anleger, in sicherere Anlagen umzuschichten. Die zweijährige Rendite sank um 17.5 Basispunkte auf 4.648%, während die 30-jährige Rendite um 15.1 Basispunkte auf 5.286% zurückging. Am Freitag erholten sich die US-Renditen nur leicht. Die Renditen zehnjähriger französischer Staatsanleihen überstiegen 5% und erreichten damit ein 24-Jahres-Hoch. Ihr Renditeabstand gegenüber deutschen Bundesanleihen weitete sich auf rund 157 Basispunkte aus, da die Regierung Schwierigkeiten hatte, Ausgabenkürzungen durchzusetzen. Die Märkte erwarten, dass die Federal Reserve (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen nächste Woche unverändert lassen. Angesichts des energiebedingten Inflationsdrucks bestehen jedoch weiterhin Erwartungen einer Zinserhöhung durch die EZB im Dezember. Der US-Dollar-Index legte leicht um 0.1% auf 101.69 zu, während Gold um 0.1% auf rund USD 4030 je Unze stieg. Bitcoin fiel um 1.3% auf rund USD 81'800.

US-Technologieaktien fallen bei steigenden Ölpreisen

Der Nasdaq 100 fiel am Donnerstag um 2.9% auf 28'958.69 Punkte, da steigende Ölpreise nach einem Drohnenangriff auf ein saudi-arabisches Ölfeld Inflations- und Zinssorgen schürten. Am Freitag notierten die Terminkontrakte auf Brent-Rohöl 0.7% höher bei USD 113.97 je Barrel, während die Terminkontrakte auf West Texas Intermediate (WTI) um 0.9% auf USD 100.32 je Barrel zulegten. Der S&P 500 sank am Donnerstag um 1.2% auf 7663.43 Punkte, während der Dow Jones Industrial Average mit 52'867.98 Punkten nahezu unverändert schloss. Die Facebook-Muttergesellschaft Meta Platforms verlor 7%, da Pläne für weitere Investitionen, darunter mindestens USD 135 Milliarden in die Infrastruktur für künstliche Intelligenz in diesem Jahr, die Sorgen über den Finanzierungsbedarf und die Investitionsrenditen verstärkten.

Europäische Aktien fallen angesichts schwacher Technologiewerte

Der Euro Stoxx 50 sank am Donnerstag um 2% auf 6085.95 Punkte, da hohe Ölpreise die Inflationssorgen verstärkten und Technologieaktien nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen der US-Unternehmen Meta Platforms und Lam Research unter Druck gerieten. Der Schweizer SMI schloss mit 14'547.97 Punkten nahezu unverändert, gestützt durch Kursgewinne von Novartis und Nestlé. Siemens Energy verlor 8.6%, während der Softwarekonzern SAP dem Abwärtstrend im Sektor trotzte und nach seinen Quartalszahlen um 3.2% zulegte. Die Aktien des Luxusgüterkonzerns Hermès gab angesichts der Schwäche in China um 4.9% nach.

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Redaktion: Alessandro Fezzi
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG